Es kommt selten vor, dass Marios Bruder Luigi allein einem Spiel auftritt. Mit „Luigi's Mansion“ für den Gamecube hat er aber bewiesen, dass es gar keine so schlechte Idee ist, ihn auch allein auf Reise zu schicken. Der Titel sorgte für humorvolle und sehr spaßige Stunden und erzielte weltweit überzeugende Wertungen. Die Fans des ersten Teils wollten nichts anderes als einen Nachfolger und wurden auf der E3 2011 damit auch endlich zufrieden gestellt. Nintendo kündigte in Los Angeles „Luigi's Mansion 2“ für den 3DS an und zeigte bereits einen ersten Trailer. Für die Besucher der Videospielmesse gab es aber nicht nur ein Video zu bestaunen, das man übrigens als 3DS-Besitzer inzwischen auch über den eShop herunterladen kann, sondern zusätzlich eine anspielbare Version auf dem Messegelände. Wir konnten den Titel in Frankfurt erstmalig antesten und berichten euch nun von unseren Eindrücken zu Luigis Gruselstunden.

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Es gibt kaum einen passenderen Schauplatz als eine verlassene, riesengroße Villa, um Menschen zum Gruseln zu bringen. Wenn man dann noch so schreckhaft wie Luigi ist, reicht auch eine einzelne Spinne, um für schlaflose Nächte zu sorgen. Daher war uns bewusst, wohin die Reise uns führen würde, ohne dass es uns der Professor in der einleitenden Videosequenz erklären musste. Nachdem der ebenfalls als italienischer Klempner tätige Bruder von Mario Pixel für Pixel teleportiert wurde, fanden wir uns vor einer düsteren Villa wieder, die durch zahlreiche Spinnennetze bedeckt war. Mit einem Staubsauger ausgerüstet begaben wir uns durch das sympathisch quietschende Tor der Gruselbehausung und erkundeten zunächst jede verstaubte Ecke des Vorhofs.

Wie bereits erwähnt, ist man mit einem besonderen Staubsauger unterwegs, mit dem man durch Betätigen des R-Knopfs die Saugfunktion der Gerätschaft nutzt, während die L-Taste den Staub vor den Augen wegbläst. Hat man nun beispielsweise eine Decke aufgesaugt, muss man nur noch einmal den A-Knopf drücken, sodass der Gegenstand komplett im Beutel verschwindet. Dies ist aber nur bei größeren Objekten nötig, andere kleinere Partikel lassen sich durch bloßes Aufsaugen sammeln. Auf der Erkundungstour im Hof findet man ein paar Geldscheine und Goldmünzen, weshalb sich die Suche doch noch lohnt. Während wir durch das Drücken des B-Knopfes durch den Garten gerannt sind, fielen uns noch die Blumen auf, die sich weder aufsaugen noch wegblasen ließen. Man muss sie zuerst mit dem Blitzlicht des speziellen Staubsaugers erschrecken, wodurch sie aufgehen und weitere Münzen als Preis ausspucken. Dazu hält man den A-Knopf länger gedrückt und lässt ihn dann los, wodurch die Pflanzen geblitzt werden.

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Diese Funktion wird sich später noch als sehr hilfreich erweisen, wenn es darum geht, den Kampf gegen die humorvollen Geistern aufzunehmen. Weiterhin liefert uns ein Blick auf den Touchscreen noch eine Übersicht über das komplette Areal und zeigt uns auch, dass die Tür zur Villa schon die ganze Zeit offen war. Daher beenden wir unsere Gartenarbeit und betreten das Spukschloss. Hierbei startet man wieder eine Zwischensequenz, in der man zusieht, wie sich Luigi ängstlich an die Tür heran tastet. Hat er sich nun durch den Eingang getraut, macht man sich auf die Suche nach einem Schlüssel, da die nächste Tür verschlossen ist. Verschlossene Türen werden auf dem Touchscreen rot aufgeführt, während passierbare farblos sind. So gehen wir zunächst in das Nebenzimmer, in dem wir den Schlüssel zu finden hoffen. Plötzlich werden wir durch ein Hupen des alten Autowracks erschreckt, dessen Quelle wohl eine witzige Geistergestalt darstellt.

Sofort schießen wir ein Blitzlicht los, machen den Geist sichtbar und nutzen nun unseren Sauger, um ihn zu eliminieren. Die Gesellen stellen sich jedoch sehr taff an und wehren sich gewaltig, letztendlich jedoch ohne Erfolg. Der Schlüssel ist unser und die Tür direkt im Vorsaal nach einer weiteren witzigen Zwischensequenz aufgeschlossen. Wir passieren den schmalen Saal und werden dabei noch links und rechts von den Ritterstatuen angegriffen, sodass man froh ist, wenn man am Ende angelangt ist. Im nächsten Raum kann man geschickt einer Konfrontation mit den Gespenstern ausweichen und sich sofort zum nächsten Gang begeben. Viel vom Levelende trennen den Spieler und Luigi nicht. Man nimmt die untere Tür, schnappt sich nach einem Gefecht mit den Geistern einen weiteren Schlüssel und öffnet noch die verschlossene Tür. Im Esszimmer sind die Geister nun mit Töpfen und Küchenrollen ausgerüstet, sodass der Kampf erschwert wird. Sobald man sich aber durchgekämpft hat, kann man auch die nächste Truhe öffnen und kommt in der Gruselvilla weiter. Am Ende gilt es noch einen speziellen Geist in einen der Räume zu saugen und hat dann auch die Mission beendet, die anzuspielen war.

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In den wenigen Minuten mit Luigi erlebt man einige irrwitzige Momente und ist kaum der Langeweile ausgeliefert. Der Konflikt zwischen den freudigen Geistern und dem schreckhaften Luigi sorgt für das ein oder andere Grinsen beim Spielen und bietet pure Unterhaltung. Die Grafik, in der das Spiel in der Demo präsentiert wird, verschafft die erhoffte Atmosphäre eines spaßigen Gruseltitels und macht damit einen sehr guten Eindruck. Die Steuerung ist einfach zu erlernen, funktioniert größtenteils sehr gut und bedient sich auch am Gyroskop der Hardware, um mit dem Staubsauger nach oben oder unten zu zielen. Da die Bewegung nicht allzu groß ausfällt, stört die Steuerung über den Bewegungssensor den 3D-Effekt kaum. Der Effekt in die Tiefe selbst erzeugt einen kleinen, aber feinen Bonus in der Grafik, da so einige Gegenstände im Raum vom Bildschirm herausragen. Besonders nett sieht die 3D-Darstellung aus, wenn man mit Luigi einen Blitzlicht gegen den Spieler selbst abfeuert, falls man gerne solche Spielereien betreibt.