Nintendos Post-E3-Event liegt nun bereits einige Tage zurück und mit unserem 3DS-Hands-On haben wir uns den wichtigsten Artikel für den Schluss aufgehoben. In den folgenden Absätzen gehen wir auf die vorgestellten Spiele und Demos ein und präsentieren euch zusätzlich unseren persönlichen Eindruck und die Erwartungen, die wir von Nintendos neuestem Handheld haben.

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Die drei Musketiere wurden zunächst von drei mindestens ebenso hübschen jungen Damen begrüßt, die einen ganz besonderen Gürtel umgeschnallt hatten. Denn daran befestigt waren drei Nintendo 3DS-Demogeräte, die mit einem kurzen Video bestückt waren. Dieses sorgte mit einigen Beispielgrafiken für einen guten Überblick, welche 3D-Effekte wir in den kommenden Minuten zu erwarten hatten. Im Gegensatz zu den anderen verfügbaren Trailern konnte man jedoch nicht mittels Analogstick die Perspektive verändern, sondern lediglich mit dem Schalter an der rechten Seite die Intensität der Dreidimensionalität regeln.

Am ersten Tisch hätte die Aufteilung nicht unterschiedlicher ausfallen können. In Videoform und auch zum direkten Anspielen befanden sich Demoeinheiten mit dem „Nintendogs“-Nachfolger, „Mario Kart 3DS“, „Resident Evil“ und „Metal Gear Solid“. Alle Geräte waren mit bequemen Kopfhörern und bei Bedarf auch mit Touchpens versehen, um für eine möglichst optimale Stimmung und Bedienung zu sorgen.

„Nintendogs“ war an Tisch 1 leider die einzige spielbare Version. Zu Beginn konnte man sich zwischen drei Hunderassen entscheiden, im direkten Anschluss warf man dem Hündchen kleine Spielereien wie einen Boomerang vor die Nase, streichelte ihn und stattete ihn mit neuen Verkleidungen aus. Neben dem 3D-Effekt, der übrigens nicht ganz so stark ausgefallen ist, fiel die verbesserte Grafik auf. Das Fell des Hundes war schön wuschig und lud nur so zum Streicheln ein.

Die Ernüchterung über bloße Trailer war danach zwar recht groß, aber gerade beim Anblick der Szenen aus „Resident Evil“ und „Metal Gear Solid“ schlug die Stimmung gleich in pure Begeisterung um. Gerade Solid Snake machte eine hervorragende Figur und die umherwehenden Kirschblütenblätter sorgten für staunende Augen. Obwohl wir die Bilder bereits von der E3 kannten, eroberte der bärtige Held im Nu den Titel des beeindruckendsten 3DS-Erlebnis.

Dagegen sah „Mario Kart“ auf dem 3DS fast schon langweilig aus. Die Grafik wurde im Vergleich zum DS-Vorgänger zwar immens verbessert und kommt nun fast schon an den Wii-Ableger heran, nichtsdestotrotz waren die 3D-Effekte kaum vorhanden. Einzig die fliegenden Funken bei Drifts ließen die Augen etwas erschrocken zusammenkneifen, ansonsten sah man nur standardmäßige Abhandlungen, die den eigenen Fahrer etwas hervorholten.

Am zweiten Tisch gab es dafür zwei weitere anspielbare Titel. Das 3DS-„Pilot Wings“ wartete mit zwei verfügbaren Modi auf den nächsten Highscore-Piloten. Entweder in einem kleinen Flugzeug oder mit dem Jet Pack auf dem Rücken bugsierte man den Protagonisten durch die aus „Wii Sports Resort“ bekannte Insel und durchflog Ringe. Gerade bei den weitreichenden Arealen konnte der 3DS seine starke Seite zeigen und verdeutlichen, dass die Dreidimensionalität mit Tiefe besser funktioniert.

Mit „Hollywood 61“ schaffte es auch ein Ubisoft-Titel in den Demoraum des Nintendo 3DS. Der interaktive Film überfiel den Spieler zunächst mit viel, viel Text, machte aber aufgrund des interessanten Looks Lust auf mehr. Der spannende Krimi soll zum Start des Handhelds erscheinen und wird mit Sicherheit zahlreiche aufregende Stunden garantieren.

Die Macher vom Animationsfilm „Happy Feet“ haben mit „Legend of the Guardians“ einen weiteren Hitanwärter in Arbeit, der in Trailerform die 3D-Funktion bei normalen Filmen demonstrieren sollte. Entfernt wurde man dabei an die aktuellen 3D-Filme im Kino erinnert, wenn auch nur in leicht abgeschwächter Form. Es bleibt abzuwarten, wie viele Filmstudios in der Zukunft Nintendos Filmbörse unterstützen werden.

Damit sind zwar so gut wie alle vorgestellten Spiele behandelt, der eigentliche Star sollte aber nicht vergessen werden. Der Nintendo 3DS lag beim Anspielen gut in der Hand, selbst wenn er mit zahlreichen Kabeln gesichert war. Er ist in etwa genau so groß wie ein herkömmlicher Nintendo DSi und verfügte über sehr viele glänzende Oberflächen, die Fingerabdrücke förmlich angezogen haben. Vielleicht bietet Nintendo irgendwann noch eine matte Variante des Gerätes an, denn ausgerechnet die schwarze Variante, die beim Event auslag, musste alle zehn Minuten aufs Neue geputzt werden, um nicht völlig verdreckt zu erscheinen.

Außerordentlich überrascht wurden wir letztlich noch vom Analogstick. Wir hatten uns zuerst einen Controlstick erwartet, der dem der PSP gleich kommt. Im Gegensatz zu Sonys Handheld können wir uns hingegen auch stundenlange Spielsessions vorstellen, ohne schmerzhafte Krämpfe zu bekommen. Mit dem Stick wurde präzises Steuern gewährleistet, wir freuen uns bereits jetzt auf die kommenden „Mario Kart“-Turniere mit der neuen Steuervariante im Gepäck.

Der eigentliche Star des kleinen Handhelds war aber der umworbene 3D-Effekt. Dieser konnte mit dem Regler an der Seite des Gerätes nahtlos eingestellt und nach eigenem Belieben verstärkt und abgeschwächt werden. Das Erlebnis lässt sich im Grunde fast mit dem Gesehenen im 3D-Kino vergleichen, nur dieses Mal eben ohne Brille. Die Intensität und das Herauskommen der dreidimensionalen Objekte ist zwar nicht ganz so stark, aber immer noch deutlich ersichtlich. Wir konnten feststellen, dass der Effekt gerade bei kleineren Objekten, wie Funken oder Blütenblättern, am stärksten aufgefallen ist.

Philipps Eindruck:


Die Erwartungen an Nintendos 3DS waren nach den Anbetungen im Internet sichtlich hoch und dementsprechend war ich zu Anfang etwas enttäuscht vom 3D-Effekt. Man muss eben doch direkt frontal auf das Gerät blicken und diese Ansicht auch so gut wie möglich einhalten, um den optimalen Effekt zu erhalten. Nach einigen Minuten hat man sich aber wie von Kinderhand an diese minimale Einschränkung gewöhnt und ist erstaunt von der Pracht, die beispielsweise im Trailer zu „Resident Evil“ über den Bildschirm flimmerte. Ich bin frohen Mutes, dass Nintendo mit dem 3DS einen weiteren Megahit in der Hand hat.

Johannes' Eindruck:


Auch ich ging mit großen Erwartungen an die Vorstellung des Nintendo 3DS heran und wurde keineswegs enttäuscht. Meine letzte Begegnung mit einem 3D-Effekt, manch einer mag es kaum glauben, liegt einige Jahre zurück und ereignete sich in einer Mickey Maus-Ausgabe, der eine rot-grün Brille bei lag. Tatsächlich hab ich also noch keinen aktuellen 3D-Film im Kino gesehen, geschweige denn mir eine entsprechende Inszenierung auf einem 3D-TV zu Gemüte geführt. Umso mehr hat mich also Nintendos dreidimensionale Videospielwelt aus den Socken gehauen. Angefangen bei diversen Animationen von Mario, Link und Co. bis hinzu den anspielbaren Demos, darunter "Pilotwings" und "Nintendogs", hat mir sowohl die Grafikpracht als auch die Tiefe des 3D-Effekts ein angenehmes und wohliges Gefühl gebracht. Hinsichtlich der Zukunft des kompakten Handheld mache ich mir wenig Sorgen. Bleibt nur noch ein ordentliches Online-System sowie mediale Unterstützung für Bilder, Filme und Musik.