Nachdem Anime und Manga in Deutschland immer beliebter wurden, suchten sich abenteuerfreudige Jungs und Mädels mit dem Ende von „Dragon Ball“ nach weiterem Lesestoff. Dieser sollte durch „One Piece“ aus der Feder von Eiichirō Oda auch schnell gefunden sein. Die hiesige Fangemeinde wurde immer größer, weshalb es nicht weiter verwunderlich ist, dass es auch das ein oder andere Videospiel zur Piratenreihe in den Westen schaffte. Heute liegt uns mit „One Piece: Unlimited Cruise SP“ die erste Umsetzung der Serie für Nintendo 3DS vor. Wie die Schatzsuche von Ruffy und seinen Kumpanen in der dritten Dimension ablaufen, verraten wir euch jetzt.

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Im Auge des Tornados


An Bord der Thousand Sunny schippert die Crew rund um Monkey D. Ruffy nichtsahnend umher und hält Ausschau nach dem nächsten Juwel. Vor ihren Augen taucht nach einiger Zeit der Stille ein riesiger Tornado auf, von dem Ruffy selbstverständlich sofort angezogen wird. Der Nachwuchspirat springt inmitten des Luftwirbels und wird von einer rätselhaften Stimme begrüßt. Die Frage, ob er ein Geschenk möchte, bejaht er natürlich sofort und fällt anschließend in Ohnmacht. Er wacht auf einer mysteriösen Insel auf und begibt sich gierig auf die Suche nach dem versprochenen Geschenk. Schließlich soll dieses von einer alten Zivilisation stammen und in diesem Teil des Ozeans zu finden sein.

Die Strohhutbande auf Schatzsuche


Nach kurzer Zeit treffen auch die restlichen Mitglieder der Mannschaft ein und begeben sich zusammen mit Ruffy auf die Suche nach dem ominösen Schatz. Insgesamt haben es neun Charaktere in die Crew von „Unlimited Cruise“ geschafft, die man fortan auch im Menü auswählen und anschließend kontrollieren kann. Hier fällt dann auch schon der erste Makel ins Auge, denn die Figuren lassen sich verglichen mit aktuellen Titeln wie der „LEGO“-Reihe oder „Super Pokémon Rumble“ nur umständlich über den Weg des normalen Menüs tauschen. Weshalb man nicht einen der Knöpfe für einen schnellen Wechsel verwendet, bleibt wirklich unverständlich.

Hat man sich nun allerdings für einen der Charaktere entschieden, kann man die insgesamt vier Inseln erkunden. Diese bieten allesamt ein unterschiedliches Thema, wobei die erste an ein sonniges Palmenparadies erinnert, das die Heimat eines riesigen Baumes darstellt. Auf der Suche nach dem Schatz stellen sich allerlei Widersacher in den Weg der Bande, die folglich bekämpft werden müssen. Durch die unübersichtliche Kamera, die selbst mit der Anvisier-Funktion noch unbrauchbar ist, arten die Kämpfe jedoch immerzu in stupides Knöpfchendrücken aus. Sobald einer der eigenen Figuren das Zeitliche segnet, kann man einen anderen Helden auswählen, wodurch sich insgesamt neun Leben ergeben.

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Die pure Sammelfreude?


Zu Beginn trifft man auf das skurrile Wesen Gabri, das nur allzu gerne die unterschiedlichsten Gegenstände futtert. Diese Mechanik wird genutzt, um dem Spieler zahlreiche Steine in den Weg zu legen und ihn am Fortschreiten zu hindern. Somit befindet man sich den Großteil des Spiels auf der Suche nach den passenden Gegenständen, um Gabri zu füttern, damit er eine Barrikade aus dem Weg räumt. Dieser Sammelzwang artet schon früh stark aus, weshalb man die verschiedene Areale immer mehrfach betreten und durchforsten muss. In der heutigen Zeit wirkt das Spielprinzip demnach wirklich veraltet und wie ein Relikt aus den 90er Jahren, als man sich in „Doom“ auf die Suche nach den passenden Schlüsselkarten begab. Die sporadischen Bosskämpfe retten da leider auch nichts mehr und können den Käufer nicht aus dem Abgrund der Demotivation befreien.

Für Fans der Reihe dürften diese Mängel nun aber nicht ganz so stark ins Gewicht fallen. Gerade bei den Fähigkeiten der Charaktere hält sich „Unlimited Cruise SP“ stark an die Vorlage und lässt so einige Punkte wieder verschmerzen. Im Laufe des Spiels baut man beispielsweise mit Lysop hilfreiche Utensilien wie Angeln oder neue Waffen, während Sanji für das leibliche Wohl sorgt. Für jene Aktionen werden wiederum die Gegenstände von den Inseln benötigt, die man auf den Rundgängen sammelt.

Die 3DS-Fassung


Speziell für die 3DS-Version wurde zusätzlich der Marineford-Modus entwickelt. Hier stürzt man sich auf verschiedenen Kampfplätzen in die Auseinandersetzungen und kann in die Rolle von Charakteren wie Whitebeard oder Marco schlüpfen. Die Areale können dabei aber, anders als im Hauptspiel, nicht erkundet werden. Nach einem überstandenen Kampf schreitet man in die nächste Arena fort und kommt somit eine Runde weiter.

Dadurch erhalten Besitzer der 3DS-Version einen weiteren Modus spendiert, Spieler aus dem Westen schauen aber dennoch in die Röhre. Waren in Japan noch beide Episoden von „Unlimited Cruise“ enthalten, ist hierzulande nur die erste auf dem Modul vorzufinden. Obwohl beide Folgen schon synchronisiert für Wii veröffentlicht wurden, muss man sich als Europäer also mit einem deutlich geringeren Inhalt zufrieden geben.

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Technik


Da bleibt natürlich die Frage, ob zumindest die technische Seite von „Unlimited Cruise SP“ stimmig ist. Leider wirkt die Umsetzung zum Teil aber wirklich katastrophal, gerade wenn man sich den Zeitpunkt der Veröffentlichung anschaut. In Japan erschien das Spiel ursprünglich kurz nach dem Launch des Nintendo 3DS. Es verging also fast ein Jahr seit der ursprünglichen Veröffentlichung und trotzdem flimmert das Spiel nur äußerst schleppend und mit etlichen Rucklern über den Bildschirm.

Wie schon bei „Tales of the Abyss“ hat man als Fan des 3D-Effekts zudem mit heftigem Kantenflimmern zu kämpfen. Dies ist aufgrund der insgesamt eher mäßigen Grafiken absolut ärgerlich, auch wenn die Figuren durchaus schön aussehen. Das Spiel wurde des Weiteren nur in den Untertiteln auf Deutsch übersetzt, die Synchronsprecher stammen aus dem japanischen Original. Dies mag den Fans des Originals zwar durchaus gefallen, in den Videosequenzen sind die Untertitel aber derart mickrig, dass sie nach kurzer Zeit nur schwer lesbar sind. Gerade der 3D-Effekt ist in diesen Sequenzen quasi nicht vorhanden, obwohl er im Rest des Spiels sehenswert ist.