Ende des Jahres 2012 gab das kleine australische Entwicklerstudio Nnooo mit „escapeVektor“ sein Debüt im eShop des Nintendo 3DS. Der Action-Puzzler im Retro-Stil knüpft an das zuvor für WiiWare veröffentlichte „escapeVektor: Chapter 1“ an, welches durchgehend für sehr gute Bewertungen gesorgt hat. Doch der ursprüngliche Plan, die restlichen drei Kapitel auf der Wii zu veröffentlichen, wurde von Nnooo verworfen. Stattdessen entschied man sich, den 3DS-Besitzern das Komplettpaket als portables Erlebnis zu spendieren. Ob „escapeVekor“ an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen und damit den hohen Erwartungen gerecht werden kann, erfahrt ihr in diesem Review.

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Gefangen im Pixel-Dschungel


Das Pixel-Universum braucht Hilfe! Es stellt sich heraus, dass das digitale Lebewesen Vektor im Inneren der CPU gefangen ist und nicht alleine entkommen kann. Als einzige Hoffnung auf eine Flucht begibt sich der Spieler auf eine gefährliche Reise und hilft Vektor dabei, seine Erinnerungen wiederzuerlangen. Dabei steuert man Vektor durch die endlosen, verschlungenen Datenpfade im Innersten des 3DS. Doch hier ist Vorsicht geboten: Je weiter Vektor vordringt, desto ausgefuchster geht die CPU vor. Sie stellt sich als cleverer Gegner heraus, die das Entkommen mit Hilfe feindlicher Bots und Fallen um jeden Preis zu verhindern versucht.

Auf die Plätze, fertig, los!


Auf Datensträngen in Form von einfachen Linien begibt man sich durch das Innenleben des 3DS und muss dabei die Gegner und Hindernisse der CPU umgehen. Ziel eines jeden Levels ist es, den Ausgang zu erreichen, indem man alle Linien des Datennetzes berührt, um diese bunt zu färben. Sobald man alle Datenstränge erfasst hat, erscheint der Ausgang. Dabei wird Vektors Bewegungsrichtung mit dem Circle-Pad gesteuert. Was zunächst simpel erscheinen mag, bringt einige Schwierigkeiten mit sich. Angesichts der Bots und Fallen, die einem bestimmten Bewegungsmuster folgen, sind taktisches Vorgehen und Strategie gefragt. Denn nur eine Berührung mit den gegnerischen Pixeln bedeutet das Aus und man darf sich erneut an das Level wagen.

Beim Durchqueren der 27 Zonen und 150 Levels wird man mit neuen Power-Ups ausgestattet. Diese sind unabdingbar, wenn man heil durch die immer schwieriger werdenden Levels kommen möchte. Zu den Fähigkeiten, die Vektor erlernen kann, gehört beispielsweise die Detonation von Bomben, um sich in der Nähe befindlicher Bots zu entledigen. Je mehr Erfahrung man sammelt, desto mehr Erweiterungen kann man freischalten. So ist es nützlich, den Explosionsradius oder die Anzahl der Bomben zu erhöhen, damit die Feinde noch schneller ausgelöscht werden können.

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Hektische Highscore-Jagd


Jedes Level gilt es in einer gewissen Zeit zu beenden, um besonders viele Punkte zu erreichen. Doch erst einmal sollte man sich darauf konzentrieren, es unbeschadet bis zum Ausgang zu schaffen. Hier ist in späteren Levels der Frust vorprogrammiert: Vektor muss meist einige Leben lassen und das Bewegungsmuster der Feinde will auswendig gelernt sein. Sollte das problemlos funktionieren, kann man sich an der vorgegeben Zeit versuchen. Nachdem das Ziel erreicht wurde, wird basierend auf der Zeit und den besiegten Gegnern die Punktzahl berechnet. Durch die Highscore-Listen ist langfristiger Spielspaß garantiert, denn die Jagd nach dem besten Score macht „escapeVektor“ aus.

Lobenswert ist daher, dass sich das Spiel sofort nach der Berechnung der Punkte mit dem Internet verbindet, um diese in die Highscore-Listen einzutragen. Anschließend hat man die Möglichkeit, die deutschlandweiten und internationalen Rankings aller Spieler oder seiner Freunde einzusehen. Obendrauf gibt es noch Errungenschaften und zusätzliche Medaillen, die man beim Abschluss eines Levels mit herausragender Zeit und Punkten bekommt. Besonders erwähnenswert sind an dieser Stelle die Wildcard-Items, mit denen man seinen Highscore im jeweiligen Level verdoppeln kann. Hiermit bekommt man eine tolle Möglichkeit geboten, seine Punktzahl zu erhöhen und den Konkurrenzkampf anzuheizen.

Technik


„escapeVektor“ kann mit einem schönen Soundtrack begeistern, der Ohrwurm-Charakter aufweist. Besonders Spieler, die sich zum alten Eisen zählen, werden ihre Freude an den eingängigen Chiptune-Melodien haben. Zudem kommt das Spiel im klassischen Retro-Look daher und bietet eine auf die Atmosphäre abgestimmte Grafik. Obwohl sie ganz simpel gehalten ist, lässt sie mit ihren knallig bunten Pixeln ein gewisses Nostalgiegefühl aufkommen. Das Game-Design ist jedoch nicht ganz perfekt, da das Spielfeld immer auf einen kleinen Ausschnitt reduziert ist und es daher unmöglich erscheint, den Gesamtüberblick zu behalten. Man kann zwar mit der rechten Schultertaste hinauszoomen, doch neigt man dazu, sie während des gesamten Levels gedrückt zu halten. Bei der Interneteinbindung hat man hingegen alles richtig gemacht und auch der 3D-Effekt wird gut eingesetzt, da das zweidimensionale Spielfeld so eine gewisse Tiefe erhält.

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