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YO-KAI WATCH 2: Knochige Gespenster

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Yo-Kai Watch 2: Knochige Gespenster

Die Yo-Kai sind wieder los! Nach einem gelungenen Serienauftakt im letzten Jahr ist nun „Yo Kai Watch 2“ in den zwei Versionen „Knochige Gespenster“ und „Kräftige Seelen“ verfügbar und schickt Spieler in die Vergangenheit, wo sie mehr über die Anfänge der rätselhaften Yo-Kai Watch erfahren. Wir haben uns „Yo-Kai Watch 2: Knochige Gespenster“ geschnappt und erzählen euch nun, was euch im zweiten Teil der Reihe erwartet.

Erst Amnesie, dann Zeitreisen

Zu Beginn des Spiels darf man sich wieder einmal entscheiden, ob man als Mädchen oder Junge spielen möchte, bevor man anschließend ins Geschehen eintaucht. Unabhängig von dieser Entscheidung kann sich der Protagonist zunächst nicht an seine Abenteuer mit Whisper und Jibanyan erinnern. Das erleichtert natürlich all denjenigen den Einstieg, die den ersten Teil nicht gespielt haben, für alle anderen könnte der Anfang allerdings etwas zäh wirken. Nach ein paar Stunden nimmt die Handlung dann aber deutlich Fahrt auf. Um seinem Großvater beim Bau der ersten Yo-Kai Watch zu helfen, reist der Protagonist 60 Jahre in die Vergangenheit. Als dann plötzlich ein Krieg zwischen Yo-Kai der beiden Fraktionen Knochige Gespenster und Kräftige Seelen ausbricht, tut ihr alles dafür, den Konflikt beizulegen und herauszufinden, wer wirklich dahintersteckt. Nach einem etwas trägen Start begeistert die Story mit tollen Dialogen und viel Humor.

Die Spielwelt von „Yo-Kai Watch 2“ ist derweil riesig. Sie ist sogar so groß, dass ihr erstmals mit dem Zug zwischen verschiedenen Ortschaften hin- und herfahren könnt. Leider werden die Zugfahrten viel zu schnell langweilig, da die einzelnen Haltestellen im Schneckentempo abgeklappert werden und sich die Dialoge zwischen dem Protagonisten, Whisper und Jinbanyan ständig wiederholen. Zum Glück lassen sich später in allen Winkeln der Spielwelt Portale finden, mit deren Hilfe man ohne Umschweife an andere Orte reisen kann, sofern man das dortige Portal bereits freigeschaltet hat. Hat man erst einmal einige Portale entdeckt, macht das Erkunden der Ortschaften viel Spaß, da man immer wieder auf neue Yo-Kai trifft und neue Nebenquests freischaltet.

Neue Yo-Kai und alte Schwächen

Apropos neue Yo-Kai: Es gibt in „Yo-kai Watch 2: Knochige Gespenster“ und „Yo-Kai Watch 2: Kräftige Seelen“ über 100 neue Wesen, die allesamt eine eigene Persönlichkeit mitsamt ihren seltsamen Angewohnheiten besitzen. Ähnlich wie in den Pokémon-Spielen kann man auch hier je nach Edition einige exklusive Wesen finden. Glücklicherweise ist es nun auch deutlich leichter sich mit den Yo-Kai anzufreunden. Während man im Vorgänger noch das Lieblingsessen der Wesen erraten oder im Internet nachlesen musste, kann man sich dieses jetzt einfach über die Ziel-Funktion im Kampf anzeigen lassen. Füttert man ein Yo-Kai dann mit seiner Leibspeise, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man ihn nach dem Kampf als neuen Mitstreiter gewinnt.

Wie schon im Vorgänger ist auch in „Yo-kai Watch 2“ das Kampfsystem durch Passivität geprägt. Während der Spieler Items einsetzen, Ziele anvisieren und die mächtigen Ultiseelschläge ausführen kann, greifen die Yo-Kai selbstständig an. Sollte es einmal brenzlig werden, lässt sich das Rad auf dem Touchscreen drehen, um die Aufstellung eurer sechs Wesen zu ändern. Wie gewohnt müssen zum Aufladen einer Spezialattacke Minispiele auf dem Touchscreen absolviert werden, was leider schnell monoton wird und das Spielgeschehen oft unnötig hektisch erscheinen lässt. Neu ist dagegen die Möglichkeit im Kampf zur Yo-Kai Watch Modell Null zu wechseln. Dadurch können Yo-Kai Seelenenergie von ihren Nachbarn leihen und damit eine M-Attacke entfesseln, die in ihrer Kraft selbst die Ultiseelschläge in den Schatten stellen. Zudem können trödelnde Gegner angestupst werden, wodurch sich diese einem mit größer Wahrscheinlichkeit nach dem Kampf anschließen. Trotz der Neuerungen kann das Kampfsystem leider nicht wirklich überzeugen, dafür fühlt sich die eigene Rolle in den Kämpfen einfach viel zu passiv an. Besonders nervig ist das dann, wenn man ewig braucht, um einen schwachen Gegner zu besiegen, da die eigenen Yo-Kai entscheiden, es wäre sinnvoller sich zu verteidigen oder sich bereits nach einer schwachen Attacke zu heilen anstatt anzugreifen.

Frisches Futter für Multiplayer-Fans

Erfreulicherweise bietet „Yo-Kai Watch 2“ auch einen Online-Modus, sodass man nun erstmals auch Yo-Kai tauschen oder sich in weltweiten Kämpfen mit anderen Spielern messen kann. In diesen Kämpfen gewonnene Punkte können dann gegen Objekte getauscht werden. Besonders spannend: Ähnlich wie bei den Splatfesten von „Splatoon“ werden in „Yo-Kai Watch 2“ die Punkte der beiden Teams Knochige Gespenster und Kräftige Seelen zusammengezählt. Die Kämpfe gegen andere Spieler laufen stets flüssig und sorgen für eine willkommene Herausforderung, die das Hauptspiel bereits beendet haben. Schade ist dagegen, dass die Yo-Kai nur mit registrierten Freunden getauscht werden können.

Auch für Freunde des lokalen Multiplayers gibt es einen neuen Modus: Yo-Kai Watch Blasters. Darin übernehmen bis zu vier Spieler die Kontrolle über jeweils ein Geisterwesen und kämpfen in der Vogelperspektive gegen andere Yo-Kai und mächtige Endgegner. Dafür stehen die vier Klassen Krieger, Wächter, Heiler und Schütze zur Auswahl, deren Stärken man gekonnt ausnutzen muss, um sich gegen die Gegner durchzusetzen. Je nachdem wie gut das Team abschneidet, gibt es am Ende einige seltene Items. Voraussetzung für Yo-Kai Watch Blasters ist allerdings, dass jeder Spieler über ein eigenes Modul von „Yo-Kai Watch 2: Knochige Gespenster“ oder „Yo-Kai Watch 2: Kräftige Seelen“ verfügt.

Kräftige Farben und tolle Melodien

Begeistern konnte im Test vor allem die Technik des Spiels. Die Charaktermodelle der Yo-Kai sehen fantastisch aus und sind genau wie die Umgebung sehr farbenfroh. Besonders glänzen kann „Yo-Kai Watch 2“ dann mit den gelegentlichen Zwischensequenzen im Anime-Stil. Der Soundtrack steht der Grafik dabei in nichts nach und den Spieler erwartet eine runde Mischung aus alten und neuen Musikstücken. Diese reichen von entspannten Gute-Laune-Songs in den Ortschaften bis hin zu spannenden Grusel-Melodien bei den Boss-Kämpfen. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gut gelungen.

Weiterführende Links: Forum-Thread

Fazit & Wertung

„Yo-Kai Watch 2“ gelingt es dank einiger sinnvoller Änderungen im Detail den bereits gelungenen Vorgänger zu übertreffen. Vor allem der neu eingeführte Online-Modus kann hier punkten. Trotz der vielen Stärken des Titels gibt es aber an einigen Stellen noch Grund zur Kritik, allem voran beim viel zu passiven Kampfsystem und den monotonen Bahnfahrten. Wer über diese Schwächen hinwegsehen kann, bekommt ein fantastisches Rollenspiel, welches das Konzept der Reihe konsequent fortführt.

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