Wenn es eine Sache gibt, die Spieler überhaupt nicht ausstehen können, dann sind das Zensuren. Gerade in Deutschland gab es vor einigen Jahren immer stärkere Diskussionen, da meist die Gewalt reduziert wurde, um betroffene Spiele überhaupt zu veröffentlichen. Das hat sich in den letzten Jahren zwar geändert, doch noch immer gibt es einige Inhalte, die in westlichen Versionen von japanischen Spielen entfernt wurden. Nun trifft es auch das kommende Fire Emblem Fates, jedoch weitaus weniger schlimm, als es sich zunächst anhören mag.

Wie Nintendo of America nun bekannt gab, wurde eine bestimmte Konversation gestrichen, die bei den Verantwortlichen auf Unmut stoß. In einem Statement wurde betont, dass in den westlichen Versionen keine Konversationen vorhanden sein werden, die als Verabreichen von Drogen oder Konvertieren von Homosexuellen interpretiert werden könnten. In dem Strategie-Spiel ist es nämlich möglich, Charaktere im Kampf zu verknüpfen, wodurch sich auch deren Beziehung verbessert. Sollte die höchste Stufe erreicht sein, kann dies zu einem Heiratsantrag führen. Sollte der Spieler den männlichen Protagonisten ausgewählt haben, kann er dies auch mit Soleil tun, einer homosexuellen Soldatin, die in der Nähe von weiblichen Charakteren nervös wird und deshalb nicht ihre volle Stärke entfalten kann. In der nun entfernten Unterhaltung möchte der Protagonist ihr helfen, indem er ein magisches Pulver in ihren Drink mischt, durch den sie Frauen als Männer und umgekehrt sieht. Sie verliebt sich anschließend in den männlichen Hauptcharakter, und selbst nachdem sich der Zauber auflöst, und sie ihn als Mann sieht, hält diese Liebe an, weshalb sie ihm einen Heiratsantrag macht.

Kritik an dieser Szene gab es bereits vor einigen Monaten auch von vielen Spielern, die nicht nur das Untermischen des Pulvers thematisierten. Tatsächlich nutzen einige streng religiöse Organisationen ähnliche Methoden, um die sexuelle Orientierung von Homosexuellen zu verändern. Dies gleicht aber eher einer Folter und vermittelt den Betroffenen zudem in jungen Jahren ein falsches Weltbild. Nintendo hat sich deshalb zu diesem Schritt entschieden, der wohl weniger fragwürdig als andere Zensurmaßnahmen der Vergangenheit ist.