Norihiro Yagi ist ein japanischer Mangaka und bereits seit über zwei Jahrzehnten in der Branche tätig. Neben seinem Erstlingswerk „Undeadman“, das in Japan mit dem prestigeträchtigen Akatsuka Award ausgezeichnet wurde, ist vor allen Dingen seine Mangareihe um die taffen „Claymore“ auf der ganzen Welt bekannt. Nachdem die einzelnen Episoden hierzulande zunächst auf insgesamt sechs DVDs veröffentlicht wurde, brachte AV Visionen vor kurzem eine Gesamtausgabe auf den Markt. Was das „Claymore“-Set zu bieten hat, haben wir für euch in den letzten Tagen getestet.

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In der mittelalterlichen Welt des Anime müssen die Menschen immer öfter um ihr Leben fürchten. Grund dafür sind die bösartigen Yoma, eine Dämonenart, die sich ausschließlich von menschlichen Organen ernährt. Diese Kreaturen können das Aussehen von den Bewohnern annehmen und somit wochenlang unentdeckt in Dörfern leben. Dadurch werden die Menschen gegeneinander aufgehetzt und stellen abermals leichtere Opfer für das Monster dar.

Eine geheimnisvolle Organisation hat jedoch die scheinbar beste Waffe gegen jene Yoma entwickelt. Die so genannten Claymore-Kämpfer sind zur Hälfte selbst Monster und können dementsprechend Yoma in Windeseile aufspüren. Mit ihren blonden Haaren und silbernen Augen fallen sie hingegen auch zu jeder Zeit auf und leben ein einsames Leben. Sie hangeln sich von einem Auftrag zum anderen, den sie von der Organisation zugeteilt bekommen und schlitzen die Yoma mit riesigen Breitschwertern auf.

Der Anime „Claymore“ erklärt nun die Geschichte der jungen Clare, die wenige Jahre zuvor ein finsteres Schicksal ereilte. Auf ihrer Reise trifft sie auf den Waisenjungen Raki, der sich ihr fortan als Koch anschließt. In den 26 produzierten Folgen erfährt man die Geheimnisse hinter Clares Vergangenheit, lernt ihr Vorbild und andere Kämpferinnen kennen. Dabei umfasst die Anime-Umsetzung die Geschichte der ersten elf von inzwischen 19 Manga und liefert ein alternatives Ende, um die Serie bestmöglich abzuschließen.

Die 26 vorliegenden Folgen machen eine wirklich hervorragende Figur und wirken erfrischend anders. Zu jeder Zeit ist die Atmosphäre nicht typisch auf Frohsinn getrimmt, sondern überrascht durch die zahlreichen bluttriefenden Szenen und eine düstere Hintergrundgeschichte. Dabei sind die Charaktere zwar alles andere als sympathisch, auf ihre eigene Art aber immerzu derart konstruiert, dass man mit ihnen mit fiebern kann.

Durch die trüben Farben wirkt das Gesamtbild sehr stilistisch und verstärkt den Effekt, sobald kräftigere Töne wie beispielsweise des Blutes oder der Augen zu sehen sind. Die Umsetzung der deutschen Fassung ist ebenso zufriedenstellend, aber an manchen Ecken hätte man noch etwas feilen können. So hätte das Bild durchaus einen Tick schärfer ausfallen können, des Weiteren sind die Stimmen zu Beginn etwas befremdlich. Für alle Japanisch-Fans hat der Hersteller dafür die japanische Tonspur beigelegt, die fortan mit optionaler deutscher Untertitelspur benutzt werden kann.

Fazit:


Mit der Gesamtausgabe von „Claymore“ hat AV Visionen ein schönes Set für Fans abgeliefert, die ihre Sammlung gerne um eine zusätzliche Serie erweitern würden. Die Verpackung macht einen netten Eindruck und der eigentliche Anime ist für jeden Fan der japanischen Zeichenkunst zu empfehlen. Wer somit mindestens 16 Jahre alt ist, sollte den Kauf von „Claymore“ unbedingt in Betracht ziehen.

Die „Claymore“-Gesamtausgabe kann beispielsweise bei Amazon für etwa 80 Euro bestellt werden.