Kurz bevor die Wii U am 18. November in Amerika an den Start geht, hat Nintendo endlich die so lang erwarteten Informationen zu den Online-Fähigkeiten bekannt gegeben. Wie auch sonst, präsentierte und erklärte Satoru Iwata im Rahmen einer neuen Nintendo Direct-Ausgabe die Hauptfunktionen und Fähigkeiten der Wii U. Damit ihr nicht den Überblick verliert, haben wir die neuen Informationen noch einmal zusammengefasst.

Das Nintendo Network – Online-IDs und Account-System


Zu Beginn sollte erwähnt werden, dass alle folgend vorgestellten Funktionen erst durch ein Update verfügbar gemacht werden. Doch keine Sorge: Dieses wird sofort am Erscheinungstag der Wii U zur Verfügung stehen, sodass keine Situation wie beim 3DS entsteht, als damals eShop und Internet Browser erst einige Wochen später nachgereicht wurden.

Auf der Wii U benutzt Nintendo zum ersten Mal ein Account-System. So können bis zu 12 Benutzer der Konsole ihr eigenes Profil anlegen und mit einem Mii verknüpfen. Alle Speicherstände, Statistiken, Spieleinstellung und Browser-Lesezeichen werden unter diesem Profil abgespeichert, sodass andere Benutzer diese nicht aus Versehen ändern oder sogar löschen können.

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Um jedoch die Online-Funktionen der Wii U nutzen zu können, erfordert es zusätzlich zum Profil eine Nintendo Network-ID. Bei der Registrierung müssen ein Passwort, E-Mail Adresse, Geburtsdatum, Geschlecht und Herkunftsland angegeben werden. Die Nintendo Network-ID ersetzt die bisherigen Freundescodes und ermöglicht es, andere Spieler einfach als Freund hinzuzufügen. Einkäufe im eShop werden übrigens an die Nintendo Network-ID gebunden. Andere Profile auf der Konsole können trotzdem auf die Einkäufe zugreifen. Zuletzt bestätigte Nintendo erneut, dass die Nintendo Network-ID in Zukunft auch auf anderen Nintendo-Systemen verwendet werden wird. Ebenso soll ein Zugriff über PCs und Smartphones ermöglicht werden. Die Online-Netzwerke von Dritthertellern, wie Origin oder Uplay sollen sich mit der Nintendo Network-ID verknüpfen lassen.

Miiverse – Nintendos soziales Netzwerk


Bereits auf der letzten E3 kündigte Nintendo Miiverse an. Miiverse ist Nintendos Antwort auf soziale Netzwerke, wie Facebook oder Twitter, aber eben für Wii U-Spieler. Miiverse nimmt zum einen die Rolle als Benutzeroberfläche beim Start der Konsole ein, findet aber auch innerhalb von Spielen seinen Einsatz.

Das WaraWaraPlaza – Ein Haufen bunter Miis


Das WaraWara Plaza ist der Hauptbestandteil von Miiverse. Der Begriff WaraWara wurde aus dem japanischen adaptiert und soll das große Gewusel einfangen, was bei großen Menschenmassen entsteht. Im Falle des WaraWara Plazas ist jedoch damit das Geräusch gemeint, wenn sich zahlreiche Miis aus aller Welt auf dem Bildschirm versammeln. Schaltet man die Wii U ein, landet man direkt im WaraWara Plaza. Hier wird der Spieler anhand von großen Kacheln über allerlei Spiele informiert. Im folgenden Bild sieht man beispielsweise einige der amerikanischen Launch-Spiele.

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Um diese Kacheln versammeln sich die Miis von Freunden, aber auch aus aller Welt, sofern sie dieses Spiel kürzlich gespielt haben. In Form von Sprechblasen zeigen die Miis aktuelle Kommentare an. Wählt man die Kachel näher an, landet man in der passenden Community zum Spiel, in der sämtliche relevanten Einträge und Kommentare angezeigt werden.

Das eigentliche Wii U-Menü, über das sich Spiele und Anwendungen starten lassen, wird auf dem Touchscreen des GamePads angezeigt. Über eine Schaltfläche lassen sich jedoch beide Oberflächen miteinander vertauschen, sodass man sich über den Touschreen im WaraWara Plaza näher umschauen kann.

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In der Praxis: Das Miiverse in Spielen


Schön und gut, doch wo liegt denn der eigentliche Zweck von Miiverse? Der Hauptgedanke ist, dass man sich mit anderen über die verschiedenen Stellen im Spiel austauscht. Das Miiverse lässt sich zu jedem Zeitpunkt im Spiel über die Home-Taste des Wii U GamePads aufrufen, während das eigentliche Spiel solange pausiert wird.

Im folgenden erklären wir die Möglichkeiten anhand von „New Super Mario Bros. U“: Nach mehrmaligem Scheitern hat der Spieler die Möglichkeit, seine Frustration im Miiverse kundzugeben. Eine kurze Nachricht lässt sich entweder über Tastatur-Eingabe oder handschriftlich hinterlegen. Künstlerisch Begabte dürfen auch gerne eine kleine Zeichnung hinterlassen. Wer mag, kann auch einen Screenshot der aktuellen Stelle im Spiel anhängen. Sobald der Beitrag veröffentlicht ist, haben andere Mitglieder im Miiverse die Möglichkeit, den Beitrag zu kommentieren und möglicherweise auch hilfreiche Tipps zu hinterlassen, sodass man die Passage im nächsten Anlauf bewältigen kann.

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Das Miiverse kann auch direkt in Spiele implementiert werden. In „New Super Mario Bros. U“ tauchen so in Sprechblasen die Kommentare anderer Spieler zu bestimmten Passagen auf, während im Freizeitpark von „Nintendo Land“ die Miis anderer Spieler die Rolle der Besucher einnehmen. In anderen Spielen sollen auf diese Weise zukünftig auch Erfolge, Bestzeiten oder Highscores ausgetaucht werden.

Die Nintendo Network-Profile


Nicht explizit vorgestellt, aber durchaus interessant, dürften die Nintendo Network-Profile sein. Wie schon erwähnt, ersetzen die Nintendo Network-IDs die verrufenen Freundescodes und dienen dazu, andere Spieler zu kontaktieren und als Freund hinzuzufügen. Mit jeder ID kommt ein passendes Profil daher. Begegnet man einem Spieler im Miiverse, kann man sein Profil aufrufen und hier weitere Angaben, wie Name, Herkunft oder Spielerfahrung entnehmen, oder direkt in Kontakt treten. So kann man auf einer Pinnwand Einträge hinterlassen oder dem Spieler eine Freundschaftsanfrage zukommen lassen und anschließend private Nachrichten schicken. Ähnlich wie bei Twitter kann man auch bis zu 100 Spielern folgen. Deren Aktivitäten werden dann in einem separaten Aktivitäts-Stream angezeigt.

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Der Internet-Browser – Mal eben die Mails checken


So wie das Miiverse lässt sich auch der Internet-Browser der Wii U zu jedem Zeitpunkt über die Home-Taste des GamePads aufrufen, während das Spiel im Hintergrund pausiert. Zwar ist der Browser nicht mit Plugins wie Flash kompatibel, verfügt aber über zahlreiche HTML5-Funktionen, sodass Videos von YouTube sich ohne Problem darstellen lassen. Videos können auf dem Fernsehbildschirm angezeigt werden, während man auf dem GamePad gemütlich weitersurfen kann.

Wii U-Chat – Kurz mal mit Freunden quatschen


Abseits des Miiverse bietet die Wii U eine weitere Kommunikationsmöglichkeit. Mit Wii U Chat erhält die Konsole einen eigenen Videochat. Dieser wird durch die im GamePad verbaute Kamera realisiert. Der Chat kann sowohl auf dem Fernseher als auch auf dem GamePad verwendet werden. Iwata schlug vor, dasselbe Fernsehprogramm zu schauen und sich währenddessen über das GamePad zu unterhalten. Eine nette Spielerei: Während des Videochats kann auf dem GamePad gezeichnet werden. So braucht nicht mehr die Tageszeitung herhalten, sondern man kann direkt seinem Gegenüber einen hübschen Schnäuzer über die Lippe malen. Zuletzt ist erwähnenswert, dass während des Spielens eingehende Anrufe über ein Aufblinken des Home-Knopfes auf dem GamePad angezeigt werden.

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Nun seid ihr an der Reihe: Wie ist euer Eindruck vom Online-Angebot der Wii U? Freut ihr euch über Funktionen wie Miiverse und Wii U Chat oder erachtet ihr dies als bloße Spielerei? Wir sind gespannt auf eure Meinungen!