Inside Nintendo 111: Der Nintendo-DS-Report, Teil 4: Die Revisionen (2)

Als er erst einmal richtig in Fahrt gekommen war, verkaufte sich der Nintendo DS zigmillionenfach. Bis Ende 2008 war er weltweit unglaubliche 96 Millionen Mal über die Ladentheken gewandert, hauptsächlich in Form der Lite-Variante, und in Japan nannte damals rechnerisch etwa ein Fünftel der Landesbevölkerung einen DS sein Eigen. An diesem Punkt rückte die Marktsättigung in greifbare Nähe. Angesichts der nach wie vor erfolgreichen Softwareabsätze für den DS sowie der ebenfalls phänomenal laufenden Wii war das zwar keine Krise für Nintendo – doch lautet die Devise der Märkte bekanntlich: Immer mehr!


Heute wird es um den DSi und den DSi XL gehen. (Bildquelle 1, Bildquelle 2)

Neue Variante soll Verkäufe ankurbeln

Nintendo-Präsident Satoru Iwata aber war zuversichtlich, die unersättliche Gier der Investoren trotz der bald erreichten Marktsättigung zufriedenstellen zu können. Denn am 2. Oktober 2008 kündigte er auf einer großen Pressekonferenz eine weitere Revision an: Den Nintendo DSi. Aufgrund der Möglichkeiten, die die Revision mit ihrer leicht verbesserten Technik sowie neuen Features wie der Kameras ermöglicht, sah Iwata weiteres Wachstumspotenzial im Geschäft mit dem Nintendo DS. „Laut Statistik benutzen in jedem japanischen Haushalt, in dem ein DS verfügbar ist, 2,8 Leute den DS, aber diese Haushalte verfügen im Durchschnitt nur über 1,8 DS-Systeme. Ich hoffe, dass mit dem Erscheinen des DSi die durchschnittliche Zahl an Konsolen sich der durchschnittlichen Zahl an Benutzern pro Haushalt annähert.“

Die Devise lautete also: Nicht ein DS pro Haushalt, sondern einer pro Person. Inwiefern sich Iwatas Strategie bewährte, werden wir später beleuchten. Zunächst einmal möchten wir, nachdem es in Teil 3 unter anderem um die Entstehung der Hardware ging, einen genaueren Blick darauf werfen, wie und warum Nintendo die umfangreichen software-seitigen Funktionen des DSi entwickelt hat.

Des Handhelds neue Features

Während die Hardware äußerlich fast unverändert blieb, konzipierte Nintendo das Hauptmenü des Handhelds von Grund auf neu. Dieses bewährte sich als so langlebig, dass es bis heute im Menü des 3DS fortlebt. Mit der Gestaltung der Benutzeroberfläche war damals das UI-Design-Team von Nintendos Abteilung Software Development & Design (SDD) betraut worden. Viele der Mitwirkenden hatten vorher bereits zur Entstehung des Wii-Menüs beigetragen, sodass dieses einen gewissen Einfluss auf die Konzeption der DSi-Benutzeroberfläche ausübte.

So schick das neue Menü auch sein mag, der eigentliche Star des DSi sind die neuartigen Features, die durch Kamera, SD-Karten-Schacht und ausgebaute Internetfunktion ermöglicht werden. Entsprechend viele Ideen hatten Nintendos Softwareentwickler damals, doch aus Zeitgründen konnten sie nur die wenigsten davon auch umsetzen. Ein Beispiel für eine verworfene Idee ist Videotelefonie, die Nintendo schließlich ein paar Jahre später auf der Wii U umgesetzt hat. Von Anfang an hingegen stand fest, dass auf dem DSi eine umfangreiche Fotosoftware mit Bearbeitungsfiltern und weiteren Spielereien vorinstalliert sein sollte. Der Gedanke dahinter war, dass der DSi kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch auch völlig unabhängig von Videospielen anbieten sollte.

Außerdem entstand der DSi Shop, über den der Nutzer wie schon beim Wii-Shop-Kanal Software aus dem Internet auf seine Konsole herunterladen kann. Über diesen zusätzlichen Distributionskanal plante Nintendo Programme anzubieten, die als Vollpreis-Software im Handel keine Perspektive hätten: „Nur wenige Leute würden im Laden mehrere tausend Yen für Taschenrechner- oder Routenplaner-Software ausgeben und die Karte dann wirklich in ihren DS stecken“, erklärte Iwata. „Aber wenn wir z. B. einen ‚Zelda‘-Taschenrechner, eine ‚Animal Crossing‘-Uhr, Navigationskarten für verschiedene Großstädte, oder eine einfache ‚Tetris‘-Version zu einem geringen Preis als Download anbieten würden? Ich bin mir sicher, dass da ein Bedarf entstehen kann.“ Durch den Download kostenpflichtiger wie auch kostenfreier Software lässt sich der DSi beliebig erweitern und personalisieren, was absolut im Sinne des Konzeptes hinter der Revision war.


Das alte Hauptmenü des DS Lite und das neue des DSi im Direktvergleich

Der DS wird zum Walkman

Eine weitere Kernkomponente des DSi ist der integrierte Musikplayer, in dem man mithilfe des Touchscreens in Echtzeit Tempo und Tonhöhe der Musik ändern kann. Dieses Programm war eine Herzensangelegenheit Shigeru Miyamotos, der ansonsten nur wenig zum DSi-Projekt beitrug. Entsprechend erbost war er, als er herausfand, dass das Programm entgegen früherer Planungen nicht vorinstalliert sein, sondern nachträglich als Download im DSi Shop angeboten werden sollte. Diese Entscheidung jedoch war durchaus verständlich, denn bei der Entstehung der Systemsoftware herrschte großer Zeitdruck. Außerdem sollten Änderungen in letzter Minute tunlichst vermieden werden, damit die Funktionen zum Launch absolut fehlerfrei und stabil laufen. Dennoch konnte Miyamoto in letzter Minute die Integrierung von DSi Music durchbringen.

Die Musikanwendung wurde von Miyamotos EAD-Abteilung entwickelt. Da diese auf innerhalb des Unternehmens bereits existierende Sound-Technologien zurückgriff, gingen die Arbeiten sehr schnell vonstatten. „Wir konnten das alles in so kurzer Zeit umsetzen, weil wir Mitarbeiter aus der ganzen Firma hatten“, wusste Chefentwickler Yusuke Akifusa zu berichten. „Echte Veteranen und Top-Leute aus allen Bereichen haben mitgeholfen.“ So konnten die Multimedia-Funktionen auf dem DSi bereits vorinstalliert vorliegen.

Bowser und Browser in ein- und demselben Gerät

Von den Kamera- und Soundapplikationen erhoffte sich Akifusa, dass diese das Alleinstellungsmerkmal des DSi würden, ähnlich wie es zuvor „Wii Sports“ und „Wii Play“ für die Wii waren. Auch Iwata war auf die Multimedia-Funktionen des DSi sehr stolz. „[E]s ist typisch für Nintendo, dass wir Entwicklungsmöglichkeiten beleuchten, die andere übersehen haben[,] und sie den Benutzern auf eine Art präsentieren, die überraschend und unterhaltsam ist. Ich glaube, beim DSi haben wir diese Eigenschaft von Nintendo voll dargestellt.“

Dabei hatte es ein wichtiges Programm nicht mehr von Haus aus in die DSi-Systemsoftware geschafft: Die Rede ist vom Internetbrowser, den der Nutzer aus dem DSi Shop heruntergeladen musste – dafür allerdings kostenfrei. Auf neueren DSi-Geräten ist der Browser dagegen bereits vorinstalliert. Schon für den alten DS hatte Nintendo in enger Zusammenarbeit mit Opera einen Browser angeboten, der jedoch als kostenpflichtiges Spielmodul erschien und stark ruckelte. Auf dem etwas leistungsfähigeren DSi hingegen sollte der Browser schnell und ruckelfrei reagieren. Dazu tat sich Nintendo erneut mit Opera zusammen, was wieder einen Ausflug einiger Nintendo-Mitarbeiter zum Opera-Hauptsitz in Oslo, Norwegen, bedingte – inklusive horrender Hotelpreise von 607 Euro pro Nacht.

Auch der Musikplayer des DSi ist größtenteils identisch zu jenem des 3DS. Einen deutlichen Nachteil hat DSi Music aber: Es unterstützt keine MP3-, sondern nur AAC-Dateien. (Bildquelle)

Der DSi betritt die Bühne

Die zu Beginn des vorliegenden Berichts erwähnte Problematik der Marktsättigung galt zunächst nur für Japan, denn im Westen lief der DS im Jahre 2008 viel besser: Auf jeden in Japan verkauften DS kamen damals 4,7 Exemplare in Amerika und 6,3 in Europa. Entsprechend erschien der DSi auch als erstes in Japan, nämlich am 1. November 2008 – bloß einen Monat nach der eingangs geschilderten Ankündigung. Die Revision sorgte glücklicherweise tatsächlich zu einem Anstieg der DS-Verkaufszahlen, konnte aber keinen solchen Hype wie zu den Glanzzeiten des Klapp-Handheld erzeugen. Doch dieses Thema stellen wir bis zum nächsten Bericht hinten an, in dem es dann unter anderem um die Verkaufszahlen der DS-Familie gehen wird. Anfang April 2009 jedenfalls erschien der DSi schließlich auch in Europa und Nordamerika.

Keine Verschnaufpause nach dem DSi

Nintendos Handheldingenieure konnten sich auch nach der Veröffentlichung des DSi nicht ausruhen, denn eine weitere DS-Revision wollte entwickelt werden. 2007 hatte das Team bereits an einer vergrößerten Variante des DS Lite gearbeitet, die jedoch auf Eis gelegt wurde (siehe Bericht Nr. 3). Vergessen hat man die Pläne freilich nicht, denn schon am Anfang der Entwicklung des DSi stand fest, dass auch eine größere Version des neuen DS entstehen sollte. Beide Geräte gleichzeitig zu entwickeln, konnte Nintendos RED-Abteilung aber nicht bewerkstelligen, und so begann die Entwicklung des späteren DSi XL unmittelbar nach der Fertigstellung des DSi.

DSi-Projektleiter Masato Kuwahara übernahm die Verantwortung für den späteren DSi XL. Waren beim alten Prototyp des DS Lite XL noch höchstens 3,8-Zoll-Bildschirme möglich, konnten nun 0,4 Zoll größere Displays verbaut werden. Es hatte sich also gelohnt, ein paar Jahre zu warten, denn in der kurzen Zeit hatte sich die Bildschirmtechnik bereits rapide weiterentwickelt. Außerdem ermöglichten die neuen Displays einen breiteren Betrachtungswinkel als bisher. Dadurch fällt es leichter als zuvor, von der Seite auf die Bildschirme des DSi XL zu schauen.


Das Hardwaredesign des ersten Prototypen des DSi XL (unten rechts) war abgesehen von den höheren Proportionen kaum verändert. Zum Vergleich sind ein alter DSi und ein finaler DSi XL abgebildet.

Ein Handheld für den Heimgebrauch

An der Technik und den Spezifikationen des Handhelds sollte sich diesmal aber nichts ändern – die Bildschirmauflösung blieb identisch, weshalb die Bildausgabe auf den großen Displays pixeliger daherkommt. Es handelte sich also um eine bloß äußerliche Revision. Entsprechend sah der erste Prototyp auch nicht viel anders aus als ein gewöhnlicher DSi, dem man Wachstumshormone spendiert hätte. Danach tüftelte das Team weiter am Design. Das Ziel für die Hardware war laut Iwata, „dass die Leute den Nintendo DSi XL im Wohnzimmer oder auf dem Esstisch offen liegen lassen würden.“ Es sollte ein Lifestyle-Produkt werden, an dem man zusammen mit anderen Leuten Spaß haben sollte – darum erwiesen sich auch die vorhin erwähnten größeren Betrachtungswinkel der Displays als sehr praktisch. Es zeigt sich, dass die Designer der RED-Abteilung also eine weitaus elaboriertere Philosophie vor Augen hatten, als einfach einen Riesen-DSi für den schnellen Profit zu entwickeln.

Die Zielsetzung des Teams hatte natürlich noch weitere Auswirkungen auf die Hardware. So etwa wurden etwa die Klappscharniere verfeinert, wie der erfahrene Hardwareproduzent Kazuo Yoneyama berichtete: „Beim Nintendo DSi gibt es nur eine Stopp-Position, bei einem Winkel von ungefähr 155 Grad. Beim Nintendo DSi XL gibt es eine weitere Stopp-Position bei ungefähr 120 Grad.“ Außerdem gestaltete das Team einen zweiten, viel größeren Touchpen, der nicht wie der reguläre Stylus innerhalb des Gehäuses aufbewahrt wird, und somit weiter dem Umstand Rechnung trägt, dass der Maxi-Handheld auf dem Tisch liegend gespielt werden soll. Selbst bis hin in die Wahl der Farben wirkte sich die Philosophie hinter dem DSi XL aus. Um herauszufinden, welche Farben den Leuten gefallen, stellten die Designer in Möbelgeschäften Nachforschungen an und entschieden sich schließlich für Weiß und Dunkelbraun als Gehäusefarben; später kam Weinrot als dritte Farboption hinzu. Dass diese Farbgebungen gezielt ältere Kunden ansprechen sollten, dementierten die Designer nachdrücklich.

Probleme stellen sich in den Weg

Großen Wert legten die Entwickler außerdem auf eine Hochglanz-Oberschale aus mehreren Schichten durchsichtigen Plastiks, die das Gerät hochwertiger wirken lassen sollte. Dieses so trivial scheinende Element der Konsole hat den Ingenieuren sehr viel Arbeit bereitet. Im Laufe der Arbeiten entstanden äußerst viele verschiedene Testexemplare – Hardwaredesigner Masaki Amano zufolge „[s]o viele, dass ich mich nicht mehr an die genaue Zahl erinnern kann. Ich glaube, es waren zwischen zehn- und zwanzigtausend.“ Außerdem bereitete die schicke Oberschale den Designern große Sorgen in Bezug auf die Stabilität des Geräts. Iwata, dem dieses Thema sehr am Herzen lag, sagte: „Wenn sie [die Konsole; Anm. d. Red.] größer wird, wird sie auch schwerer. Und so wird sie dann auch leichter beschädigt, wenn sie auf den Boden fällt.“ Doch die ersten Testexemplare des DSi XL, die im Juni 2009 fertiggestellt wurden, schnitten in Stabilitätstests besser ab als erwartet.

An dieser Stelle mögen sich die RED-Mitarbeiter gedacht haben, dass das aktuelle Projekt im Gegensatz zum DSi reibungslos über die Bühne gehen würde – doch leider sollte es noch anders kommen. Denn als der DSi XL in China in die Massenproduktion gehen sollte, traten große Probleme in der Fertigung auf, insbesondere mit der hübschen Hochglanz-Oberschale. Aufgrund der Komplikationen reisten Yoneyama, Amano und Takaki Fujino, der Hauptverantwortliche für das Hardwaredesign des DSi XL, nach China zu der Fabrik, die mit der Fertigung betraut war. „Der erbitterte Kampf gegen diese Probleme fing ungefähr Mitte Juli an“, berichtete Yoneyama, „und im gesamten August habe ich es nur an einem Tag überhaupt in die Nintendo-Zentrale geschafft!“ Drei lange und harte Monate dauerte es, bis die Probleme überwunden wurden, sodass die Massenproduktion endlich starten konnte.


Diese schematische Skizze zeigt, wie aufwändig der Riesen-Touchpen des DSi XL hergestellt wird.

Ein Riesen-Handheld – Neuland für Nintendo

Was heute im Zeitalter von 3DS XL und New 3DS XL völlig selbstverständlich scheint, war erst vor wenigen Jahren eine völlige Neuheit, denn nie zuvor hatte Nintendo eine vergrößerte Revision einer seiner Konsolen herausgebracht. Das zeigte sich bereits in der tiefgründigen Philosophie hinter dem Gerät, von der wir weiter oben berichteten. Korrespondierend hielten wir auch 2010 in unserem Hardwarereport zum DSi XL fest: „Wer […] ein portables Gerät sucht, um unterwegs spielen zu können, sollte weiterhin zum normalen DSi greifen. Denn die XL-Version ist eher für die gemütlichen Stunden Zuhause gedacht.“

Angesichts dessen verwundert es wenig, dass die Designer des DSi XL sehr unsicher waren, wie das Gerät aufgenommen werden würde, ja, sie waren sogar selbst ursprünglich nicht sehr begeistert von ihrer jüngsten Kreation. „Als wir die Konsole angekündigt haben, gab es bestimmt viele Leute, die dachten: ‚Die haben ja nur eine größere Version gemacht‘“, äußerte Fujino und setzte noch einen drauf: „Und obwohl ich das Design gemacht habe, wollte ich die fertige Konsole nicht unbedingt haben, bis ich die Spielgrafik auf den LCD-Bildschirmen gesehen habe.“ Entsprechendes berichtete auch Projektleiter Kuwahara: „Als uns zum ersten Mal ein Modell der Konsole ohne die LCD-Bildschirme präsentiert wurde, gab es einen Mitarbeiter, der sagte: ‚Das kauf ich auf keinen Fall!‘“, doch die größeren und kräftigeren Bildschirme hätten diesen Kollegen letztlich doch überzeugt. So stellten die Entwickler fest, dass es tatsächlich die größeren Bildschirme sind, die zum Kauf des DSi XL überzeugen.

Taufstreitigkeiten

Bislang haben wir zwar wie selbstverständlich den Namen „DSi XL“ benutzt, doch wie die Revision heißen sollte, war während ihrer Entwicklung ein sehr umstrittenes Thema. Yoneyama wollte das Gerät „Nintendo DSi Deka“ nennen – „dekai“ bedeutet auf Japanisch nämlich „riesig“. Doch es waren noch viele andere Namen im Gespräch, etwa „Nintendo DSi Comfort“, „Nintendo DSi Executive“, „Nintendo DSi Premium“ oder „Nintendo DSi Living“. Von diesem Vorschlägen vermochte keiner ganz zu überzeugen. Durchsetzen konnte sich schließlich der kompakte Namenszusatz „XL“. Diesem wohnte jedoch der Nachteil inne, dass in Japan nicht „XL“, sondern „LL“ gebräuchlich ist. So heißt die Revision in Nintendos Heimatland „DSi LL“ und trägt damit als erste Nintendo-Konsole seit dem SNES weltweit nicht denselben Namen.


DSi und DSi XL im proportionalen Größenvergleich

Das letzte Mitglied der DS-Familie

Nintendo enthüllte den DSi XL/LL Ende Oktober 2009 und veröffentlichte ihn bereits am 21. November in Japan, also etwa ein Jahr nach dem regulären DSi. Im März 2010 kam die Revision schließlich auch in Europa und Nordamerika in den Handel. Mit seinen Maßen von 16,1×9,14×2,12 cm ist das Gerät deutlich größer als der alte DSi mit seinen 13,7×7,49×1,89 cm, wiegt aber auch 30 Prozent mehr. Dafür hält der Akku wieder etwa länger aus.

Mit der Veröffentlichung des DSi XL stieß Nintendo natürlich den bisherigen Käufern eines alten DSi vor den Kopf. Außerdem war klar, dass sich der Marktzyklus der ursprünglich 2004 eingeführten Plattform langsam dem Ende zuneigte. Im März 2010 – also zur Zeit, als der DSi XL erst im Westen erschien – kündigte Nintendo nach langen Spekulationen und vielen Gerüchten außerdem offiziell den Nachfolger des Nintendo DS an, der bereits ein Jahr später auf den Markt kam. Der Nintendo 3DS führte das bewährte Konsolenkonzept fort, grenzte sich aber durch neue Features und eine viel stärkere Technik deutlich von der DS-Familie ab. So begann mit dem 3DS nach sieben Jahren eine neue Handheldgeneration.

Nach der Einführung des DSi XL wurde also das Kapitel „Nintendo DS“ langsam zugeschlagen. Im nächsten und letzten Teil unseres DS-Reports möchten wir ein abschließendes Resümee geben und uns ausführlich mit den Verkaufszahlen, Erfolgen und Spielen des Nintendo DS und seiner Revisionen beschäftigen.

Quellen: Iwata fragt: Nintendo DSi; Osamu Inoue: Nintendo Magic, New York 2010, S. 12–20, 182; Iwata fragt: Nintendo DSi XL; von diesen Quellen stammen auch die eingebundenen Zitate.


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Bisher gibt es vier Kommentare

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  • Avatar von Garo
    Garo 06.02.2017, 12:56
    Zitat Zitat von Balki Beitrag anzeigen
    Der XL also zu groß als typischer Handheld? Und nun kommen sie mit Switch an.^^
    Switch ist kein Handheld, ein typischer schon gar nicht.
  • Avatar von Balki
    Balki 05.02.2017, 21:40
    Der XL also zu groß als typischer Handheld? Und nun kommen sie mit Switch an.^^
  • Avatar von crank
    crank 05.02.2017, 10:17
    Wieder einmal ein sehr schöner Bericht. Es macht immer wieder spass einen genaueren Einblick hinter die Kulissen zu bekommen.

    Ich habe die DS Ära nicht so miterlebt, da ich keinen DS besaß und auch nie das Bedürfnis dazu hatte, mit einen zu besorgen. Heute sieht es aber ganz anders aus. Ich besitze einen New 3DS XL und spiele mittlerweile mehr unterwegs als auf der Heimkonsole.
    Deshalb freue ich mich um so mehr auf die Nintendi Switch.
  • Avatar von McGloomy
    McGloomy 05.02.2017, 09:05
    Wieder mal ein sehr lesenswerter und informativer Bericht!

    Ich hatte den DSi XL auf der Buchmesse in Leipzig mal in den Händen und auf mich wirkte er tatsächlich wie ein "Rentner-Handheld", was natürlich besonders an der etwas altbackenen Farbgebung lag. Kein Wunder, dass da ein Möbelgeschäft seine Finger im Spiel hatte... Ich hatte die Bildschirme auch eher etwas verwaschen als pixelig in Erinnerung.

    (Mit meinem 3DS XL bin ich heutzutage aber sehr zufrieden - da kann ich auch im Zug spielen, ohne das Gefühl zu haben, ein Couch-Tisch-Accessoire mit mir rumzutragen. ^^')