Rollenspiele über Rollenspiele erscheinen aus dem Hause Square Enix derzeit für den Nintendo DS oder werden für eben selbigen angekündigt. Gespannt wartet man auf neues Bildmaterial zu Kingdom Hearts, Dragon Quest Monsters IV und IX und Valkyrie Profile DS und spielt so lange schon einmal die beiden (neuen) Final Fantasy-Titel. Um die Wartezeit zusätzlich zu verkürzen, hat Square Enix nun über KochMedia außerdem Dragon Quest Monsters: Joker veröffentlicht, das wir uns hier mal etwas genauer anschauen.

Geschichte


Das Mau-Mau-Archipel ist der Austragungsort der weltberühmten und alljährlichen Monsterscout-Meisterschaft. Der Sohn des Leiters der verdeckt ermittelnden zwielichtigen Organisation S.K.A.T. möchte in diesem Jahr ebenfalls an dem Turnier teilnehmen. Doch nur unter der Bedingung, dass er als Spion am Wettkampf teilnimmt und die Anweisungen seines Vaters direkt ausführt, darf er sich auf den Weg machen. Ob Herz (frei Vornamenwahl) Trumpf (Vorgabe des Spiels) mit diesem Arrangement leben kann...?

Dragon Quest Pokémon


Zu Beginn des Abenteuers hat man ebenso wie in den Pokémon-Spielen die Wahl aus einem von drei Monsterarten. Die Entscheidung verliert allerdings dadurch ihren Witz, dass man auf der ersten Insel des Mau-Mau-Archipels alle drei Monsterarten werben kann. Ein Austausch zwischen zwei Modulen ist demnach nicht erforderlich. Werben heißt in diesem Fall übrigens, dass alle im Team befindlichen Monster im Kampfmodus einmal auf das gegnerische Monster einschlagen ohne das dieses Schaden erleidet. Die summierten Angriffe ergeben beim Gegenüber einen prozentualen Wert, der anzeigt wie beeindruckt der Gegner von den Angriffen ist. Je höher dieser Wert, desto eher schließt sich das Monster dem eigenen Team an. Und damit haben wir auch schon den ersten von drei zentralen Punkten des Spiels erreicht – dem Werben von immer neuen Monsterarten.

Der zweite zentrale Punkt des Spiels sind die rundenbasierten Kämpfe. Kommt man auf den Inseln, gewollt oder ungewollt, mit einem Monster in Berührung, wechselt das Spielgeschehen in den Kampfmodus. Nun kann man für jedes Teammitglied bestimmen welchen Angriff man gegen welches Monster ausführen möchte. Für jeden gewonnen Kampf bekommen die eigenen Monster Erfahrungspunkte, wodurch sie nach und nach Stufen aufsteigen, neue Angriffstechniken erlernen und sich gegen noch stärkere Monster beweisen können. Auch Herz Trumpf kann mit der Zeit bestimmte Fähigkeiten und Zaubersprüche erlernen und dann aktiv in die Kämpfe eingreifen.

Catch’em all


Über 200 Monsterarten existieren im Spiel, die in die fünf Kategorien Schleim, Drachen, Natur, Bestien und Material unterteilt sind. Eine einfachere und übersichtlichere Einordnung als die unzähligen Kategorien in den Pokémon-Spielen. Natürlich sind bestimmte Kategorien dominant gegenüber anderen Kategorien, ähnlich der Dominanz Wasser gegenüber Feuer. Jedes gefangene Monster wird in der Monsterbibliothek aufgelistet und kann ähnlich dem Pokédex noch einmal etwas genauer betrachtet werden.

Create-A-Monster


Der letzte zentrale Punkt ist die Erschaffung neuer Monsterarten über die Monstersynthese an Scout-Standorten (ähnlich den Pokémoncentern). Kombiniert man zwei der eigenen Monster mit einer entgegengesetzten elektrischen Ladung (positiv und negativ bzw. neutral und neutral) um ein noch stärkeres Monster zu erschaffen. Die gewünschten Monster müssen dabei allerdings mindestens die Stufe 10 erreicht haben. Das Ganze ist wirklich sehr gut gelungen und hebt den Titel etwas aus der Masse hervor. Wer möchte kann per drahtloser Datenübertragung auch seine Monster gegen die eines Freundes antreten lassen oder die neuen Kreationen tauschen. Vorausgesetzt beide haben einen eigenen DS und ein eigenes Spielmodul. Über die Wi-Fi Connection kann man außerdem am Wildcard World Cup mit integrierter Rangliste teilnehmen.

Technik


Optisch fallen die größeren Charaktere im Vergleich zu Final Fantasy XII: Revenant Wings auf. Durch die größere Darstellung geht die Übersicht beim Spielen allerdings etwas verloren und die Charaktere und Monster sind kantig. Von Einfallsreichtum spricht dagegen die Vielzahl an unterschiedlichen Monsterarten. Mumien, Paprika am Spieß, Ein-Augen-Würmer, rosa Drachen, Zombiebäume und Vampirfledermäuse sind nur einige der über 200 Monsterarten aus dem Zeichenblock von Dragonball-Schöpfer Akira Toriyama. Leider sticht der Einfallsreichtum bei den Kämpfen allerdings nur bedingt hervor, da in eben selbigen wieder eine distanziertere Kameraperspektive gewählt wurde. Akustisch wird man knapp einen Monat nach dem Release von Final Fantasy XII – Revenant Wings enttäuscht. Zwar laufen die Melodien ungezwungen und melancholisch im Hintergrund ab, die epischen Klänge des Konkurrenten aus eigenem Hause erreicht man allerdings nicht.