„Prince of Persia“ ist nicht erst seit einigen Jahren ein Name, der Videospielerherzen höher schlagen lässt. Bereits 1989 bestritt der persische Prinz seine ersten Abenteuer auf dem Apple II, woraufhin fünf Jahre später ein direkter Nachfolger veröffentlicht wurde. Es verging ein halbes Jahrzehnt, bis die Serie endlich die dritte Dimension erreichte. Aufgrund von Geldproblemen wurde der erste 3D-Ableger jedoch zu früh veröffentlicht, weswegen vor allem die unzähligen Fehler den Spielspaß verdorben haben. 2003 schnappte sich Ubisoft die Lizenz und setzte das kanadische Studio in Montreal an einen würdigen Nachfolger. „Sands of Time“ verkaufte sich schließlich so gut, dass aus dem Spiel sogar eine Trilogie wurde, die von Lob und Schwärmereien nur so überhäuft wurde.

Ein neuer Anfang


Nach Abschluss des Dreiteilers versuchte sich der französische Vertrieb erneut an einer Frischzellenkur. Das neue „Prince of Persia“ fällt vor allem durch seinen märchenhaften Grafik-Stil auf, eine Umsetzung für die Wii stand aber nicht zuletzt deswegen außer Frage. Dafür bekommen Handheldzocker mit „Prince of Persia: The Fallen King“ auf dem DS eine exklusive Episode, die den Spieler durch die Geschichte vom Prinzen und dem Magier Zal führt. Die beiden ungewöhnlichen Gestalten treffen sich in einem verlassenen Königreich in der Wüste. Der Gott des Chaos hatte zuvor eine mysteriöse schwarze Flüssigkeit in der Welt verteilt. Daraufhin versucht das ungleiche Duo nach einiger Annäherungszeit, einen Weg zu finden, um den Chaos-Gott mit dem Namen Ahriman zu stoppen und die Dunkelheit gleichzeitig zu vertreiben.

Unterwegs in Persien


Anders als die letzten Persia-Ausflüge wird „The Fallen King“ nicht aus der Verfolgerperspektive, sondern aus der Seitenansicht gespielt. Die Entwickler orientierten sich nämlich wieder an den Ursprüngen der Serie und so hüpft und kämpft man sich durch Ruinen, Dschungel-Gegenden, einen Hafenort und Wüstenlandschaften. Im Vordergrund steht ganz klar das akrobatische Geschick des Prinzen, das für das Erreichen des Stufenendes vorausgesetzt wird. Wie in den alten Teilen muss man durch das richtige Timing gefährlichen Kreissägen entkommen, über Absprünge hüpfen und das ein oder andere Rätsel lösen.

Gerade bei den Denkaufgaben kommen einem die besonderen Fähigkeiten vom Magier Zal zu Gute. Dessen untere Körperhälfte besteht nämlich komplett aus dunkler Substanz und verfügt deshalb über einige spezielle Zaubersprüche. So muss er beispielsweise Plattformen in einer bestimmten Reihenfolge bewegen, damit der Prinz es über einen Abgrund schafft, Oberflächen erstarren lassen oder Schalter durch eine Art Lichtkugel beschießen.

Der Spielverlauf birgt dank des alten Prinzips aber auch viele Frustmomente. Es gibt zahlreiche Stellen im Spiel, die man etliche Male proben muss, damit sie endlich funktionieren. Glücklicherweise befinden sich relativ viele Checkpoints in den insgesamt knapp 50 Stufen, weshalb das Ableben nicht allzu große Folgen mit sich bringt. Nach jeder Welt müssen die beiden übrigens noch gegen einen Endgegner antreten, der meist die dreifache Größe hat und nur mit einer eigenen Taktik zu besiegen ist. Das Angriffsmuster dieser Gegner wechselt nach den ersten eingesteckten Schlägen und man muss wieder eine neue Strategie entwerfen, was zusätzliche Spannung ins Spiel bringt.

Eine gelungene Steuerung?


Hat sich der Spielverlauf bisher recht altbacken angehört, wird spätestens mit der Steuerung viel Neues geboten. Denn „The Fallen King“ benutzt zum Kontrollieren fast komplett den Touchscreen des Nintendo DS, einzig Zals Magie-Aktionen werden durch Knopfdruck aktiviert. In den zweidimensionalen Level folgt der Prinz den Stylus-Bewegungen. Befindet er sich also vor einem Abgrund, genügt einfaches Antippen der gegenüberliegenden Kante und schon springt der Held zur anderen Seite. Nicht anders wird es in den Kämpfen gehandhabt. Erscheint ein Gegner, berührt man diesen kurz und schon zückt der Spieler das Schwert und greift an. Die Steuerung funktioniert bis auf wenige Ausnahmen hervorragend. Besonders nervig ist es beispielsweise, wenn man eigentlich von einer Plattform springen wollte, die Figur sich aber viel lieber an derselben Plattform festhält. Zum Glück treten solche Situation äußerst selten auf, was den Nerv-Faktor im Erträglichen Bereich hält. Desweiteren bewahrheitet sich die Redewendung „Weniger ist mehr!“ auch hier wieder. Wer hastig ist und zu viel auf dem Bildschirm herumtippt, wird bestraft. Gezielte Berührungen dagegen führen oftmals schneller und mit weniger Ärger ans Ziel.

Technik


Grafisch war bei der Ankündigung des Titels von einer Umsetzung des Stils der aktuellen Heimkonsolen-Variante die Rede, herausgekommen ist ein Prinz im Knuddellook. Die verschiedenen Stufen werden, wie bereits erwähnt, von der Seite dargestellt, die Areale sind jedoch in schicker 3D-Optik gestaltet. Von der Ferne sehen besonders die Texturen hervorragend aus, sobald die Kamera bei wichtigen Sequenzen jedoch näher ins Geschehen fährt, erkennt man deren Macken. So schön die Grafik allerdings aussieht, von den groben Schnitzern kann sie nicht ablenken. Sobald sich nämlich mehr als nur der Held und Zal auf dem Bildschirm befinden, sinkt die Framerate merklich. Auch bei Stürzen fallen die Einbrüche der Bildwiederholrate stark auf.

Der Sound kann da vieles gutmachen, denn er untermalt das Geschehen mit typischen Klängen, die jederzeit passend und atmosphärisch sind. Auf eine Sprachausgabe wurde trotz der technischen Fähigkeiten wieder einmal verzichtet, das niedrige Dialogaufkommen lässt dies aber noch einigermaßen verschmerzen.