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Mario + Rabbids Kingdom Battle

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Mario + Rabbids Kingdom Battle

Als Ubisoft auf der vergangenen E3 „Mario + Rabbids Kingdom Battle” vorstellte, waren die Reaktionen danach erstaunlich positiv. Auch wir waren von dem Titel auf dem Post E3-Event von Nintendo im Juni angetan. Jetzt durften wir eine weitere Preview-Version anspielen und weit mehr vom Spiel sehen als zuvor. Ob wir uns auf die Veröffentlichung am 29. August freuen, zeigt die folgende Preview.

Ein verrücktes Pilz-Königreich

In unserer knapp dreistündigen Session fing alles ganz harmlos an. Die Hasen haben mit ihrer Zeitmaschine, die eine Waschmaschine ist, das Pilz-Königreich gefunden und gleich alles auf den Kopf gestellt. Jedoch gibt es auch Hasen, die nicht aggressiv gleich alles angreifen. Warum genau manche Hasen aber mit und andere gegen Mario kämpfen, wollte man uns noch nicht sagen. Aber wir können ganz sicher sein, dass das Spiel mit Herzblut gemacht ist und vor Kreativität nur so sprudelt. Der Humor der Hasen, der sonst einfach nur dämlich laut war, ist hier viel differenzierter und besser eingesetzt als je zuvor. Man ist von den Schreihälsen nicht mehr gestört, sondern findet sie teilweise sogar echt charmant.

Gerade in den Cinematics, in denen auch ein wenig Sprachausgabe, zumindest für die Charaktere, die nicht von Nintendo sind, vorkommt, ist Charme groß geschrieben. Dabei verlieren aber Mario, Luigi, Peach, Yoshi und Co. niemals ihren gewohnten Charakter. Da kann man das Team bei Ubisoft echt nur loben, dass sie den gewaltigen Drahtseilakt zwischen den komplett verschiedenen Welten so gut hinbekommen haben. Man hat einfach nie das Gefühl, dass die Kooperation aufgezwungen wirkt. Schon ab der ersten Minute ist man verzaubert und akzeptiert die Mischung.

Unerwartete Spieltiefe

Spielerisch überrascht das Spiel auch positiv. Der „XCOM“-artige Strategie-Titel findet typisch rundenbasierend statt und hat eine erstaunliche Tiefe. Zunächst kann man sich die Stati-Werte aller Feinde anschauen und einen Überblick über das Feld verschaffen. Durch die Röhren, verschiedene Höhen-Lagen und die absolut wichtigen Deckungen, die auch zerschossen werden müssen, kommt bereits am Anfang einiges an Taktik auf.

Aber wenn es dann zum Angriff geht, wird das Spiel wirklich vielschichtig. Jeder Charaktere unterscheidet sich grundsätzlich in den drei Bereichen Bewegung, Angriff und Skill. Ersteres bestimmt nicht nur, wie weit man laufen kann, sondern auch, wie oft man auf Gegner springen oder diese tacklen kann. Der Angriff ist ebenfalls abhängig vom Charakter und variiert im Nahkampf oder Fernkampf mit jeweils anderen Spezialeffekten, die Gegner wegstoßen, erblinden oder am Boden festkleben lassen. Zu guter Letzt kann man jede Runde einen Skill verwenden, der entweder dem Team einen Bonus verschafft, wie mehr Schaden, oder den eigenen Charakter zum Beispiel schützt. Gerade die Kombination daraus ist das, was das Spiel so vielschichtig macht, denn man kann mit dem ausgewählten Team, das immer aus drei Charakteren besteht, so viele verschiedene Taktiken und Kombinationen auswählen. Dadurch bleibt man als Spieler auch immer am Ball und wechselt stets das Team durch, da man für die verschiedensten Situationen und Taktiken vorbereitet sein sollte. Wer nur bei einem Team bleibt, der könnte zwar durch das Spiel kommen, verpasst aber einiges von der Spieltiefe, die insgesamt geboten wird.

Knackig

Damit kommen wir auch zu einem der Knackpunkte, denn so niedlich das Spiel auch aussieht, sein wahres Gesicht kann manchmal ganz fies und böse sein. Während die ersten Missionen noch ganz sanft aber durchaus fordernd einen in das Spiel eingeführt haben, so war der zweite Abschnitt, den wir spielen durften,  eine wirklich harte Nuss. Zum Glück gibt es dafür aber einen Easy-Modus, den man vor jedem Kampf-Abschnitt einfach auswählen kann. In diesem bekommt man keine Strafe oder verliert irgendwas, sondern gewinnt nur fünfzig Prozent an Leben dazu. Man muss sich also nicht schämen, wenn man dann doch einmal auf den einfachen Modus umschaltet, zumal man diesen immer ganz frei vor jedem Kampf auswählen kann. Die Session endete dann übrigens mit einem Bosskampf, über den wir nicht allzu viel an dieser Stelle sagen wollen, da wir die Überraschung nicht vermiesen möchten, aber das Nostalgiker-Herz eines jeden Fans von Videospielen aus der N64-Ära wird höher schlagen.

Auch zu zweit ein Hit?

Wenn man aber auch mal nicht alleine kämpfen kann, dann geht es in den lokalen Coop-Mehrspielermodus für zwei Leute. Dieser ist zwar leider vom Einzelspieler abgekoppelt, aber das sollte den Spaß nicht mindern. In eigens dafür gebauten Maps muss man eine bestimmte Anzahl an Gegner besiegen. Dafür kann sich jeder Spieler zunächst zwei Charaktere auswählen und bildet mit diesen ein Team, das nacheinander agiert. Nur mit einer guten Absprache zwischen den Spielern wird es möglich sein, die doch teils kniffligen Missionen zu meistern. Leider konnten wir aufgrund von Zeitmangel nur bei anderen in den Coop-Modus mit reinschauen, aber bereits da sah es auf jeden Fall nach einem tollen Modus für zwischendurch aus.

Abgerundet durch Erkundung

Auch außerhalb von Kämpfen findet viel statt, was nicht nur für Abwechslung sorgt, sondern auch das verrückte Pilzkönigreich näher erkunden lässt. Man findet dabei heraus, welchen Schabernack die Hasen dort reiben, und stößt hin und wieder auch auf Artworks, Charakter-Modelle und mehr. Das ist zwar nur eine kleine Randnotiz, hilft aber enorm dabei, die Welt um das Spiel drum herum aufzubauen. Abseits des Kampfes kann man auch noch verschiedene Waffen kaufen, die alle individuell für die acht Charaktere gedacht sind, sowie in Skill-Trees die Fertigkeiten verbessern. Dadurch bekommt man wieder noch mehr Tiefe geboten, die man zunächst nicht erwartet hätte.

Tadellose Präsentation

Was uns auch noch positiv aufgefallen ist, ist die Präsentation. Während wir vor einigen Wochen noch Ruckler beklagten, bekamen wir jetzt eine wunderschöne Präsentation ohne Makel geboten, die die Polierung eines Nintendo-Spiels aufgewiesen hat. Dazu stoßt ein wundervoller Soundtrack von Grant Kirkhope, dessen Stil man zwar mal wieder ganz klar erkennen kann, aber von dem man gewohnt gut unterhalten wird. Vor allem die Neuinterpretationen einiger Musik-Stücke, die mit den schnellen, etwas chaotischen „Rabbids”-Tönen vermischt werden, sind fantastisch. Zudem hatten wir ein kleines Highlight, das wir hier nicht verraten werden, aber auch hier schlägt das Nostalgiker-Herz unerwartet höher.

Weiterführende Links: Forum-Thread

Ersteindruck & Fazit

„Mario + Rabbids Kingdom Battle“ ist zwar vielleicht immer noch eine merkwürdige Mischung, aber das erneute Anspielen hat einfach bestätigt, warum man sich darauf freuen sollte. Es ist ein charmantes Spiel mit so viel Herz, das so auch von Nintendo hätte stammen können. Hier sollte wirklich jeder „Mario“-Fan voll auf seine Kosten kommen, selbst wenn man die brüllenden Hasen vorher nicht mochte. Abgerundet wird der Spaß durch strategische Kämpfe, die einen wunderbar in das Genre einführen.

Bisher gibt es zwei Kommentare

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  • Avatar von TheMcMaster1999
    TheMcMaster1999 12.08.2017, 16:07
    Ich dacht anfangs auch nicht, dass das Game echt so komplex wird, vor allem in den Kämpfen, wird wohl echt ein sehr gutes Spiel werden.
  • Avatar von AnubiZ
    AnubiZ 01.08.2017, 18:59
    Klingt sehr gut und vielversprechend. Ich hatte bis dato noch gar keinen Kontakt mit den Hasen, fand das gezeigte Material von Mario und rabbits aber äußerst sympathisch, chaotisch verspielt und lustig. Ergo mich hat es angesprochen und ich denke, ich werde da mal reinschauen. Strategie ist nicht mein Favorit als Genre, aber das verspricht einfach tolle Unterhaltung. Die Preview bestätigt, dass der Titel ausgereift ist und man nicht einfach zwei Universen verbindet und hofft, dass das für Verkaufszahlen ausreicht.