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Nintendo Labo: Multi-Set

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Bericht vom Labo-Workshop: Spielen mit Nintendo Labo

Mit Nintendo Labo hat der Traditionshersteller Nintendo wieder einmal für eine komplette Überraschung gesorgt. Auf dem Workshop in Hamburg durften wir jetzt mit den Pappkreationen basteln, entdecken aber vor allem auch spielen.

Ein kreatives RC-Auto

Das „Nintendo Labo Multi-Set“ besteht gleich aus fünf verschiedenen Papp-Gegenständen. Dazu gehören das Klavier, der RC Racer, das Motorrad, die Angel sowie das Haus. Beim Spielen bietet jeder Gegenstand ein ganz eigenes Minispiel und eigene Arten, sie zu spielen. Gerade zu Beginn ist es total faszinierend, wenn man die Sachen greift und anfängt damit zu spielen. Den Anfang machte bei uns der RC Racer. Hier werden die Joy-Con an jeder Seite in eine Halterung gesteckt und über die Konsole selbst kann man dann die Vibration steuern. Dadurch bewegt sich die Pappe wie durch Zauber über den Boden. Kleinere Spielereien, wie ein Bild durch die Infrarot-Kamera, das auch zu einem Pseudo-Wärmebild gewechselt werden kann, oder die Variation der Frequenz mit der vibriert werden soll, sind ebenfalls möglich. Hier erlebt man auch den ersten Moment bei dem die eigene Kreativität angezapft wird. Denn mehr als das liefert Nintendo von Haus aus nicht. Ab dem Punkt kann man sich eigene Spiele überlegen. Als Vorgaben gab es für uns zum Beispiel schon einen Parcours, den man durchqueren musste, sowie ein Sumo-Kampf. Der RC-Racer ist auch in der Toy-Con-Werkstatt für die richtig Kreativen ein mächtiges Tool.

Musikalische Pappe

Der zweite Gegenstand ist das Klavier. Schon etwas komplexer im Aufbau funktioniert dieses über die Infrarot-Kamera im rechten Joy-Con. Diese erkennt die Position der Tasten, indem ein reflektierender Streifen durch Druck auf die Tasten sichtbar gemacht wird. Rein spielerisch war, zumindest für diesen Workshop, das Klavier verhältnismäßig wenig spannend. Das Klavier kann aber nicht nur einfach als normales Instrument verwendet werden. Denn per Papp-Knopf können Töne aufgenommen und abgespielt werden. Ein weiterer Klappschalter stellt die Höhe der Noten ein. Das Highlight sind aber die Drehknöpfe, die ebenfalls über reflektierende Oberflächen verfügen. Damit kann man andere Töne spielen und aus einem Klavier wird plötzlich ein Männerchor oder ein Katzengejammer. Das ist für echte Musiker nichts aber als Spielerei schon ganz witzig. Kleines Manko waren die Tasten selbst, denn diese sind doch arg wacklig und können manchmal auch doppelt erkannt werden. Aber das kann man bei einem Klavier aus Pappe verkraften. Das Studio, indem man eigene Tracks basteln kann, haben wir noch nicht ausprobieren können aber wir sind uns sicher, dass musikalisch Begabte daran sehr viel Spaß haben werden.

Wer bremst, verliert

Weiter ging es mit dem Motorrad. Dieses setzt voll auf die Gyro-Sensoren der Joy-Con und der Konsole selbst. Das Lenkrad legt man sich dabei auf die Beine und drückt es leicht gegen den Bauch. Über Dreh-Bewegungen der rechten Seite gibt man Gas, der rechte Knopf startet den Motor, der linke aktiviert die Hupe und eine Papp-Bremse macht genau das, was der Name schon sagt. Gelenkt wird intuitiv durch Bewegung des Lenkrads. Durch Neigung des Lenkrads oder einem Drift durch gekonntes Bremsen und Gas geben lehnt man sich sogar in die Kurve. An Inhalt bietet das Spiel vorgegeben neun Strecken in drei Grand Prixs. Dabei kann man eine der drei Tempo-Klassen und die Anzahl der Runden, die man drehen möchte, bestimmen. Das Rennspiel selbst ist trotz der äußeren Umstände recht typisch und nach kurzer Zeit hat man auch alles gesehen. Ein wenig für Abwechslung sorgt der Strecken-Editor, mit dem man seine ganz eigene Strecke kreiert, indem man sie fährt. Durch Neigung des Lenkrads nach oben kann man auch die Höhe der Strecke bestimmen. Es ist eine sehr einfache Art, um schnell neue Kurse zu erschaffen, leider kann man nur drei gleichzeitig davon speichern. Es soll auch noch andere Wege geben, um Kurse zu kreieren. Diese konnten wir aber noch nicht ausprobieren.

Abtauchen ins Papp-Riff

Sehr ähnlich zum Motorrad funktioniert auch die Angel. Durch Neigen und Drehen der Controller kann man die Rute steuern. In einem digitalen Riff gilt es nach der Bastelei verschiedene Fische zu Angeln. Das Ganze bereitet schon einiges an Spaß und beinhaltet auch kleinere Geheimnisse. Zum Beispiel kann man kleine Fische als Köder verwenden, um größere zu angeln. Wer gerne digital Fische aus dem Meer zieht, der wird auch hier seinen Spaßhaben, was vor allem an der Haptik liegt. Durch Vibration fühlt es sich wirklich so an, als sei ein Fisch am Haken und durch die Box, in der die Konsole liegt, sieht es fast so aus, als würde der Faden in die Konsole abtauchen. Am Ende ist dieser zwar nur Schau aber es ist ein wirklich guter Effekt, der dadurch erzeugt wird. Es gibt auch noch ein Aquarium aber dieses konnten wir uns aus Zeitmangel leider nicht anschauen.

Auf Bonbon-Suche

Den meisten Spielspaß für kurze Zeit bietet aber das Haus. Dieses funktioniert wie im Piano über reflektierende Streifen sowie Knöpfe, die man an drei Punkten einsetzen kann. In dem Papp-Haus wohnt ein verfressenes Tierchen, das mit Bonbons gefüttert werden möchte. Dafür muss man die Drehknöpfe einsetzen und verwenden. Dabei löst jede Kombination und die Anzahl der eingesetzten Knöpfe ein anderes Minispiel aus. Diese sind meist recht simpel und können zum Beispiel eine abgewandelte Art von Bowling sein oder ein kleines Loren-Minispiel, in dem man geschickt verschiedenen Gefahren ausweicht und Kristalle einsammelt. Gelingt ein Minispiel, dann bekommt man ein Bonbon über das sich das Tier überaus freut und passend dazu die Farbe seines Fells wechselt. Die Anzahl der bereitgestellten Minispiele ist natürlich nicht besonders hoch und auch die Länge sowie Komplexität macht nicht viel her, aber es ist einfach unglaublich motivierend, alle Kombinationen herauszufinden sowie das Tierchen bei seiner Suche nach Bonbons zu begleiten.

Der Papp-Roboter rettet den Tag

Visuell am meisten hervorstechend, ist natürlich der Roboter. Als einzelnes Set beinhaltet dieser knapp zwanzig Schablonen und viele große Teile. Wir konnten während des Workshops diesen nicht selbst zusammenbauen aber immerhin damit spielen. Doch bevor wir fünf Minuten lang eine Stadt zerstören durften, mussten wir erst einmal zum Roboter werden. Dafür haben wir zunächst den Visor über den Kopf gezogen mit dem man zwischen der Verfolger- und der Ego-Perspektive wechselt, da der linke Joy-Con mit seinen Bewegungssensoren merkt, in welcher Stellung er ist. Danach geht es an den Rucksack, den man auch wie einen solchen auf seinen Rucken schnallt. Darin befinden sich kleine Gewichte, die einen reflektierenden Streifen haben, die von der Infrarot-Kamera erfasst werden. Je nachdem, wie hoch sie gezogen sind, weiß die Konsole, wann ein Schlag oder ein Tritt vollzogen ist. Dazu hält man in den Händen sowie um die Füße geschnallt Vorrichtungen, mit denen man das Gewicht an den Seilen nach oben zieht. Es ist schon sehr clever gemacht, wie das alles funktioniert, im eigentlichen Spiel machen sich dann aber einige Eigenheiten bemerkbar.

Um zu lenken muss man nur den Kopf neigen und nicht den Kopf oder den Körper drehen. Auch die Hände können nicht nach links oder rechts schlagen, was sich sehr merkwürdig und einschränkend anfühlt. Auch die Höhenunterschiede, um als Panzer zu fahren, oder die ausgestreckten Arme, um zu fliegen, fühlten sich nicht immer perfekt an. Man merkt, dass die Technik hier an Grenzen stößt und man sich ihr erst einmal anpassen muss, um herauszufinden, was genau funktioniert. Trotzdem macht es schon Spaß als Roboter für Unordnung zu sorgen. Auch wenn wir den Mehrspieler sowie die Prüfungen nicht ausprobieren konnten, sind wir uns sicher, dass beim Roboter das Bauen und Entdecken im Vordergrund stehen wird. Aber für Kinder ist es eine geniale Spielerei, um als Papp-Roboter durch eine Stadt zu stampfen.

Weiterführende Links: Forum-Thread

Ersteindruck & Fazit

Auch wenn wir die vorgegebenen Spielarten für die Toy-Con nur für kurze Zeit ausprobieren konnten, haben wir trotzdem gemerkt, dass der spielerische Inhalt etwas mau ausfallen könnte. Aber das ist auch gar nicht das Hauptaugenmerk von Nintendo Labo. Es geht viel mehr darum, die Kreativität der Spieler zu wecken. Das schafft der spielerische Teil alleine zwar nicht wirklich, aber in Verbindung mit den anderen Bestandteilen wie etwa der Toy-Con Werkstatt könnte Nintendo Labo zu einer wichtigen Plattform für Switch abseits der Core Gamer werden.
Weitere Infos im Hub

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Basteln, Spielen und Entdecken

Bisher gibt es zwei Kommentare

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  • Avatar von Verwirrter
    Verwirrter 17.03.2018, 19:57
    Zitat Zitat von Cleese Beitrag anzeigen
    Aber irgendwie erinnert es mich am Ende doch etwas an Wii Music.
    Zumindest der Schlagzeug-Unterricht war in "Wii Music" ziemlich gelungen.
  • Avatar von Cleese
    Cleese 17.03.2018, 19:38
    Klingt ja quasi so, als könnte es etwas werden. Aber irgendwie erinnert es mich am Ende doch etwas an Wii Music.