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Nintendo Labo: Multi-Set

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Bericht vom Nintendo Labo Workshop: Das Vergnügen kommt schon beim Basteln

Bauen, Spielen und Entdecken. Unter diesen drei Gesichtspunkten hat Nintendo uns in Hamburg die Chance gegeben „Nintendo Labo“ ausführlich auszuprobieren. Richten sich die simplen Spiele eher an Kinder, könnten Erwachsene und insbesondere Eltern Spaß am Basteln finden.

Zwanzig Minuten bis zum ersten Erfolgserlebnis

Wer mit „Nintendo Labo“ spielen und etwa mit dem Motorrad über die Piste heizen oder als Roboter Hochhäuser einreißen möchte, kommt nicht darum herum zunächst die als Toy-Con bezeichneten Bastelsets zusammenzusetzen. Als elementarer Bestandteil von „Nintendo Labo“ diente dies auch als Einstiegspunkt für den von Nintendo veranstalteten Workshop. Gemeinsam an einem runden Tisch galt es zunächst mit dem RC-Auto das simpelste Toy-Con zusammenzusetzen. Gerade einmal zwanzig Minuten dauerte es bis das kleine Papp-Gefährt per Vibration der Joy-Con über den Tisch huschte und mit der Nintendo Switch gesteuert werden konnte. Mit Edding, Kleber und Schere bewaffnet, ließen sich die RC-Autos auch wunderbar verzieren. Gerade Kinder dürften ihren Spaß daran finden, ihre Bastelarbeiten individuell zu gestalten.

Durch Verzierungen wird jedes RC-Auto zum Unikat

Bastelanleitung aus dem 21. Jahrhundert

Dass dies so problemlos möglich ist, liegt vor allem an den detailreichen und leicht verständlich gestalteten Anleitungen, die auf dem Bildschirm der Nintendo Switch angezeigt werden. So ist direkt erkenntlich welche Teile benötigt werden und aus der vorgestanzten Pappe entfernt werden müssen. Zudem kann man einfach per Touchscreen oder wahlweise mit dem Controller zwischen den einzelnen Schritten vor- und zurückspulen. Ist beispielsweise unklar welche Kante gefaltet werden muss, bewegt man das 3D-Modell, um es aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Wer sich noch an problematische LEGO-Anleitungen mit unkenntlichen Perspektiven erinnert, wird die Anleitungen von „Nintendo Labo“ von den ersten Minuten an lieben. Die immer wieder eingeschobenen Hinweise sorgen außerdem dafür, dass man den gerade zu Anfang zögerlichen Umgang mit der Pappe aufgibt. Auch wenn es sich nur um Pappe handelt, ist das Material aus festem Karton und die Kanten müssen entsprechend geknickt werden, sodass alles ineinanderpasst und vor allem zusammenhält.

Die Anleitung sorgt zu jedem Zeitpunkt für den notwendigen Überblick

Mehr Pappe, mehr Zeit

Der Natur so einer Veranstaltung entsprechend, steht nur begrenzt Zeit zur Verfügung und deswegen mussten wir uns daher auf ein Set festlegen, das wir nach dem RC-Auto zusammensetzen wollten. Ist das RC-Auto mit gerade mal einem Bastelbogen perfekt als „Nintendo Labo“-Einstieg geeignet, kommt die ebenfalls im „Multi-Set“ enthaltene Angel schon auf sechs Pappbögen. Der in einem eigenen Set erscheinende Roboter wird hingegen auf 19 Bögen ausgeliefert. Um den Pappstapel in zeitliche Relation zu setzen: Die Toy-Con des „Multi-Sets“ sollen durchschnittlich zwischen einer bis zwei Stunden Zeit in Anspruch nehmen. Für den Roboter hingegen soll man sich laut Angaben von Nintendo mindestens zwei, aber doch eher drei Stunden Zeit nehmen.

Die Wahl fiel daher auf die Angel, da sie sich zeitlich im Rahmen befand und eine interessante Mechanik bot. Wenn auch umfangreicher, glich die Anleitung und der Ablauf dem des RC-Autos zuvor. Gerade bei so einem umfangreicheren Projekt, erwiesen sich die genauen Angaben der Anleitung als noch nützlicher. So kam es auf dem Tisch nie zu einem Durcheinander der Teile, da stets nur die für den aktuellen Schritt benötigten angezeigt wurden. Zudem ist zu jedem Zeitpunkt transparent gewesen, an welchem Einzelteil der Angel wir gerade bastelten.

Die einzelnen Bausätze von Nintendo Labo im Überblick

Erfolgserlebnisse auf Etappenbasis

Etwas mehr als eine Stunde dauerte es bis die Angel bestehend aus drei Einzelteilen für die ausfahrbare Rute, der Kurbel und dem Teich beziehungsweise Aufsteller für die Switch zusammengesetzt war. Die Angel zwischendurch auszuprobieren und etwa aus- und einzufahren ist nicht nur eine wichtige Fehlerkontrolle im Rahmen der Anleitung, sondern gibt dem Bastelprozess auch kleine Erfolgserlebnisse auf Etappenbasis. Fragt man sich noch zu Beginn wie die Angel aus Pappe überhaupt halten und funktionieren soll, kommt die Erkenntnis im Bastelprozess schrittweise indem man sie einfach selbst zusammensetzt und verstehen lernt, frei nach dem abgedroschenen Spruch „Ausprobieren geht über Studieren“.
Man kommt regelrecht ins Staunen, wenn man die Angel samt einholbarer Schnur in der Hand hält und sich darüber wundert wie robust sich das Konstrukt aus Pappe in den Händen anfühlt. Genauso spannend war zu merken wie konzentriert man sich trotz des hektischen Event-Trubels ringsum dem Knicken der Pappe, Zusammensetzen der Einzelteile und Abarbeiten der Arbeitsschritte widmen konnte. Ohne übertreiben zu wollen, kann das Basteln etwas Meditatives, zumindest aber entspannendes ausüben, sofern man sich darauf einlässt. Gerade Erwachsene dürften dies zu schätzen wissen, wenn sie sich über einen längeren Zeitraum konzentriert einer Aufgabe widmen und abschalten können.

Die einzelnen Teile lassen sich problemlos aus den Bögen heraustrennen

Für Jung und Alt, alleine oder zusammen

Andererseits bietet sich „Nintendo Labo“ aber auch genauso gut als gemeinsame Beschäftigung zwischen Eltern und Kindern an. Auch wenn die Anleitungen leicht verständlich und detailreich gestaltet sind, könnten gerade jüngere Kinder beim Zusammensetzen der komplizierteren Sets ins Stocken geraten. Die helfende Hand eines Erwachsenen ist beim umfangreichen Roboter-Set womöglich sogar unausweichlich. Während sich das Elternteil mit der Bastelarbeit beschäftigt, können Kinder wunderbar die Pappsätze etwa bemalen oder anderweitig kreativ verzieren, etwas wozu Nintendo auch alle Käufer offen ermuntert. Auch das anschließende Ausprobieren und Spielen mit dem Bastelergebnis kann so von Kind und Eltern als gemeinsamer Erfolgsmoment erlebt werden.

Weiterführende Links: Forum-Thread

Ersteindruck & Fazit

Im Fall von „Nintendo Labo“ scheint der angestaubte Spruch „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ nur bedingt zu gelten. Basteln, Spielen, Entdecken sind als drei gleich starke Säulen zu verstehen, die das Konzept von „Nintendo Labo stützen. Das Basteln gehört daher genauso zum Erlebnis hinzu, wie das anschließende Spielen und Experimentieren. Ein Erlebnis das sowohl für Jung als auch Alt, aber auch alleine oder gemeinsam aufzugehen scheint. Wie gut das Gesamtpaket funktioniert, erweist sich dann im April, wenn die ersten beiden Sets von „Nintendo Labo“ erscheinen.
Weitere Infos im Hub

Nintendo Labo

Basteln, Spielen und Entdecken

Bisher gibt es zwei Kommentare

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  • Avatar von Shoashi
    Shoashi 18.03.2018, 11:02
    Irgendwie interessiert mich nun das RC Auto am meisten
  • Avatar von Shodan
    Shodan 18.03.2018, 09:39
    Klingt schonmal gut! Ob ich da meine Vierjährige mit einbeziehen sollte?!