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Island Flight Simulator

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Island Flight Simulator

Vor einigen Tagen haben wir mit „3D Minigolf“ damit begonnen, euch einige Indie-Spiele für Switch vorzustellen, die auch als Retail-Version erschienen sind. Damit möchten wir nun weitermachen und haben uns den „Island Flight Simulator“ angeschaut. Warum dieser der Anwärter auf das bislang schlechteste Switch-Spiel ist, wollen wir euch nun erzählen.

Phantasie und Realität

Wer den Film „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ schon einmal gesehen hat, wird den Traum eines eigenen Flugdienstes in einem Paradies vielleicht nachvollziehen können. Eben selbigen Traum darf man nun in „Island Flight Simulator“ in einem tropischen Archipel mit zwölf exotischen Inseln erleben. Über 100 Transportaufträge warten darauf erledigt zu werden und natürlich kann dabei ordentlich Geld gemacht werden. Soweit die Versprechen, die einem vor dem ersten Flug gemacht werden.

Nun zur Realität und damit direkt auf die heimische Insel, in der das eigene Flugzeug im Hangar steht und nur darauf wartet, zuerst aufgetankt und dann geflogen zu werden. An diesem Punkt bekommt man den ersten Schock, denn grafisch hat das Spiel anscheinend so einige Konsolengenerationen verschlafen. Aus der Ego-Perspektive schaut man sich dabei die potthässlichen Gebäude auf der heimischen Insel an, sucht sich dann an einer kleinen Landkarte seine gewünschte Mission aus, tankt auf und fliegt schnell los, um das grafische Debakel am Boden nicht länger mit ansehen zu müssen. Die Aufträge sind in legale und illegale Aufträge eingeteilt, wobei letztere etwas mehr Geld einbringen, allerdings auch die Gefahr mit sich bringen, nach der Landung erwischt zu werden und anschließend eine hohe Strafe zahlen zu müssen. Im Endeffekt scheint es allerdings dem puren Zufall zu unterliegen, ob man Erfolg oder Misserfolg bei der Erledigung der illegalen Missionen hat.

Tanken und Aufrüsten

Abseits des misslungenen Missionsdesigns könnte das Spiel trotzdem noch gut werden, wenn es spielerisch überzeugt, doch auch in diesem Punkt sieht es mehr als düster aus. Mit dem Startkapital beziehungsweise dem verdienten Geld muss man nun den Tank des eigenen Propellerflugzeugs füllen, was innerhalb von drei Sekunden erledigt ist. Wer noch Geld über hat, kann an diesem Punkt auch immer die Motorleistung, die Tragkraft oder die Treibstoffkapazität verbessern. Von diesen Upgrades merkt man allerdings beinah nichts. Ganz gleich ob man 210 m/h oder 230 m/h auf dem Flugzeugtacho hat, das Geschwindigkeitsgefühl ändert sich beispielsweise überhaupt nicht. Selbiges bezieht sich aber nicht nur alleine auf die Upgrades, sondern auch auf den Höhenwechsel, wie beispielsweise den Sinkflug vor der Landung.

Das Debakel geht weiter

Leider sind auch die Transportaufträge an sich absolut monoton. Im Endeffekt startet man mit dem eigenen Flugzeug von der Startbahn, fliegt zur Insel A, auf der man das Transportgut abholen muss, und anschließend weiter zur Insel B, wo man das Transportgut abgeben muss. Beim Start heißt es nur Gas geben und rechtzeitig abheben, im Flug muss man lediglich die Richtung zur nächsten exotischen Insel im Auge behalten, und lediglich bei der Landung wird man dann zunächst gefordert, weil man rechtzeitig Geschwindigkeit und Höhe anpassen muss, um nicht in einer Standardexplosion zerstört zu werden. Letzteres wird am Anfang schon einmal vorkommen, bis man den Dreh schließlich heraus hat und auch das kein Problem mehr darstellt. Leider wird immer nur auf den Inseln automatisch gespeichert, wodurch man durch eine missglückte Landung einen langen Flug schon einmal komplett wiederholen muss.

Ganz ehrlich, nach dem dritten dieser Schema F-Aufträge, den man auf seiner heimischen Insel annimmt, hat man bereits die Lust am Spiel verloren. Da bringt es auch nichts, dass man später zwei weitere Flugzeuge steuern darf. Der „Island Flight Simulator“ ist stinklangweilig und das Wort Simulator muss einfach auf ein anderes Spiel gemünzt sein, so unrealistisch wie das Flugverhalten ist.

Technik

Mittlerweile gibt es bereits einige Spiele, die wirklich schrecklich aussehen, aber „Island Flight Simulator“ gehört zu denen, die ganz oben auf der Schreckensskala stehen dürfen. Bereits die wenigen Schritte auf dem Boden sind potthässlich, aber wenn man einmal in der Luft ist, sieht man das ganze Debakel. Die Inseln bestehen immer aus fünf Aspekten: grünen Wälder, grauen Steinen, gelben Stränden, alten Hütten sowie einer Handvoll anderer Gebäude und der Landebahn. Alles sieht auch von oben derartig hässlich und repetitiv aus, dass man am liebsten wieder umdrehen würde. Leider ist es ja bekanntlich auch auf der heimischen Insel nicht schöner, als würde man in das dunkle Blau des Wassers oder das helle Blau des Himmels blicken. Ab und an sieht man im Wasser ein Schiff treiben, näher heranfliegen sollte man aber nicht, wenn man nicht vollends resignieren möchte. Nett ist die Tatsache, dass man zwischen drei Perspektiven wechseln kann, wobei die Propellerperspektive spätestens bei dem Versuch der Landung zu einer Explosion führen dürfte. Auch akustisch ist das Spiel nicht auf der Höhe; außer einigen Propellergeräuschen nimmt man eigentlich nichts wahr. Warum bleibt der Funk weitestgehend ruhig oder warum kann man bei den langen Flügen keine CD einwerfen?!

Weiterführende Links: Forum-Thread

Fazit & Wertung

Eigentlich kommt es selten vor, dass ich mich darüber ärgere, Geld in ein Videospiel gesteckt zu haben. Der „Island Flight Simulator“ ist allerdings so ein Beispiel, denn mit Ausnahme des interessanten Themas „Flugdienst im Paradies“ und einer einfachen Steuerung kann eigentlich überhaupt nichts Positives erwähnt werden. Im Gegensatz dazu ist die Liste lang, wenn es um miese Aspekte des Titels geht. Insgesamt kann jedem Spieler nur davon abgeraten werden, dieses Spiel, das für mich der Flop des Jahres 2017 auf Switch ist, auch nur eines Blickes zu würdigen.

Bisher gibt es acht Kommentare

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  • Avatar von Semako
    Semako 30.01.2018, 00:03
    Zitat Zitat von Garo Beitrag anzeigen
    Was hast du denn gegen Desert Bus. Das Spiel läuft rund, hat keine Bugs, keine Glitches, keine Grafikfehler. Alles ordentlich sauber.
    Ja, im Test werden ja auch keine derartigen Fehler bemängelt, sondern genau das, was Desert Bus auszeichnet: Immer wieder das gleiche in einer sich immer wieder wiederholenden Spielwelt tun, ohne Abwechslung. Und wenn ein Fehler passiert, dann muss man wieder von vorne anfangen.
  • Avatar von Garo
    Garo 29.01.2018, 07:24
    Zitat Zitat von Semako Beitrag anzeigen
    Ja, zumindest ein bisschen Qualitätskontrolle wäre schon wünschenswert

    Nach eurem Bericht könnte das Spiel ja glatt als Nachfolger von Desert Bus durchgehen...
    Was hast du denn gegen Desert Bus. Das Spiel läuft rund, hat keine Bugs, keine Glitches, keine Grafikfehler. Alles ordentlich sauber.
  • Avatar von Taurin
    Taurin 28.01.2018, 23:56
    schöner Artikel ! N letsplay wäre geil
  • Avatar von fanatec75
    fanatec75 28.01.2018, 19:23
    Werde abwarten bis der Preis auf 18,99€ gesunken ist.So ein Dreck muß gespielt werden.
  • Avatar von Semako
    Semako 28.01.2018, 18:50
    Ja, zumindest ein bisschen Qualitätskontrolle wäre schon wünschenswert

    Nach eurem Bericht könnte das Spiel ja glatt als Nachfolger von Desert Bus durchgehen...
  • Avatar von Greg
    Greg 28.01.2018, 17:56
    Ich finde es übrigens sehr befremdlich, dass die Konsolenhersteller so einen Müll auf ihren Konsolen zulassen. Scheinbar ist das kaum reglementiert, Hauptsache Lizenzgelder abschöpfen. ^^
  • Avatar von Sepp91
    Sepp91 28.01.2018, 17:32
    Autsch^^
  • Avatar von Greg
    Greg 28.01.2018, 17:30
    Klasse Artikel!
    Ich musste mehrmals laut lachen. ^^ mir gefällt der Schreibstil sehr gut und die sehr saubere Rechtschreibung und fließende Grammatik sorgen für eine sehr gute Immersion. Die Überschrift „Das Debakel geht weiter“ fand ich auch sehr geil! xD
    Werde ich mit Sicherheit nochmal lesen, bis jetzt einer meiner Lieblingsartikel.