Inside Nintendo 138: Der Wii-Bericht – Teil 4: Die Evolution der Revolution

Die Geschichte einer Heimkonsole endet nicht damit, dass das Gerät fertig entwickelt worden ist, vielmehr beginnt sie dann erst. In diesem Sinne befassen wir uns im vierten Teil des Wii-Berichts mit den Ankündigungen und Vorstellungen von Nintendos Bewegungskonsole bis hin zu ihrer Markteinführung. Dabei werden wir sehen, wie sich die Wii seit ihrer ersten Enthüllung unter dem Namen „Revolution“ weiterentwickelt hat.

Die Nintendo Revolution und der dazugehörige Controller, wie sie 2005 vorgestellt wurden.

Die ersten Wehen

Die ersten Hinweise auf eine neue Nintendo-Konsole fallen in der Regel lange Zeit vor deren tatsächlichen Veröffentlichung. Im Falle der Wii, die Ende 2006 erschien, begann das Ganze bereits 2004. Über das Jahr verteilt gab Nintendo grobe Hinweise zum GameCube-Nachfolger. So versprach Anfang 2004 ein Unternehmenssprecher, dass die nächste Konsole auf der E3 2005 gezeigt würde. Da sich zu dieser Zeit abzeichnete, dass der GameCube gegen die Konkurrenz von Sony und Microsoft nicht mehr ankommen konnte, setzten die Nintendo-Anhänger ihre Hoffnungen auf diese nächste Heimkonsole.

Wer aber hoffte, dass Nintendo den Konsolenmarkt durch ein Grafikmonster zurückzuerobern plante, wurde bald eines Besseren belehrt. Am 11. April 2004 betätigte Konzernchef Satoru Iwata in einem Interview die Entwicklung einer neuen Heimkonsole und versprach dabei einen drastischen Kurswechsel für Nintendo. Der GameCube-Nachfolger werde nämlich eine völlig neue Art von Konsole sein, nicht nur eine verbesserte Version vorheriger Geräte. Iwata bezeichnete die neue Konsole in jenem Interview übrigens als „GCNext“ oder „GCN“. Auch „NNGC“ war ein früher Name für den GameCube-Nachfolger, bevor der Projektname „Revolution“ bekanntgegeben worden war.

Der Beginn einer neuen Ära

Der Hintergrund für den Kurswechsel mit der neuen Konsole war, dass Nintendo im damaligen Konsolenmarkt keine langfristige Zukunft mehr sah und sich deshalb um alternative Denkweisen bemühte – ausführlich haben wir diese Gedankengänge im ersten Teil des Wii-Berichts nachgezeichnet. Über die sich abzeichnende Krise im Spielemarkt und über die Notwendigkeit, Gegenmaßnahmen einzuleiten, hatte Iwata erstmals übrigens bereits in einer Rede auf der Tokyo Game Show 2003 gesprochen.

Die ersten Früchte dieser Bemühungen zeigte Nintendo am 11. Mai 2004 auf der Spielemesse E3. Zum einen wurde der Nintendo DS vorgestellt, der durch innovative Eingabemöglichkeiten völlig neue Arten an Videospielen ermöglichen sollte. Außerdem kündigte Iwata ganz offiziell auch die Entwicklung einer neuen Konsole an, wobei er erstmals den Projektnamen „Revolution“ nannte. In der Pressekonferenz erklärte er, dass er keine technischen Spezifikationen für die neue Konsole bekanntgeben würde, weil diese letztlich egal seien – für diese mutige Aussage erntete der Nintendo-Präsident Beifall.

Die Konsole selbst wurde auf der E3 2004 natürlich noch nicht gezeigt, weil sie sich da noch mitten in der Entwicklungsphase befand. Iwata nutzte die Messe lediglich dazu, die Öffentlichkeit behutsam auf die neue Konsole vorzubereiten. Er proklamierte das Ende der Ära, in der die reine Rechenleistung einer Konsole von Bedeutung sei, und versprach, dass die neue Heimkonsole das Projekt des DS fortführen und im wahrsten Sinne des Wortes eine Videospiel-Revolution wird. Auch intern führte Iwata zahlreiche Maßnahmen durch, um Nintendo auf die neue Richtung vorzubereiten; unter anderem strukturierte man die Entwicklungsabteilungen des Konzerns neu (mehr dazu in „Inside Nintendo 79“).

Das Gehäuse der Nintendo Revolution von der E3 2005. Man beachte das „Revolution“-Logo unten, das in späteren Versionen der Hardware nicht mehr zu sehen war.

Ein erster Blick auf die Revolution

In den Wochen und Monaten nach der E3 2004 spekulierte die Spielewelt fleißig über die Revolution, doch mit der großen Enthüllung ließ sich Nintendo noch ein Jahr Zeit. Auf der nächsten E3 am 17. Mai 2005 schließlich wurde die neue Konsole vorgestellt. Die Präsentation beschränkte sich auf das Äußere der Hardware; der Konzern zeigte noch keine Spiele für die Konsole. Auch die Wii-Fernbedienung hielt Big N noch unter Verschluss. Zwar befand sich der Controller inzwischen durchaus in einem vorzeigbaren Zustand, doch die Fehlerbehebung war noch nicht abgeschlossen, und so wollte Nintendo die revolutionäre Technik lieber noch nicht vorführen.

Auf der E3 2005 stand also allein die Hardware im Fokus, wobei Nintendo wie erwartet keine technischen Spezifikationen nannte. Bestätigt wurden indes die Abwärtskompatibilität zu GameCube-Discs und -Controllern, der interne Speicher von 512 Megabyte, umfangreiche Online-Funktionen sowie der Service Nintendo Wi-Fi Connection. Auch Pläne zur späteren Virtual Console gab Nintendo bekannt – ein Service, der alte Spieleklassiker neu anbietet, war damals durchaus revolutionär. Weiter vermeldeten die Japaner stolz, dass die Revolution mit ihrer Größe von drei DVD-Hüllen die bis dahin kleinste Nintendo-Heimkonsole sei.

Der Moment, wo Bimbo Wasser lässt

Der Controller war das größte Geheimnis, das die Revolution umgab, und am 16. September 2005 ließ Iwata auf der Tokyo Game Show (TGS) die Katze aus dem Sack. „[I]ch erinnere mich noch lebhaft an das Schweigen im Anschluss an das Video, das die Wii-Fernbedienung vorstellte“, so Iwata ein Jahr später. „Ein Gefühl, als stünde die Zeit still … Es war, als wüsste das Publikum nicht recht, wie es reagieren sollte.“ Auch für Wii-Chefentwickler Genyo Takeda war diese Enthüllung ein spannender Augenblick: „Ich schwitzte einfach nur Blut und Wasser! Ich spürte [dann] große Erleichterung, als einige Medien schließlich nach der Präsentation in Lobeshymnen ausbrachen.“

Das Design von Wii-Fernbedienung und Nunchuk änderte sich nach der TGS 2005 noch geringfügig. Aus den Start- und Select-Tasten wurden Plus und Minus; die Tasten „a“ und „b“ erhielten die Bezeichnungen „1“ und „2“. So bietet die Wii-Fernbedienung zwei Mal zwei Aktionstasten, weshalb sie für vertikale wie horizontale Steuerungsschemata geeignet ist. Durch die Umbenennung der unteren Tasten zu „1“ und „2“ machte Nintendo aber deutlich, dass diese nur sekundär sind, die vertikale Haltung also Standard ist.

Das Enthüllungsvideo der Wii-Fernbedienung von der TGS 2005 (nicht von der E3 2005!). Hier ist noch eine alternative Benennung der zwei unteren Aktionstasten zu sehen: Sie heißen „X“ und „Y“.

Labelfaible

Was Nintendo weiterhin geheim hielt, das war der finale Name der Konsole. Inzwischen hatte sich der Arbeitstitel „Revolution“ schon fest einbürgern können, doch am 27. April 2006 rückte Nintendo mit dem endgültigen Namen heraus. Das Wort „Wii“ – ausgesprochen wie das englische „we“ – sollte signalisieren, dass es sich um eine Konsole für Jedermann handelt, die Menschen zusammenbringt. Für Nintendo war es ein Name, den alle Menschen auf der Welt wiedererkennen können. Darüber hinaus sollen die zwei „i“s einerseits eine Zusammenkunft von Spielern, andererseits zwei Wii-Fernbedienungen symbolisieren.

Bereits durch den Namen grenzt sich die Wii deutlich von anderen Konsolen ab. Damit beabsichtigte Nintendo zu zeigen, dass es sich um etwas komplett Neues handelt und nicht bloß um eine Fortsetzung des Bisherigen. Der unkonventionelle Name weist also auf die wichtigsten Merkmale der Konsole hin und veranschaulicht, welch großen Bruch die Wii-Konsole in der Videospielgeschichte darstellt. Ein neues Markenzeichen mit großem Wiedererkennungswert, ein neues Label, war geboren.

Den finalen Namen seiner neuen Konsole hatte Nintendo übrigens nicht ohne Grund zwei Wochen vor der E3 enthüllt. Denn besonders die englischsprachige Videospielgemeinde reagierte belustigt bis entsetzt über den Namen, der gleichlautend zum englischen „wee“, „Pipi“, ist. So konnte sich in der Zeit bis zur E3 einerseits der gewöhnungsbedürftige Name langsam einbürgern, andererseits erhielt die Konsole aufgrund des durch die Namenswahl entstandenen Gesprächsstoffs weiterhin viel Aufmerksamkeit.

Der Name des Controllers

Auch die Bezeichnung des Controllers als „Fernbedienung“ ist Ausdruck großer Ideen: Ähnlich wie die Steuereinheit eines Fernsehers sollte auch das Eingabegerät der Wii intuitiv von Jedermann genutzt werden können. Darüber hinaus passt der Name ideal zur länglichen Form des kabellosen Controllers. Die interne Bezeichnung der Wii-Fernbedienung lautete übrigens „Core Controller“ oder „Core Unit“; dieser Arbeitsname wies darauf hin, dass der Controller durch zusätzliche Geräte erweitert werden kann.

Iwata verfocht die Idee, dass die Wii-Fernbedienung weltweit den Namen „Rimokon“ tragen sollte, was auf Japanisch „Fernbedienung“ bedeutet. Diese Idee vermochte sich jedoch nicht durchzusetzen. Genau umgekehrt verhielt es sich mit „Nunchuk“. Abgeleitet von der japanischen Schlagwaffe „Nunchaku“, handelte es sich bei dieser Bezeichnung ursprünglich nur um einen Arbeitstitel für den Zusatzcontroller. Da dieser Name aber auf große Beliebtheit stieß, konnte er sich weltweit als offiziell durchsetzen.

Ein Blick auf NDEV, das offizielle Dev-Kit zur Wii. Man beachte die Anschlüsse für GameCube-Controller und -Memory-Cards. Das Gerät ist ziemlich kompakt – es ist nicht viel größer als eine Hand. (Bildquelle)

Die Revolution erreicht die Third Parties

Damit die Revolution 2006 nicht ohne Spiele erscheinen würde, hatte Nintendo etwa zur Zeit der TGS 2005 mit der Auslieferung von Entwicklerkonsolen begonnen. „Zu unserer großen Erleichterung war das Feedback [der externen Entwickler] zum großen Teil überaus positiv“, resümierte Hardwaredesigner Kenichiro Ashida. „Natürlich gab es auch abweichende Meinungen, aber der Gesamteindruck war ausgezeichnet.“ Star-Designer Shigeru Miyamoto konnte aber auch weniger begeisterte Reaktionen nachvollziehen: „Wenn man mir die Wii-Fernbedienung aus heiterem Himmel vorstellen würde, würde ich sicher denken: ‚Was soll das denn für ‚Zelda‘ bringen?‘“

Nachdem immer weniger Dritthersteller für den GameCube entwickelt hatten, wollte sich Nintendo nun besonders um solche Studios bemühen. So etwa sagte Reggie Fils-Aime von Nintendo of America im Februar 2006, dass bereits über eintausend Entwicklerexemplare des Controllers an externe Studios geschickt worden seien. Wie die Kollegen von IGN ausfindig machen konnten, waren die ersten Dev-Kits der Revolution übrigens nicht mehr als GameCube-Konsolen mit per Kabel verbundenem Wii-Controller. In mindestens zwei Revisionen des Dev-Kits habe Nintendo bis Anfang 2006 unter anderem die Leistung des Geräts leicht angehoben.

Spielebegeisterung statt Grafiknörgelei

Inzwischen zeichnete sich ab, dass die Wii deutlich weniger leistungsfähig sein würde als die neuen Konsolen von Sony und Microsoft. Denn während die PlayStation 3 und die Xbox 360 ein Vielfaches der Leistung ihrer jeweiligen Vorgänger auf die Beine stellen sollten, ist die Wii bloß etwa doppelt so stark wie der GameCube. Mehr noch, Nintendos Konsole bietet bekanntlich nur eine Bildausgabe in Standardauflösung, wohingegen Sony und Microsoft auf HD-Grafik setzten. Die Grafik-Diskussion, die einen beachtlichen Teil der Wii-Ära ausmachen sollte, spielte vor der Markteinführung angesichts der wahrhaft revolutionären Möglichkeiten der Wii-Fernbedienung jedoch noch keine so große Rolle.

Am 9. Mai 2006 konnte der Konzern auf der E3 mit der Ankündigung der ersten Wii-Spiele für weitere Aufmerksamkeit sorgen. Nintendo enthüllte den revolutionären Launchtitel „Wii Sports“ sowie – ebenfalls für die Markteinführung der Konsole – eine Wii-Version des lang erwarteten „The Legend of Zelda: Twilight Princess“. Darüber hinaus wurden mit Titeln wie „Super Mario Galaxy“ oder „Metroid Prime 3: Corruption“ einige hochkarätige Spiele angekündigt, die in den ersten Monaten der Wii auf den Markt kommen sollten. Am Tag nach der Pressekonferenz haute Nintendo mit „Super Smash Bros. Brawl“ zudem noch eine weitere Mega-Ankündigung heraus.

Der Revolution-Controller von der TGS 2005 im Detail. Bis zur finalen Version erhielten Power- und Home-Taste andere Designs, und der Nunchuk-Anschluss wurde deutlich verkleinert. Auch B-Taste und Infrarot-Sensor sehen hier noch etwas anders aus.

Entwickler zwischen Euphorie und Endspurt

Dem nicht genug, war die Wii auf der E3 2006 auch zum ersten Mal für die Öffentlichkeit anspielbar. Erstmals konnten sich die Spieler selbst einen Eindruck von der Bewegungssteuerung machen. Wer die Wii-Fernbedienung ausprobieren konnte, war begeistert – die Wii stieß auf der E3 2006 auf sehr positive Resonanz. Den Entwicklern fiel wahrlich ein großer Stein vom Herzen, wie etwa Akio Ikeda es beschrieb: „Ich fand die Konferenz vor allem bewegend. […] Am Schluss war ich den Tränen nahe. […] Und selbst danach war mir jedes Mal nach Freudentränen zumute, wenn ich sah, wie gut allen die Wii-Fernbedienung gefiel.“

Doch zurücklehnen konnte sich das Entwicklerteam bei Nintendo immer noch nicht, wie Genyo Takeda sagte: „Wir hatten noch eine Menge Arbeit vor uns, und das sagte ich auch allen, damit uns all die momentane Euphorie nicht zu Kopf [steigt]“. Diese Ansicht vertrat auch Ex-Nintendo-Chef Hiroshi Yamauchi, der den Konzern weiterhin beriet. Er freute sich natürlich über die gute Reaktion auf das einzigartige Produkt, betonte aber, dass man nicht allein ausgehend vom Erfolg des DS auch mit einem Durchbruch der Wii rechnen dürfe (Inoue, Nintendo Magic, S. 161).

Warum die Wii kein DVD-Player ist

Mit Einzelheiten zum Marktstart der Wii hielt sich Nintendo auf der E3 2006 zurück. Im September 2006 schließlich wurde angekündigt, dass die Konsole am 19. November in Amerika, am 2. Dezember in Japan und zuletzt am 8. Dezember in Europa erscheinen würde. Der Preis sollte mit 250 Euro nur die Hälfte dessen betragen, was Sony für die PlayStation 3 veranschlagte. Damals gab Nintendo ferner bekannt, dass die Wii im Bundle mit Wii-Fernbedienung, Nunchuk und Sensorleiste sowie „Wii Sports“ erscheinen werde. Auch Details zur Virtual Console und zur vorinstallierten Software kamen im September 2006 ans Tageslicht.

Auf dem Weg von der Revolution zur Wii hat Nintendo eine angedachte Unterstützung für Film-DVDs gestrichen, die auf der E3 2005 angekündigt worden war. Man vermutet, dass diese Maßnahme mit den notwendigen Lizenzen für die Technologie zusammenhängt. Im Code des Betriebssystems der Konsole befinden sich aber noch Überbleibsel der geplanten DVD-Funktion. Ebenfalls verwarf Nintendo ein Feature, bei dem der Wii-Controller als Fernbedienung für den Fernseher fungieren sollte. Möglicherweise stand diese Funktion in Zusammenhang mit der geplanten DVD-Wiedergabe.

Auf der E3 2005 hatte Nintendo angekündigt, dass die Wii nicht nur in Weiß, sondern auch in den Farbvarianten Schwarz, Silber, Rot und Grün erscheinen werde. Diese Farben standen zum Launch dann aber nicht bereit. Auch die DVD-Wiedergabefunktion war auf der E3 2005 versprochen, später aber still und heimlich gestrichen worden. Wie Nintendo mit der DVD-Wiedergabe auf dem GameCube umgegangen war, erfahrt ihr in „Inside Nintendo 98“.

„Iwata fragt“ feiert sein Debüt

Vor dem Launch rührte Nintendo natürlich auch mächtig die Werbetrommel für die neue Konsole. Dabei zeigte sich der Konzern in der Kampagne ganz anders als zuvor, um das Besondere an der Wii zu verdeutlichen. Anstelle bloß die eigentlichen Spiele in der Werbung zu zeigen, verbreitete Nintendo Lifestyle-Bilder von fröhlichen Familien, die breit lächelnd gemeinsam Spaß mit der Wii haben. Die Konsole sollte Videospielen ein neues Gesicht geben und die Zielgruppe erweitern, und dementsprechend fiel auch die Werbung aus.

Im Rahmen der Marketing-Maßnahmen rief Nintendo eine Interviewreihe ins Leben, die sich als ungewöhnlich langlebig und beliebt erweisen sollte. Die Rede ist von der „Iwata fragt“-Reihe, in der der Konzernchef höchstpersönlich seine Mitarbeiter über die Entstehung der Wii befragte. Die Konsole sollte ja mehr Menschen an Videospiele heranführen, und „das war für unsere Firma eine völlig neue Herausforderung“, erklärte Iwata den Lesern zu Beginn der nach ihm benannten Interviews. „Genau deshalb wollte ich die Details der Entwicklung von Wii mit Ihnen teilen, und ich möchte, dass mit diesen Interviews für die Zukunft festgehalten wird, wie viel Arbeit wir in unsere neue Konsole investiert haben.“ – Mehr zur Geschichte der „Iwata fragt“-Interviews lest ihr in „Inside Nintendo 120“.

Von der Wii-Fernbedienung war Nintendo sehr überzeugt. Im Hinblick auf Nintendos Vorreiterrolle in Sachen Videospielcontrollern wagte Iwata vorherzusagen: „Wenn wir also weiter unseren Überzeugungen folgen, ist es durchaus denkbar, dass unsere Wii-Fernbedienung, die heute recht ungewöhnlich erscheint, zum neuen Standard wird.“ Hier fühlen wir uns an unsere GameCube-Reportage erinnert …

Wenn man das erste „Iwata fragt“-Interview heute liest, so merkt man, welch großes Wagnis die Wii seinerzeit für Nintendo darstellte. Zugleich aber wird auch deutlich, wie selbstbewusst der Konzern die Sache angegangen ist. Wie sich die Konsole dann zu ihrer Veröffentlichung schlug und was die ersten Jahre auf den Markt für sie bereit hielten, erfahrt ihr im kommenden fünften Teil unseres Wii-Berichts!

Quellen: Matt Casamassina: Reggie: More than 1,000 Kits Shipped, IGN, 22. Februar 2006; IGN: US Wii Price, Launch Date Revealed, 13. September 2006; Iwata fragt: Wii-Fernbedienung (2006); Lucas M. Thomas: Nintendo's History at E3: 2005, IGN, 13. Mai 2011; Lucas M. Thomas: Nintendo's History at E3: 2006, IGN, 16. Mai 2011; Leonard Herman: Phoenix IV: The History of the Videogame Industry, 2017; The Cutting Room Floor. Ein Großteil der Zitate stammt aus Iwata fragt: Wii-Fernbedienung. Weitere Quellen sind im Text verlinkt.

Weiterführende Links: Forum-Thread
Weitere Infos im Hub

Inside Nintendo

Die Rubrik mit dem Durchblick

Bisher gibt es fünf Kommentare

Du bist nicht angemeldet. Logge dich ein oder registriere dich, um kommentieren zu können.
  • Avatar von virus34
    virus34 17.04.2018, 07:36
    Dankeschön für den tollen Bericht.
  • Avatar von KaiserGaius
    KaiserGaius 15.04.2018, 20:44
    Hab damals meine zweit Ausbildung gemacht. Fand die Wiimote sehr gewöhnungsbedürftig und mit der Wii Ära bin ich auch auf Xbox gewechselt. Heute finde ich es gut, dass das Konzept der neuen Ideen letztendlich mit der Switch (aber auch mit der Wii) aufgegangen ist. Innovation hat halt nicht zwingend was mit Power zu tun.
  • Avatar von Tobias
    Tobias 15.04.2018, 13:25
    Ich weiß noch genau, als ich damals zum ersten Mal von der Wii gehört hatte. Damals war ich noch in der Grundschule und hatte nicht sehr viel mit Videospielen zu tun. Von der Wii war ich dann erst überhaupt nicht begeistert: „Jetzt muss man sich beim Videospielen ja immer bewegen und kann nicht mehr sitzen! Das ist ja voll blöd!“ So extrem war die Bewegungssteuerung dann ja doch nicht aufgesetzt, und irgendwann habe ich dann auch eine Wii bekommen und viel Freude damit gehabt. Ich erinnere mich auch noch, wie die Englischlehrerin einmal gefragt hat, was wir alle zu Weihnachten bekommen hatten. Die Antwort „Wii“ hatte sie ganz schön entsetzt, und jetzt verstehe ich auch, warum
  • Avatar von mithos630
    mithos630 15.04.2018, 12:59
    Sehr schöner Artikel
    @ Shodan: und die Flut an Zubehör wie der Tennisschläger.
  • Avatar von Shodan
    Shodan 15.04.2018, 09:44
    Ich fand es damals gar nicht toll, mit so Mini-Controllern abgespeist zu werden. Sicher war die Bewegungssteuerung interessant, wurde einem aber gerade zu Beginn sehr aufgezwungen. Bei Mario Party z. B. konnte man nicht per Tastendruck bestätigen oder ablehnen, was sehr nervig war.
    Insgesamt hat aber die Rimocon-Nunchuk-Kombi ganz gut funktioniert und wurde gegen Ende vom Pro-Controller bequem abgelöst.
    Jaaa, die Controllerflut ist auch eine Erscheinung dieser Zeit gewesen!