Der blaue Igel mit dem weiß-blauen Sega-Logo kommt derzeit nicht zur Ruhe, derartig häufig stürzt er sich in ein neues Abenteuer. Bislang reichte allerdings keines der neuen Abenteuer an die Qualität längst vergangener Episoden heran, doch aufgegeben haben sowohl Sonic als auch Sega noch lange nicht. Anno 2007 war man mit dem Wii-exklusiven Sonic und die geheimen Ringe auf dem richtigen Weg und genau diesen Ansatz greift man jetzt wieder auf und versucht es anno 2009 mit einem neuen Thema ein weiteres Mal. Ob Sonic nicht nur in der Welt aus 1001 Nacht, sondern auch in der Geschichte von König Artus und den Rittern der Tafelrunde eine gute Figur abgibt, wollen wir nun mal etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Geschichte


Eigentlich hat Sonic ein Rendezvous mit Amy, doch ehe er sich versieht, findet er sich in der Legende von König Artur und den Rittern der Tafelrunde wieder. Die Zauberin Melina braucht seine Hilfe, denn sie befindet sich auf der Flucht vor König Artur, der im Bann des Schwertes Excalibur steht und das sagenumwobene Königreich als Schwarzer Ritter terrorisiert. Natürlich macht sich Sonic bewaffnet mit dem Schwert Caliburn auf, um die Terrorherrschaft zu beenden und Frieden und Wohlstand zurück nach Camelot zu bringen.

Igel, Werigel, Ritter


So beginnt das neue Abenteuer unseres blauen Helden und damit, um schon etwas vorzugreifen, ein weiteres Kapitel in dem mittlerweile schon gängigen Trial & Error-Prinzip der Sonic-Spiele. Dafür war schon der Versuch der Einbindung der Werigelabschnitte in Sonic Unleashed ein gutes Beispiel. Zunächst einmal sei gesagt, dass sich Sonic im Abenteuermodus, dem Herzstück des Spiels, auf eine Gebietskarte zu den einzelnen Missionen begibt. Die Missionen sind unterteilt in “Erreiche das Ziel!”, “Besiege eine bestimmte Anzahl von Gegnern bevor du das Ziel erreichst!”, “Sammle Ringe und schenke sie einem über dem Weg laufenden Leuten bevor du das Ziel erreichst!”, “Besiege den Boss!” und Spezialaufgaben. Die Missionen laufen wie schon im indirekten Vorgänger Sonic und die geheimen Ringe auf fest vorgegebenen Pfaden ab, das offene Spielprinzip der Next-Generation-Spiele kommt in diesem Fall nicht zum Einsatz.

Kampf statt Reaktion und Geschick


Soweit so gut und bislang scheint noch alles in Butter, doch befindet man sich dann in einer Mission geht der ganze Ärger direkt los und in dessen Zentrum sind die Kämpfe. Was in älteren Sonic-Spielen eine nette Randerscheinung war, um Geschicklichkeits- und Reaktionsabschnitte aufzulockern, ist nun das A und O des Spiels. Sonic läuft drei Schritte und attackiert dann einen der zahlreich auftretenden Gegner. Danach kann er wieder einige Schritte laufen, doch kaum hat er Geschwindigkeit aufgenommen, muss er sein Schwert wieder ziehen, um sich gegen den nächsten Gegner zu erwehren. Gefundene Ausrüstungsgegenstände und die Möglichkeit mit gewonnenen Sternen den Kampfstil zu verbessern unterstreichen den eingeschlagenen Pfad: Weg vom blitzschnellen Jump’n Run und hin zum Standard-Adventure. Wieder einmal schadet der Versuch der Einbindung eines neuen Spielelementes dem Spielspaß deutlich mehr, als es ihm nutzt. Der Spielumfang von Sonic und der Schwarze Ritter ist mit wenigen Stunden nicht gerade riesig und der Schwierigkeitsgrad nicht gerade sehr hoch, auch wenn einige freischaltbare Charaktere und Extras drauf warten entdeckt zu werden.

Mehrspielermodus


Warum man einen Mehrspielermodus in einem durch und durch für Einzelspieler konzipierten Titel einbauen muss ist und bleibt wohl ein Rätsel. Besser wäre es wohl gewesen, wenn man die Arbeitszeit in die Optimierung des Spielkonzepts investiert hätte, denn dort schwächelt das Spiel am meisten. Sei es drum, wirklich viel zu sagen gibt es zum Mehrspielermodus nämlich nicht. In diversen Kampfvarianten treten bis zu vier Spieler mit einem ausgewählten Charakter aus dem Sonic-Universum im Gefechtsmodus gegeneinander an und ermitteln den Sieger. Ringkämpfe, bei denen der Spieler gewinnt, der am Ende die meisten Ringe hat und Fallenkämpfe, bei denen der Spieler gewinnt, der am Ende die meisten Gegner mit Hilfe von Fallen besiegt hat, sind zwei Beispiele für die unglaubliche Kreativität in diesem Spielmodus. Nicht alle Kampfvarianten sind übrigens von Anfang an verfügbar, einige müssen erst durch ein Voranschreiten im Abenteuermodus freigeschaltet werden. Zusätzlich kann man Online noch seine Ergebnisse in Ranglisten eintragen und über den Schatzkammermodus im Abenteuermodus gefundene Objekte mit Freunden tauschen.

Grafik


“Hallo Schwester!” würden die Animaniacs wohl sagen, wenn sie die wunderschönen Landschaften, Burgen und Schlösser in Sonic und der Schwarze Ritter sehen würden. Es treibt einem fast die Tränen in die Augen, wenn man die tolle grafische Darstellung sieht und dann mit dem vermurksten Spielkonzept kombinieren muss. Man fühlt sich atmosphärisch wirklich in einer Welt von Rittern und Königen, würde doch nur der Spielspaß stimmen. Ohne diesen ist die Anzahl an wirklichen Aha-Effekten, kombiniert aus eindrucksvollen Landschaften, tollen Lichtspielereien und einer wahnsinnigen Geschwindigkeit leider auch verschwindend gering. Die Comicpassagen, in denen die Geschichte erzählt wird, sind ebenfalls nett anzusehen und passen zur gelungenen grafischen Präsentation. Akustisch klingt Sonic und die geheimen Ringe dagegen wesentlich besser als die mittelalterlich Melodien, auch wenn deren Qualität nicht wirklich schlecht ist.