2008 und 2009 erschienen mit „Crazy Machines“ und „Crazy Machines 2“ zwei Experimentbaukästen der ganz besonderen Sorte für den Nintendo DS. Probleme aller Art wurden mit wissenschaftlichen Methoden untersucht und auf experimentelle Weise versucht zu lösen, was der „Crazy Machines“-Reihe einige bedeutende Auszeichnungen und dem deutschen Publisher dtp entertainment AG gute Verkaufszahlen bescherte. Der dritte Baukasten erscheint nun für die Wii und wieder haben wir uns Hals über Kopf in die Experimente gestürzt…

Crazy Machines - Crazy Times


„Crazy Machines“ hat einen Rätsel- und Baukastenmodus für einen und einen Mehrspielermodus für mehrere Spieler. Nebenbei kann man im Lexikon noch einmal sämtliches notwendiges Fachwissen zum Experimentierbaukasten nachschlagen oder sich seine bereits für besondere Leistungen verdienten Belohnungen anschauen. Im Rätselmodus, dem Herzstück von „Crazy Machines“, darf man dem Professor bei seinen verrückten Experimenten helfen. Ziel ist es, eine vorgegebene Maschine so zu verändern beziehungsweise zu ergänzen, dass der gewünschte Mechanismus in Gang gesetzt , beziehungsweise das gewünschte Ergebnis erreicht wird.

Fünf Kapitel mit unterschiedlich vielen Level stehen dabei auf dem Programm, wobei die ersten drei Level der Einführung dienen, indem einem der Professor die Grundlagen der Steuerung beibringt. So bekommt man gezeigt, wie man Maschinenteile bewegt, dreht, einbaut und entfernt und auf welche grundsätzlichen Sachen, wie die Aktivierung und Deaktivierung der Maschine, noch zu achten sind. Beispielsweise soll eine Bowlingkugel eine Nitroflasche zum Entzünden bringen. Der Mechanismus des Professors reicht allerdings nur soweit, dass die Bowlingkugel von ihrem Podest fällt und sich nicht einmal in der Nähe der Nitroflasche befindet. Kurzer Hand wird erst einmal eine Achse aus dem begrenzten und pro Level individuellen Werkzeugvorrat genommen und am Holzbrett, auf dem die Bowlingkugel liegt, angebracht. Dadurch fällt die Bowlingkugel schon einmal in die richtige Richtung. Nun müssen noch Glasröhren an das bestehende Röhrensystem angepasst werden, damit die Bowlingkugel die Schwerkraftmaschine erreicht und von der mittlerweile unter Strom stehenden Maschine nach oben gegen die Nitroflasche geschleudert wird. Doch damit fängt es erst an, denn Enten müssen beispielsweise gefangen, Vasen zu Bruch gebracht und Spielzeugroboter bewegt werden. Langweilig wird einem dabei nicht, denn immer wieder wartet eine neue Herausforderung auf einen, wahlweise auch mit einem Freund im Kooperationsmodus.

Sammeln von Goldzahnrädern


In jedem Level kann man eine bestimmte Anzahl an Goldzahnrädern einsammeln, wobei die maximale Anzahl von Level zu Level variiert. Man bekommt grundsätzlich immer ein paar Goldzahnräder für das reine Abschließen des jeweiligen Levels und einige weitere Goldzahnräder für einen kurzen und erfolgreichen Ablauf der Maschine, jedes gesparte Maschinenteil und das Einsammeln von Boni. Aus allen Angaben wird die abschließende Levelpunktzahl berechnet, die man ständig versuchen kann zu verbessern, da man alle Level beliebig oft wiederholen kann. Außerdem bekommt man auch für das Freischalten von Belohnungen in Form von Medaillen eine bestimmte Anzahl an Goldzahnrädern. Mit eben selbigen können neue Maschinenteile, Levelhintergründe, Level und Minispiele freigeschaltet werden. Das Freischalten ist auch dringend notwendig, da dann im Baukasten erst nach und nach genügend Elemente zu finden sind und auch die Minispiele erst nach und nach mit drei weiteren Freunden nach Schnelligkeit oder dem Sammeln von Punkten bestritten werden können. Baukastenmodus und Mehrspielermodus sind ein netter Zusatz, allerdings bleibt der Rätselmodus immer noch das wichtigste Element des Spiels.

Grafik und Sound


Die optische Präsentation von „Crazy Machines“ liegt irgendwo im Nirgendwo beziehungsweise im absoluten Durchschnitt. Zwar setzt man beim deutschen Publisher dtp entertainment AG auf die gleichen Erfolgsfaktoren wie auf dem kleinen Handheld, beispielsweise einen einsteigerfreundlichen Stil, allerdings verhindern Unschärfe und ein niedriger Detaillierungsgrad ein überdurchschnittliches Niveau. Der Sound könnte übrigens aus einer alten Serie stammen, zumindest klingt er sehr harmonisch und eingängig, ohne großartige akustische Sprünge bezogen auf die Klangqualität und -abwechslung zu machen. Eine Sprachausgabe sucht man übrigens vergebens.