Die Jahre 1985 bis 1993 beschreiben das „Golden Age“ des Wrestlings, in dem Legenden wie Hulk Hogan, Bret „The Hitman“ Hart und „Macho Man“ Randy Savage für die World Wrestling Federation in den Ring stiegen. Mittlerweile sind die Jahre ins Land gezogen, die WWF musste ihren Namen aufgrund eines Rechtsstreits in WWE ändern und eine neue Generation an Wrestlern hat den Ring für sich erobert. Was passieren würde, wenn diese neue Generation auf die goldene Generation treffen würde, kann man nun in „WWE All-Stars“ aus dem Hause THQ herausfinden.

The best there is, the best there was and the best there ever will be…


Beim Wrestling treten zwei oder mehr Kämpfer im Ring gegeneinander an und bearbeiten sich gegenseitig mit Schlägen, Tritten, Griffen und Luftangriffen. Der Sieg wird von dem Kämpfer errungen, der den Gegner durch Pin, Aufgabe oder K.O. besiegt. Auf Countouts hat THQ ebenso verzichtet wie auf Rope Breaks. Dafür darf man den Gegner nicht nur im, sondern auch außerhalb des Rings pinnen. 30 Kämpfer, wie Hulk Hogan, The Miz, Triple H und The Rock, sind insgesamt in „WWE All-Stars“ vertreten, die sich in die vier Klassen Akrobaten, Riesen, Brawler und Grappler unterteilen. Akrobaten sind auf den Ringseilen und in der Luft zu Hause, extrem beweglich, aber nicht so zäh wie Brawler oder Grappler. Riesen sind zwar nicht sehr beweglich, aber sehr stark und sehr schwer K.O. zu schlagen. Brawler haben keine Bewegungseinschränkung und setzen auf nicht abzuwehrende Schläge und Combos. Grappler sind Experten, wenn es um Griffe geht und können Gegner aus mehr als einer Position pinnen. Wer mit dem Kämpfer seiner Wahl durch erfolgreiche Angriffe, Blöcke und Konter seine Energieleiste aufgefüllt hat, kann neben dem normalem Angriffs- und Konterrepertoire auch mächtige Signature Moves ausführen. Diese füllen ebenso wie andere mächtige Angriffe die Finisherleiste, mit der man dem Gegner endgültig den Rest geben und ihn pinnen, zur Aufgabe zwingen oder K.O. schlagen kann. „WWE All-Stars“ kann mit der Wii-Fernbedienung und Nunchuk, dem Classic Controller oder dem GameCube Controller gespielt werden. Alle drei Steuerungsarten funktionieren einwandfrei. Die Tendenz geht allerdings zum GameCube Controller.

Exhebition, Path of the Champions und Fantasy Warfare


Im Exhebition-Modus stehen neben den normalen Kämpfen auch eine handvoll Matcharten mit besonderen Regeln zur Auswahl. So beispielweise dass Tornado Tag Team-Match, bei dem sich beide Wrestler beider Teams gleichzeitig im Ring befinden. Oder das Elimination-Match, bei dem der Sieg nur durch ein Pin der Gegner erreicht werden kann. Und schließlich das Extrem Rules-Match, bei dem Gegenstände, wie Ringglocken und Stühle, eingesetzt werden, um den Sieg zu erringen. Beim Cage-Match muss man als Erster aus einem Käfig entkommen, der um den Ring gespannt wurde. Den Käfig kann man natürlich nur in Ruhe hoch klettern, wenn man den Gegner zumindest zeitweise ausgeschaltet hat. Da beide Wrestler das gleiche Ziel haben, entbrennt ein Kampf sowohl im Ring als auch am Käfig. Selbst wer sich schon auf dem Käfig befindet, ist noch nicht sicher und kann trotzdem noch von seinem Gegner zurück in den Ring gezogen werden. Viele Matcharten, wie Ladder- und Tablematches, vermisst man allerdings genauso, wie besondere Großereignisse, wie das Royal Rumble oder Sargmatches. Beim Path of the Champions muss man sich verschiedenen Herausforderungen stellen, um am Ende beim Summer Slam um die World Heavyweight Championship kämpfen zu dürfen. Randy Orton und die D-Generation X sind nur einige der Gegner, die sich einem dabei in den Weg stellen. Beim Fantasy Warfare treten Legenden des Wrestling gegen aktuelle Superstars des Wrestling an. Die Kämpfe stehen dabei immer unter einem bestimmten Motto. Der Kampf zwischen dem Ultimate Warrior und Sheamus steht beispielsweise unter dem Motto „Krieger“ und der Kampf des mittlerweile verstorbenen Eddie Guerrero gegen Rey Mysterio unter dem Motto „High Flyer“. Dabei kann man sich immer entscheiden, über welchen der beiden Wrestler man die Kontrolle übernehmen will.

Grafik und Sound


Bei „WWE All-Stars“ setzt THQ auf überzeichnete Muskelpakete, die wie eine virtuelle Abbildung der Actionfiguren der Wrestler aussehen. Dadurch bekommt die Grafik einen comichaften Stil, der die Einfachheit des gesamten Sportspiels noch einmal unterstreicht. Die grafische Präsentation beschränkt sich damit erfolgreich auf das Wesentliche – nämliche gelungene, wenn auch etwas spartanische Animationen und eine ordentliche Spielgeschwindigkeit. Negativ zu beurteilen sind allerdings die ab und an etwas stockenden Einmärsche der Wrestler und das 08/15-Publikum. Auch der Sound hätte etwas Tuning gut vertragen können - die Einmarschmelodien sind zwar grundsätzlich vorhanden, kommen aber nicht so atmosphärisch rüber wie beim letzten „WWE Raw vs. Smackdown“. Wer zudem jemals Wrestling im Fernsehen gesehen hat, weiß außerdem, dass viel Atmosphäre durch den Ringsprecher aufgebaut wird. Und was passiert, wenn es keinen gibt.