Wie lange mussten wir darauf warten, endlich wieder mit Fox McCloud und seiner Star Fox-Patrouille in Weltraumschlachten zu ziehen. Jetzt steht „Star Fox Zero” auf der Releaseliste für die Wii U und wird schon im Winter erscheinen. Wir hatten nun die Chance, beim Post E3-Event von Nintendo in Frankfurt selbst Hand an den Titel zu legen. Wieso wir einige Fragezeichen nach dem Probezocken haben, lest ihr jetzt.

Wie ein Cartoon am Samstagmorgen

Wirklich viel lässt sich zur Geschichte noch nicht sagen, aber in den beiden spielbaren Abschnitten Corneria und Area 3 konnte man einen Konflikt zwischen verschiedenen Patrouillen erahnen, in dem auch Andross wieder seine Finger im Spiel hat. Auch Details zu dem Ablauf der Level und ob es verschiedene Wege gibt, konnte nicht verraten werden. Interessanter wird es bei den Synchronsprechern: Denn in diesem Segment ist die Zeit nicht stehen geblieben, weshalb, wie schon beim Remake, die Dialoge komplett in verständlichem Englisch vertont sind. Diese versprühen einen wunderbaren „Saturday Morning” Cartoon-Charme, der noch einmal durch die eingeblendeten Bilder der Akteure untermalt wird.

Es fängt so gut an

Auch spielerisch ist auf den ersten Blick alles in Ordnung: Der Arwing kann geschmeidig durch die Lüfte fliegen, die Gegner kommen von allen Seiten angeflogen und die Kämpfe finden in einer ordentlichen Geschwindigkeit statt. Wenn man jetzt nicht noch schießen müsste, wäre alles in Ordnung, denn damit beginnen die Probleme, da versucht wird, all die Features der Wii U in einem Spiel unterzubringen. Das fängt an mit zwei unterschiedlichen Ansichten zwischen Fernseher und GamePad. Während man auf dem einen fliegt, hat man auf dem anderen eine Cockpit-Ansicht auf der das Fadenkreuz bewegt wird. Dieses kann zwar auch mit dem rechten Analogstick bewegt werden, doch das war zumindest in der Demo viel zu langsam eingestellt. Deshalb gab es keine andere Wahl, als das Gamepad hin und herzubewegen.

Eine Steuerung aus der Hölle

Das fühlt sich im ersten Moment sehr ungewohnt an, da man auf der einen Seite nach links steuert und dann nach rechts das GamePad hält, um zu schießen. In langsamen Situationen ist das noch gut machbar, wird es aber hektischer, verliert man schnell die Orientierung. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und durch das wirkliche sehr nützliche Fadenkreuz auf dem TV-Bildschirm, fühlt sich die Bewegungssteuerung aber doch gut an. Sobald das Hilfsmittel aber verschwunden ist, geht das Chaos los. Man schwirrt orientierungslos durch die Lüfte, schaut auf das GamePad, schießt auf ein paar Gegner, guckt wieder nach oben und fliegt gegen die nächste Wand. Solche Situationen sind einfach nur ärgerlich und bleiben negativ im Gedächtnis. Da muss Nintendo noch ordentlich nachbessern und hoffentlich verschiedene Steuerungsmöglichkeiten bieten, die das ständige Wechseln vom Blick auf den Fernseher und GamePad nicht voraussetzen. Dadurch entsteht nur unnötige Hektik, die einen eher vergrault als motiviert.

Ein wahrer Lichtblick

Unerwähnt blieben bisher die Transformationen: In den beiden Abschnitten konnte bisher nur der Walker gespielt werden. Das ist eine Art Vogel, der auf dem Land geht und von dort die Gegner beschießt. Dieser bewegt sich aber nicht immer, wie der Arwing, wodurch er viel angenehmer zu spielen ist. Genau in diesen Moment wirkt auch die Bewegungssteuerung, wenn man über einen Gegner heizt, nach oben schwebt, auf ihn drauf knallt und dann mit einer Explosion wieder auf dem Boden landet. Genau das sind die Momente, auf die man bei einem „Star Fox” wartet und es ist schön, dass sie zumindest teilweise im Spiel vorhanden sind, trotz der ungewohnten Steuerung. Damit ist zumindest der Walker definitiv das bisherige Highlight von „Star Fox Zero” und es bleibt abzuwarten, ob der Gesamteindruck noch verbessert werden kann. Denn an dem Arwing und seiner Steuerung muss noch stark gearbeitet werden.

Nicht ganz auf der Höhe

Woran wirklich geschraubt werden muss, ist die Grafik. Oft verschuldet man Nintendo-Spielen ja einiges an der Optik, aber da wir uns im Jahr 2015 befinden und „Star Fox Zero” eigentlich keine besonders spektakuläre Grafik bietet, ist man doch sehr verstutzt, was man dort zu sehen bekommt. Fehlerhafte Wassereffekte, Berge aus der Nintendo Gamecube-Ära und flimmernde Grafik sind an der Tagesordnung. Böse Zungen würden behaupten, dass Nintendo hier einen ehemaligen Titel für die Wii ins Rennen schickt, der einfach nur ein wenig hochskaliert wurde. Immerhin ist die Framerate sehr stabil und flitzt mit 60 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm und das trotz doppelter Darstellung. Wahrscheinlich auch ein Grund wieso die optische Qualität ein wenig hinterher hinkt. Vom Soundtrack konnte man noch nicht viel hören, aber die bisherigen Tracks, Soundeffekte und Synchronstimmen versprühen den nötigen „Star Fox”-Charme.