Schon lange hatten Fans der Pokémon nach einem Prügelspiel aus der Reihe gefragt, in dem man direkt die Kontrolle der Monster übernehmen kann. Diese Idee wurde nun schon vor einiger Zeit zumindest für die Arcade-Hallen in Japan vom „Tekken”-Team umgesetzt. Jetzt steht auch endlich die Heimversion für die Wii U in den Startlöchern und wir durften vorab bei Nintendo schon einmal einen Einblick von der fast fertigen Version verschaffen.

Pokémon-Trainer und Arena-Leiter

Auf den ersten Blick merkt man nicht, dass „Pokémon Tekken” eigentlich für die Arcade-Hallen gedacht ist. Im Hauptmenü hat man sofort die typischen Modi zum Einzelspieler und Mehrspieler im Überblick. Vor allem ersterer lockt durch eine Liga, in der man sich nach und nach durchkämpft, um verschiedene Orden von den Arena-Leitern zu erhalten. Dadurch können die einzelnen Pokémon auch trainiert werden, was dazu beiträgt, dass sich auch Fans der Rollenspiele nicht nur durch die Taschenmonster an sich heimisch fühlen können. Da wir dort aber nur kurz hineinschnuppern konnten, wollen wir uns noch kein finales Bild davon machen, wie lange diese Modi reizen können und was das Trainieren der einzelnen Kämpfer am Ende bringt.

Lokales Ruckeln

Im Fokus der Anspielsession stand natürlich der Mehrspieler. Dieser kann entweder Online, lokal an einer Konsole oder auch im LAN-Modus mit zwei Konsolen, zwei Bildschirmen und zwei Kopien des Spiels ausgetragen werden. Vor allem beim lokalen Modus gibt es einige Mängel: Denn aufgrund des Gameplays muss ein Spieler auf den Fernseher gucken, während der andere das GamePad für sich beansprucht. Durch die doppelte Darstellung gehen die ansonsten butterweichen Frames stark in die Knie und beeinträchtigen das Kampfgeschehen. Vor allem bei einem solchen Spiel, wo es darum geht schnell zu reagieren, sind 60 FPS eigentlich ein Muss. Ob man langfristig auch lokal Spaß haben kann, sei einmal dahingestellt, aber für kompetitive Zwecke wird dieser Modus nichts taugen.

Im LAN-Modus erfreulicher

Interessanter wird es bei der Betrachtung der LAN-Funktion. Hier lief in unserer Testsession alles wie am Schnürchen: Zwei Konsolen per LAN-Kabel mit einander verbunden, jeweils an einen Fernseher angeschlossen und schon konnte der Spaß los gehen. Hierbei ist sehr interessant gewesen, dass alles direkt freigeschaltet ist, weshalb sich dieser Modus perfekt für Turniere und kompetitive Sessions eignet, da man sich also keine Gedanken über irgendwelche Spielstände machen muss. Wer also unbedingt kompetitiv aber auch lokal spielen möchte, der muss wohl unabdinglich zum LAN-Modus greifen. Übrigens muss dieser Modus über die Tastenkombination L + R + Unten + Start vom Titelbildschirm ausgewählt werden. Umständlicher hätte es kaum sein können, jedoch werde man im fertigen Spiel auf die Kombination hinweisen.

Pokémon-Fightclub

Nun zum eigentlichen Kampfspiel. Zunächst wählt man sich einen von insgesamt 16 Charakteren aus, wovon nur zwei freischaltbar sind. Dazu hat man noch die Wahl aus über dutzend Partnern, die allesamt verschiedene Fähigkeiten haben, die entweder direkt Schaden machen, einen unterstützen oder auch Angriffe vom Gegner kontern. Im Kampf selbst kann man in jeder Runde einen Partner auswählen, der dann, nachdem seine Leiste gefüllt ist, zur Verfügung steht.

Ziel ist es, die KP des Gegners so schnell wie möglich zu dezimieren. Dafür verwendet man drei verschiedene Angriffsarten, die man auch noch untereinander kombinieren kann. Dazu kommen noch Griffe, Konter und verschiedene andere Techniken, die das Spielgeschehen auch für Profis interessant machen. Natürlich dürfen auch Spezialattacken nicht fehlen, bei denen sich die Pokémon, wenn vorhanden, in ihre Mega-Form verwandeln. Ansonsten werden sie einfach nur stärker und glitzern etwas. Vor allem Fans können sich über die einzelnen Animationen freuen, die ihre Lieblings-Taschenmonster in voller Pracht zeigen. Sehr interessant für Profis könnten die Phasen-Wechsel sein, in denen sich nicht nur die Kamera-Ansicht ändert, sondern die Charaktere auch andere Kombinationen und Angriffe in Petto haben. Vor allem dadurch ist der Titel stets dynamisch im Kampf und spielt sich flotter und unterhaltsamer als alle anderen „Tekken”-Ableger.