Unter den zahlreichen Spielen für den Launch der Wii U fiel die Unterstützung seitens EA bislang bescheiden aus. Mit „FIFA 13“ und „Mass Effect 3: Special Edition“ findet man derzeit nur zwei Titel aus dem Hause EA in der Händlerregalen. Unter der Leitung des australischen Entwicklerteams Straight Right ist für die Wii U der dritte Ableger der Reihe erschienen. Von der Tatsache, dass die gesamte Trilogie für die Xbox 360 und PS3 angekündigt wurde, haben wir uns jedoch nicht demotivieren lassen und sind mit Commander Shepard in den finalen Krieg gegen die Reaper gezogen.

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Was bisher geschah …


Den Inhalt und die bindenden Momente aus den ersten beiden Ablegern fasst nichts besser zusammen als die Spiele selbst, daher ist es umso trauriger, dass Wii U-Fans sich allein mit dem dritten Teil vergnügen müssen, wobei die Konkurrenz bald wieder in die Trilogie schlüpfen darf. Trotzdem muss man die Mühe des Entwicklerteams anerkennen, die optional ein synchronisiertes Comic anbieten, das die bisherigen Ereignisse den Neulingen präsentiert. Hierbei kann man selbst wichtige Entscheidungen, die den Spielverlauf gewohnt beeinflussen, fällen und kommt, sofern man die nötige Aufmerksamkeit auch bietet, der Story näher. Eine Bindung, wie nach dem Durchspielen der eigentlichen Titel, erreichen die Entwickler zwar nicht, aber bieten für eine halbe Stunde ein interessantes Comic, das nicht von der Trilogie-Entscheidung überschattet werden sollte.

„Mass Effect 3“ beginnt nach der Comic-Zusammenfassung mit dem erwarteten Tag, an dem die Reaper gegen die Allianz in den Krieg ziehen. Obwohl Commander Shepard die Führung der Allianz ausdrücklich gewarnt hatte, dass man die nötigen Vorbereitungen zu treffen hat, um den überlegenen Feinden entgegen treten zu können, durchbrechen die Reaper die Verteidigungslinie der Erde, als gäbe es diese nicht. Um das furchtbare Ausmaß des Krieges einzudämmen, wird Shepard wieder zum Dienst zurückgerufen und fliegt mit der Normandy zum Rat. Dieser soll der Allianz ihre Unterstützung bieten, damit man gemeinsam die Reaper zurückschlagen kann. Interesse am Überleben der Menschheit hat auch die paramilitärische Gruppierung Cerberus, jedenfalls nach eigenen Angaben. Diese Gruppierung untersteht dem Unbekannten, zu dem jedoch nur wenige Personen Kontakt haben. Commander Shepard begibt sich daher nach dem Exkurs auf den Mars, dem Zusammenstellen der bekannten Crew und der Konfrontation mit Cerberus zur Citadel, um den Rat für die Unterstützung zu überzeugen.

Dein Erlebnis!


Noch bevor man in das Geschehen einsteigt, kann man den Titel auf die eigenen Vorlieben einstellen. In diesem Individualisierungsprozess entscheidet der Spieler, ob das Abenteuer action- oder rollenspiellastig sein soll und wie sehr man den Spielfluss zu beeinflussen erwägt. Setzt man eher auf das Action-Genre, verzichtet man gleichzeitig auf die Option in den Zwischensequenzen durch eigene Antworten den Fluss zu bestimmen. „Mass Effect 3“ als Rollenspiel bietet dagegen verschiedene Update- sowie Gestaltungsmöglichkeiten. Weiterhin entscheidet man auch über die Vergangenheit von Commander Shepard, seiner Berufung in der Allianz und dem Aussehen, wobei diese Möglichkeiten wenig Einfluss auf das Gameplay haben.

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Die Ankunft der Reaper


Bereits von Anfang an setzt „Mass Effect 3“ auf Abwechslung und kann es die ersten Stunden auch durchziehen. Nach dem Überfall der Reaper, zur Mars-Erkundung und weiter findet sich der Spieler mal im Gefecht mit verschiedenen, bestens ausgerüsteten Gegnern, dann in einer Erkundungsmission und kurz darauf in der Verfolgungsjagd. Zwischendurch spielt der Titel lange Sequenzen ab, die manchmal besonders überzeugende, emotionale Momente wiedergeben und dem Spieler die Motive der Hauptcharaktere vertraut machen. „Mass Effect 3“ bietet ganz großes Kino, repräsentiert die Fortschritte der Videospielindustrie in der Visualisierung von Zwischensequenzen, fällt aber an einigen Stellen mit stockendem Bild und asynchronen Lippenbewegungen auf.

Im Gameplay steckt aber viel mehr, als die Videos oder Bilder zum Spiel vermuten ließen. Es besteht nicht nur aus actiongeladenen Schießereien und mitreißenden Zwischensequenzen, sondern beherbergt weniger geheim auch strategische Elemente. Die Wahl der Waffen hängt zum einen von der Entscheidung ab was für einem Beruf Shepard nachgehen soll. Hat man einen schlichten Soldat gewählt, wird man auf futuristische Waffen setzen, die aber nicht groß auf Chemie setzen. Andere Einheiten gehen da strategischer beziehungsweise auch heimtückischer vor und vertrauen weniger dem direkten Schusswechsel. Unter diesen Einheiten können die Waffen aber weiterhin spezialisiert werden und auf verschiedene Fähigkeiten zurückgreifen, die von den eigenen Eigenschaften, die man durch Erfahrungspunkte steigern kann, unterstützt werden. Da man stets auch in einer Gruppe unterwegs ist, befehlt man die Partner durch die Gebiete und kann auch diese stärken. Schafft man anfangs im Alleingang die ersten Konfrontationen, sofern die Munition ausreichen sollte, wird man im weiteren Spielverlauf auf die Kameraden setzen müssen.

Neben dem Singleplayer-Modus gibt es im dritten Teil nun auch eine Multiplayer-Kampagne, die aber die Story nicht ausweitet, sondern für Fans der Serie ein Ansporn zur Punktejagd sowie zum Erfolge-Sammeln sein soll. Da die Gefechte im Hauptspiel leichte Fehler aufweisen, ist es nicht die perfekte Multiplayer-Erfahrung, aber sicher ein toller Zusatz zur umfangreichen Geschichte im Singleplayer-Modus.

Special Edition


Da einige Fans mit dem ursprünglichen Ende der Trilogie enttäuscht waren, gab es kurz darauf ein alternatives Ende von den kanadischen Entwicklern bei BioWare. Dieses DLC findet sich auch in der Special Edition wieder, im Gegensatz zum Omega-DLC, das bisher für die Wii U-Version nicht angekündigt wurde. Ansonsten finden sich alle denkbaren Zusatzfunktionen, die sich durch das Wii U GamePad eröffnen, wie eine Übersichtskarte auf dem zweiten Bildschirm mit der exakten Lokalisation der Gegner und der schnellen Auswahl an Waffen und Partner. Außerdem ist es eine Erfahrung für sich den Titel allein auf dem Wii U GamePad zu spielen.

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Technik


Auf der Wii U läuft „Mass Effect 3“ genauso flüssig wie ursprünglich auf der aktuellen Konsolengeneration. Weiterhin sind ab und zu stockende Bilder zu vermerken und die Lippenbewegungen werden leider auch nicht sonderlich gut eingehalten. Solche Makel fallen einem an, da man ansonsten oft begeistert vor dem Bildschirm sitzt und die packende Story und die spannenden Zwischensequenzen genießt. Die musikalische Atmosphäre trifft die eines Blockbusters, wie es auch zu erwarten war, kann aber keine Werke bieten, die einem lange noch im Kopf summen dürften.