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Fire Emblem: Awakening

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8-4 interviewt die Entwickler von Fire Emblem: Awakening

Am 19. April ist es so weit und Fire Emblem: Awakening wird in unseren Gefilden erscheinen. In unserem Review haben wir dem Strategie-RPG für Nintendo 3DS neun von zehn Punkten verliehen. In Nordamerika ist das Spiel bereits seit einigen Wochen erhältlich.

Die amerikanische Fassung wurde von einem Unternehmen namens 8-4 übersetzt, dass bereits zahlreiche bekannte RPGs übersetzt hat. Vor einigen Wochen haben die sympathischen Übersetzer von 8-4 ein Interview mit den Entwicklern des Spiels vom Studio Intelligent Systems in Kyoto geführt. Das Interview wurde nun auf Englisch veröffentlicht. Es ist zwar ziemlich ausführlich, aber auch ziemlich interessant; wir können die Lektüre nur empfehlen. Die wichtigsten Informationen aus dem Interview fassen wir im Folgenden zusammen.

Interviewt wurden Masahiro Higuchi von Intelligent Systems (Projekt-Manager des Spiels), der am Spiel beteiligte Director Genki Yokota von Nintendo SPD, der Intelligent-Systems-Director Kouhei Maeda sowie Toshiyuki Kusakihara, Art Director von Intelligent Systems.

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– Genki Yokota hat an vielen RPGs mitgearbeitet. Er war einer der Directors für das Wii-JRPG Xenoblade Chronicles. Nachdem dies in Japan 2010 erschienen war, begannen die Arbeiten an Awakening.
Awakening bietet einen Casual-Modus, in dem das Permadeath-Feature deaktiviert ist. Damit wird das Spiel einfacher und zugleich einer größeren Zielgruppe zugänglich. Bei den Entwicklern war dieser Modus bis zuletzt stark umstritten, da Permadeath seit jeher die Reihe ausgezeichnet hatte. Da das Team das Spiel zugänglicher machen wollte und von Testspielern positives Feedback bekam, wurde der Casual-Modus eingebaut.
– Ob der Casual-Modus auch im nächsten Fire Emblem auftauchen wird, scheint noch nicht entschieden. Yokota antwortete, dies vom Spielkonzept abhängig zu machen, fügte aber sogleich hinzu, dass der Modus wohl wieder auftauchen würde.
– Auch die Entwickler gaben zu, ihr Spiel zu resetten, wenn eine ihrer Einheiten im Kampf stirbt.
– 8-4 vermutete, dass die Entwickler Spieler des Casual-Modus' verachten. Diese beteuerten jedoch, dass dem nicht so sei.
– Die Entwicklung von Awakening verlief langwierig, und erst als Leute wie Yokota dazukamen, ging es besser. Von der Planung des ursprünglichen Spielkonzept bis zu dessen Genehmigung vergingen allein anderthalb Jahre. Man dachte sich Ideen aus, schickte diese zu Nintendo, und so weiter.
– Kurz vor der Genehmigung kam die Idee auf, das Spiel auf dem Mars anzusiedeln – dieser Plan wurde letztlich aber wieder verworfen, genauso wei die Idee eines Fire Emblems, das in der heutigen Zeit handeln sollte.
– Nach einer internen Umfrage im Entwicklerstudio einigte man sich darauf, quasi ein „Best-of“ aller bisherigen Fire Emblem-Spiele zu machen.
– Nachdem das Konzept von Nintendo akzeptiert wurde, stellte das Studio ein Team aus Designern, Programmierern, Grafikern und Tontechnikern zusammen. Damit begann die eigentliche Produktionsphase des Spiels.
– Da das Spiel für den Nintendo 3DS entwickelt wurde, musste das Team einige Experimente bezüglich des 3D-Effektes führen. Besondere Probleme hatten die Entwickler dabei, wie man die zweidimensionalen Sprites der Einheiten auf dem dreidimensionalen Schlachtfeld darstellen sollte.
– Auf dem Schlachtfeld läuft Awakening mit einer Framerate von 60 Bildern pro Sekunde (fps), während eines Kampfes wird diese Rate auf 30 fps halbiert.
– Nachdem das technische Grundgerüst steht, wird die Handlung in groben Zügen verfasst und dann werden erste Schlachtfeld-Karten entworfen. Bei Awakening verfasste Maeda die Handlung.
– Eine Karte wird also zunächst grob geplant und dann zu Papier gebracht. Daraufhin gibt das Team die Daten ins System ein. Die Entwickler und Spieletester gehen anschließend jede Karte mehrfach durch, um eine gute Balance zu gewährleisten.
– 8-4 wollte außerdem wissen, welches die Lieblingseinheiten der Entwickler sind. Diese einigten sich größtenteils auf den Gregor, einen ausländischen Schwertkämpfer mittleren Alters, und Tharja, eine dunkle Magierin.
– Da das Team dem Spiel einen anderen grafischen Stil als den Vorgängern verliehen wollte, heuerte man den von No More Heroes bekannten Illustratoren Yusuke Kozaki zur Gestaltung der Charaktere an.
– Natürlich stellte 8-4 auch die Frage, warum den Figuren im Spiel Füße fehlen. Die Antwort: Zu Beginn der Entwicklung ließ man Füße weg, um die Animationen zu erleichtern und weniger Rechenkapazitäten beanspruchen zu müssen. Zu spät habe man aber festgestellt, dass Füße sehr wohl möglich gewesen seien. Ganz zufrieden zeigt sich auch der Art Director nicht damit und kann keine wirkliche Erklärung finden.
– Während eines Kampfes kann der Spieler die Kamera so einstellen, dass sie das Geschehen aus der Perspektive einer Einheit zeigt. Diese Ego-Perspektive wurde aufgenommen, weil die Entwickler meinten, gerade westlichen Fans würde sie sehr gefallen.
– Gegen Ende des Interviews fiel die Frage nach einem neuen Advance Wars. Diese Reihe stammt ebenfalls aus dem Hause Intelligent Systems und hat viel mit Fire Emblem gemein. Man antwortete, mit beiden Reihen niemals aufhören zu wollen und bei der nächsten Gelegenheit gern ein neues Advance Wars entwickeln zu wollen. Abgesehen von den Entwicklungsleitern sei das Entwicklerteam beider Franchises fast identisch. Es scheint also, als befinde sich derzeit noch kein neuer Advance Wars-Teil in der Entwicklung.
Weiterführende Links: Quelle, Forum-Thread

Bisher gibt es vier Kommentare

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  • Avatar von Master Ike
    Master Ike 06.04.2013, 20:18
    Wahrscheinlich sind sie im "Chibi Style"

    Wer braucht schon große Füße?
    Kleine Füße reichen schon. :P
  • Avatar von Sepo
    Sepo 06.04.2013, 17:13
    Das Interview ist auf jeden Fall sehr interessant. Aber eine Frage wurde damit immer noch nicht richtig beantwortet: Warum haben die Figuren keine Füße? Warum wurde das danach nicht wieder geändert?
  • Avatar von Tobias
    Tobias 06.04.2013, 10:50
    Ich mag diese Iwata-fragt-ähnlichen Interviews. Hier ging es aber vielmehr um die eigentliche Entwicklung des Spiels als bei einem Iwata fragt - wahrscheinlich, weil Iwata sich mit der Spieleentwicklung ja genug auskennt. Sehr interessant!
  • Avatar von Master Ike
    Master Ike 05.04.2013, 18:17
    Tolles Interview.

    Ich hab es doch gewusst, Advance Wars und Fire Emblem haben etwas gemeinsam:
    Sie stammen aus dem Hause Intelligent Systems.

    Ich würd mich freuen, wenn die anderen Japan Exklusiv FE Games nach Europa kommen.
    FE12 z.B hat es nie nach Europa geschafft. :(

    Die Kameraeinstellung in FE13 ist eine tolle Neuerung, man kann sogar das Geschehen stoppen -
    ich finde es jedenfalls episch.

    Hoffentlich gibt es bald mehr Infos über das neue Fire Emblem Crossover Game.
    Das wurde hier nämlich nicht erwähnt. :(