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Zombie Vikings: Ragnarök Edition

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Angespielt: Zombie Vikings

„Zombie Vikings“ ist das neueste Werk des „Stick it to The Man!“-Studios Zoink und sogar noch abgedrehter als jener verrückte Indie-Hit. Es handelt sich um ein Sidescroll-Beat-'em-Up für bis zu vier Personen, lokal oder online. Die skurrile Handlung, die sich lose an die nordische Mythologie anlehnt, stammt aus der Feder des Comedy-Autoren Zach Weinersmith. Im Herbst möchte Zoink das Spiel für Steam sowie, auch als Retail-Fassung, für die PlayStation 4 herausbringen. Die digitale PS4-Version des Spiels wird bereits am 1. September 2015 herauskommen. Auch eine Wii-U-Fassung plant das Studio. Auf der gamescom konnten wir uns das Ganze schon einmal ansehen.

Untote aus dem Norden

Bei „Zombie Vikings“ ist der Name Programm: Es geht um untote Vikinger, und genauso verrückt, wie das klingt, spielt sich der im Comic-Look gehaltene Story-Brawler auch. Mit bis zu drei Mitspielern darf man sich simultan durch Gegnerhorden schnetzeln. Eine Vielzahl an Kämpfern, Waffen und Verteidigungsgegenständen steht zur Auswahl. Normale Angriffe, Spezialattacken und aufladbare Angriffe – die von uns gewählte Spielfigur sprengte sich dabei etwa in die Luft – sowie Blocken: Das Fähigkeitenrepertoire entspricht dem, was man vom Genre erwartet.

„Zombie Vikings“ ist zwar ein kooperatives Spiel, doch hat es auch kompetitive Ansätze. So gibt es kurze Abschnitte, bei denen man gegeneinander antritt, und am Ende jedes Levels wird der beste Spieler gekürt. Außerdem kann man seine Mitspieler aufspießen, was jedoch nicht an deren Lebensleiste zerrt, da es sich ja immerhin um Untote handelt. Aufgespießte Mit-Kombattanten kann man dann mit einer aufgeladenen Attacke nach vorn schleudern. Besonders hilfreich, nein, quasi unabdingbar war diese Fähigkeit bei einer flotten Verfolgungssequenz, die wir anspielen durften. Abseits dessen steht sie leider häufig im Weg: Während unserer Anspielsitzung haben wir unsere beiden Mitspieler von Zoink zu oft versehentlich aufgespießt.

Ich seh' die Schlacht vor lauter Kämpfern nicht!

Generell fiel uns der Spieleinstieg sehr schwer. Das mag auch daran gelegen haben, dass der Autor dieser Zeilen wenig Erfahrung im Brawler-Genre hat. Doch bei dem Chaos auf dem Bildschirm geht einfach schnell die Übersicht flöten und man verliert seine eigene Spielfigur aus den Augen. Außerdem muss man sich erst mit den Fähigkeiten des eigenen Kämpfers vertraut machen, was nicht auf Anhieb gelingt. Hinzu kommt, dass „Zombie Vikings“ kein reiner 2D-Titel ist; zwischen dem hinteren und dem vorderen Ende des langen Schlachtfeldes kann man sich leicht bewegen, und häufig ist nicht direkt erkennbar, ob einem ein Gegner wirklich gegenübersteht oder nicht. Auch gab es in unserer Demo immer mal wieder ein leichtes Ruckeln.

Grotesker Grusel? Hirnloser Horror!

Die Zombie-Thematik ist heutzutage ziemlich ausgelutscht; da ist es gerade recht, dass „Zombie Vikings“ mit einem verrückt-schrägen Humor daherkommt. Das ermöglicht den Entwicklern, die Untoten-Thematik auf interessante Arten in das Spielkonzept zu integrieren: Außer Gefecht gesetzte Mitstreiter kann man einfach wieder zurück ins Spiel holen; selbst wenn der eigenen Spielfigur der Kopf abgehauen wurde, kann sie Gegner noch angreifen, indem sie sie ankotzt; und in einem Level haben sich unsere drei Spielfiguren zu einem gewaltigen Zombie-Monster zusammengesetzt, wobei jeder Spieler einzelne Körperteile dieses Riesen-Frankensteins kontrollieren konnte.

Bereits im lokalen Multiplayer mit bloß drei Personen war „Zombie Vikings“ ziemlich chaotisch – wie soll es dann bloß online mit vier Kombattanten aussehen? Auch wie groß der Umfang der Handlung ist, wie interessant diese ist und ob sie durch mehr als grotesken Humor punkten kann, bleibt abzuwarten. Jedenfalls gibt es optionale Nebenaufgaben – in einer kurzen Mission befreiten wir ein Zombie-Vikinger-Mädchen, das im Loch eines Wales feststeckte, nur um herauszufinden, dass es gar nicht hinaus wollte, sondern noch tiefer rein. Verrückt!

„Zombie Vikings“ soll auch für die Wii U erscheinen. Genaueres konnte Zoink uns Anfang August zwar noch nicht mitteilen, doch möchte das Studio die Steuerung idealerweise so umsetzen, dass jeder Spieler bloß eine eigene Wii-Remote benötigt. Die Wii-U-Version von „Zombie Vikings“ ist laut aktuellen Presseangaben für Winter 2015 geplant.

Weiterführende Links: Forum-Thread

Ersteindruck & Fazit

Wir sind noch skeptisch: Die Übersicht geht zu oft im Chaos unter, und mit einem Comic-Look und abwegig-abgedrehten Ideen allein kann man sich in der heutigen Indie-Szene auch nicht mehr abgrenzen. Nun ist der Story-Brawler wirklich kein Spiel, das sich selbst ernst nehmen möchte, doch wird es wirklichen Tiefgang bieten oder doch bloß eine stumpfe, wenn auch lustige Hirn-Aus-Klopperei mit Freunden sein?

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