Inside Nintendo 143: Der unbekannte Übergangspräsident – Tatsumi Kimishima im Portrait

Als Tatsumi Kimishima im September 2015 als Nachfolger des unerwartet verstorbenen Satoru Iwata zum fünften Präsidenten in der Geschichte Nintendos ernannt wurde, konnte kaum jemand etwas mit seinem Namen anfangen. Daran hat sich in den letzten drei Jahren nicht viel geändert, denn anders als sein Vorgänger hat sich Kimishima kaum in der Öffentlichkeit gezeigt. Nun ist der 68-jährige Übergangspräsident vor Kurzem in den Ruhestand getreten. Wir werfen einen Blick auf sein Leben und seine Karriere und lassen seine Zeit an der Spitze des Mario-Konzerns Revue passieren. Am Ende schauen wir außerdem kurz, wer der neue Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa ist.

Super Mario Makler

Tatsumi Kimishima kam am 21. April 1950 in Tokyo auf die Welt – damit ist er exakt 39 Jahre älter als der Game Boy, einer von Nintendos größten Welterfolgen. Als dieser anno 1989 in Japan auf den Markt kam, hatte Kimishima noch nicht viel mit Nintendo zu tun – ganz im Gegenteil. Nach seinem Studium an der Hitotsubashi-Universität, die schon viele bekannte Manager hervorgebracht hatte, begann er im April 1973 eine Tätigkeit bei The Sanwa Bank, wo er später wichtige Aufgaben übernahm.

Im Laufe seiner Bänkerkarriere verbrachte Kimishima viel Zeit in Amerika und war unter anderem für Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmensplanung bei The Sanwa Bank verantwortlich. Mit 38 Jahren – damals dominierte Nintendo unangefochten den amerikanischen Videospielmarkt – wurde Kimishima Vorsitzender der Unternehmensgewerkschaft von The Sanwa Bank. Im Oktober 1998, als Sanwa die profitabelste Bank der Welt war, übernahm er als Manager die Zuständigkeit für die Niederlassung in Shinbashi. Damals eroberten die Pokémon das Land der aufgehenden Sonne, und obwohl Kimishima davon wenig mitbekam, sollte er schon bald einer der Verantwortlichen des Taschenmonster-Imperiums werden.

Plötzlich Pokémon

Wie so häufig bei ungewöhnlichen Personalberufungen innerhalb Nintendos war dafür Hiroshi Yamauchi verantwortlich, der den Konzern von 1949 bis 2002 mit eisener Faust lenkte. Der Japaner mit dem außerordentlichen Gespür für Talente berief Kimishima im Jahre 2000 zu einem Gespräch ein. Yamauchi wollte damals den „Pokémon“-Hype in den westlichen Märkten stärken, wozu er jemanden mit Erfahrung im unternehmerischen Bereich von außerhalb der Videospielindustrie suchte. Wie genau er ausgerechnet auf Kimishima stieß, ist leider nicht bekannt.

Wie dem auch sei, das Gespräch zwischen den beiden dauerte ungefähr eine Stunde und drehte sich um die Zukunft von Pokémon und Nintendo. Kimishima gestand dabei, als einziges Pokémon nur den berühmten Elektronager Pikachu zu kennen. „Herr Yamauchi antwortete rasch: ‚Eigentlich weiß ich auch nicht viel über Pokémon‘“, erinnerte sich Kimishima zurück. „Ich glaube, er hat nicht die ganze Wahrheit gesagt.“ Das Gespräch endete schließlich mit Kimishimas Einstellung bei Nintendo. „Ohne dass er auf irgendeine Antwort von mir gewartet hätte, sagte Herr Yamauchi: ‚Kommen Sie nächsten Monat zu Nintendo; ich möchte, dass Sie an Pokémon arbeiten.‘ Ich war ziemlich überrascht, da ich während des Interviews kaum ein Wort gesprochen hatte.“

Hiroshi Yamauchi hat Ende 2000 Kimishima für das Pokémon-Imperium angeheuert – und damit den späteren fünften Nintendo-Präsidenten ins Boot geholt (Bild: Nikkei, März 2001).

Kimishima macht Karriere

So wurde Kimishima nach 27 Jahren als Bankangestellter und -manager im Dezember 2000 zum Representative Director und Chief Financial Officer von The Pokémon Company ernannt. 2001 wurde er außerdem Präsident von Pokémon USA. Damals verschaffte die zweite Generation der Hauptspiele dem Pokémon-Franchise neuen Aufwind; im Oktober waren „Pokémon Gold“ und „Pokémon Silber“ auch in Nordamerika erschienen. Hinzu kamen bekanntlich zahlreiche weitere Videospiele, der Anime und die Kinofilme sowie alles nur erdenkbare Merchandising rund um die Taschenmonster. Kimishima hatte dabei bestimmt alle Hände voll zu tun und leistete hinter den Kulissen einen wichtigen Beitrag zum Pokémon-Phänomen.

Bei dieser Tätigkeit muss sich Kimishima gut bewährt haben, denn im Januar 2002 wurde er Mitglied des Verwaltungsrats von Nintendo of America (NoA) und – noch mehr – Präsident der amerikanischen Nintendo-Niederlassung. Damals fand regelrecht ein Epochenwechsel für den Konzern statt, denn während Kimishima Nachfolger des NoA-Gründers Minoru Arakawa wurde, gab Yamauchi im Mai die Leitung des Gesamtkonzerns an Satoru Iwata ab. Im Juni 2002 stieg Kimishima außerdem in den Vorstand der Nintendo-Zentrale in Japan ein.

Kampf der Wii-Knappheit

Kimishima wurde im Mai 2006 zum Vorstandsvorsitzenden von NoA ernannt. Das Amt des Präsidenten gab er an Reggie Fils-Aimé ab, der unter Nintendo-Fans bis heute regelrecht Kultstatus genießt. Dass Kimishima im Vergleich zu seinem Nachfolger kaum Bekanntheit erlangen konnte, hat nichts damit zu tun, dass er keine gute Arbeit geleistet hätte – er ist bloß kaum öffentlich in Erscheinung getreten. Der Öffentlichkeit unerkannt, vollbrachte Kimishima im Verborgenen aber große Leistungen.

Als es etwa nach der Markteinführung der Wii besonders in Amerika zu enormen Knappheiten kam – das hatten wir ja in „Inside Nintendo 140“ gesehen –, fungierte Kimishima als Koordinator zwischen den verschiedensten Stellen und Instanzen. Dadurch ermöglichte er es, dass möglichst viele Wii-Konsolen möglichst effizient produziert und in Amerika ausgeliefert werden konnten. Das hatte, wie Kimishima später berichtete, selbst Iwata nicht für möglich gehalten. Auch wenn die Wii-Knappheit in Amerika noch lange andauerte und Kunden, Händler und Nintendo selbst gleichermaßen verärgerte – ohne Kimishima wäre die Lage noch schlimmer gewesen.

Hier posiert im Februar 2002 ein frischgebackener NoA-Präsident zwischen Sonic und Mario (Bild: The Seattle Times 2002).

Bis in die obersten Etagen

Durch seine Leistungen als NoA-Vorstandsvorsitzender trug Kimishima also einen gewissen Teil zum sensationellen Erfolg der Wii bei. Er selber betrachtet seine Leistungen ganz bescheiden: „Erfolg ist nicht das Ergebnis individueller Bemühungen. Erfolg ist vielmehr das Ergebnis von Glück. Es steht uns nicht zu, rauszugehen und zu sagen ‚Hier, schaut mich an, ich habe das getan, ich war erfolgreich!‘“ Nichtsdestoweniger hatte Kimishima ein Talent dafür unter Beweis gestellt, riesige globale Unternehmensstrukturen effektiv und effizient zu dirigieren.

Diese Begabung brachte ihm später wichtige Positionen beim Mutterkonzern in Japan ein. Im Juni 2013 nämlich wurde er Managing Director von Nintendo Company Limited (NCL) sowie – als Nachfolger für zwei Manager, die in den Ruhestand traten – General Manager der Abteilungen für Unternehmensplanung und allgemeine Angelegenheiten. Auf die Stelle des Vorstandsvorsitzenden von NoA rückte ihm damals übrigens Iwata nach, der dieses Amt fortan parallel zu seiner Tätigkeit als NCL-Präsident bekleidete.

Es ist durchaus kurios: An der Spitze von NoA wurde Iwata der Nachfolger von Kimishima, während Kimishima später an der Spitze von NCL Iwatas Nachfolger werden sollte. Zuvor aber war er unter Iwatas Leitung als ranghoher Manager für Planung und Administration des Unternehmens verantwortlich. Nur ein Jahr später, im Juni 2014, erhielt er zusätzlich die Zuständigkeit für die Personalabteilung.

Wer wird Iwatas Nachfolger?

Als Iwata am 11. Juli 2015 an den Folgen einer Krebserkrankung verstarb, stand Nintendo plötzlich ohne Präsidenten da. Das Unternehmen schien auf diesen unerwarteten Todesfall nicht vorbereitet gewesen zu sein und übertrug die Geschäftsführung vorübergehend an die beiden ranghöchsten Manager Shigeru Miyamoto und Genyo Takeda. Beobachter erwarteten, dass einer der beiden auch der nächste Nintendo-Präsident werden würde, und da Miyamoto als kreativer Spiele-Chefentwickler nicht gut an die unternehmerische Spitze eines Weltkonzerns zu gehören schien, galt Takeda als heißer Kandidat – immerhin konnte der Leiter der Hardwareabteilung schon auf über vier Dienstjahrzehnte bei Nintendo zurückblicken (mehr über ihn in „Inside Nintendo 93“).

Doch die Entscheidung ließ auf sich warten und die kommissarische Geschäftsführung neben den vielfältigen weiteren Aufgaben zerrte sehr an Miyamotos und Takedas Kräften. Die unmittelbare Zeit nach Iwatas Tod war nicht nur für die beiden, sondern für das ganze Unternehmen nicht leicht. Nach zwei Monaten beschloss der Verwaltungsrat schließlich am 14. September 2015, dass Kimishima der nächste Nintendo-Präsident würde. Dass ausgerechnet ein 65-jähriger Ex-Bänker mit eisernem Gesichtsausdruck die Ruder des japanischen Videospielriesen übernahm, kam sehr unerwartet und sorgte speziell bei Nintendo-Fans nicht gerade für Begeisterung.

Videomaterial von der Pressekonferenz am 14. September 2015, in der Kimishima vorstellt wurde und – zwischen Miyamoto und Takeda sitzend – über Nintendos neue Management-Struktur spricht.

Kimishima – nicht die erste Wahl?

Die japanische Nikkei berichtete sogar unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Nintendo-Manager, dass Kimishima nicht die erste Wahl als Iwata-Nachfolger gewesen sei. Das Unternehmen habe lieber einen jüngeren Präsidenten gewollt, doch es sei schwierig gewesen, einen geeigneten jungen Kandidaten zu finden. Als die Zeit verstrich, habe man mit Blick auf die wichtige Endjahressaison stattdessen einen erfahrenen Geschäftsmann für einen nahtlosen Übergang gewählt. Ob diese Darstellung aber ganz der Wahrheit entspricht, darf angezweifelt werden.

Schnell jedenfalls wurde klar, dass ein erfahrener und bewährter Geschäftsmann wie Kimishima genau die richtige Wahl für Nintendo war, das damals arg am Misserfolg der Wii U zu knabbern hatte und die schlechtesten Geschäftszahlen seit Jahrzehnten einfuhr. Auch seine langjährige Tätigkeit in Amerika sprach eindeutig für ihn. So sagte Reggie, der seit 2003 mit Kimishima zusammengearbeitet hatte, dass dieser der „ideale Nachfolger von Herrn Iwata“ sei.

Mann mit Mission

Kimishima selbst sagte im Dezember 2015 in einem Interview: „Ich glaube, dass ich dieses Unternehmen sehr gut verstehe. Ich fühle mich verantwortlich für jeden Mitarbeiter. Ich fühle mich verantwortlich für jeden Anteilseigner. Und wohl am wichtigsten: Ich fühle mich verantwortlich für jeden einzelnen Spieler.“ Für Bonus-Sympathiepunkte sorgte die Meldung, dass Kimishima den Misserfolg der Wii U schon zu deren Launch vorhergesagt habe. Dies dementierte er aber später und behauptete, vom Nikkei-Reporter falsch verstanden worden zu sein.

Darüber hinaus wurde von Anfang an betont, dass Kimishima nur ein Übergangspräsident mit einer festen Mission war: Er sollte das Nintendo-Management zukunftsfähig machen und den von Iwata eingeschlagenen Kurs fortführen – das bedeutete insbesondere den Einstieg in das Geschäft mit Mobilespielen sowie die Markteinführung von NX, der geheimnisumwobenen neuen Nintendokonsole. Kimishima war überzeugt, dadurch dem schwächelnden Konzern zu neuer Blüte verhelfen zu können, und versprach, dass Nintendo innerhalb von drei Jahren noch größere Erfolge als zur Wii-Ära werde feiern können.

Kimishima und Iwata zusammen auf einer Pressekonferenz im Oktober 2014. „Was den Codenamen ‚NX‘ betrifft, ich glaube, dahinter steckt keine echte Bedeutung, und ehrlich gesagt weiß ich nicht, woher der Name stammt“, erklärte Kimishima 2015. „Vielleicht wollte Herr Iwata es mir sagen, hatte dazu aber nie die Gelegenheit.“

Kimishima bringt Nintendo wieder auf Erfolgskurs

Zunächst hieß es, dass Kimishimas Amtszeit nur auf ein Jahr angesetzt sei. Diese Aussage dementierte er aber später: Es sei nur vom Unternehmensvorstand die Rede gewesen, der jedes Jahr neu bestätigt werden müsse. Er selber werde die Projekte, für die er jetzt zuständig sei, zu Ende führen und auch noch ihre Früchte erleben. Damit deutete er zumindest eine etwas längere Amtszeit an. Als eine der ersten konkreten Amtshandlungen schuf er für Miyamoto und Takeda sogenannte „Fellow“-Stellen und übertrug Nachwuchstalenten wichtige Aufgaben. Außerdem brachte er die von Iwata begonnene Umstrukturierung der Entwicklungsabteilungen zu Ende.

In Bezug auf die Wii U konnte Kimishima den Spieß jedoch nicht mehr umdrehen, dazu war es bereits zu spät. Doch der 3DS lief weiterhin gut und mit den amiibo sowie den ersten Smartphonespielen erschloss Nintendo in dieser Zeit neue Geschäftsfelder mit langfristigem Erfolg. Spätestens seit die Nintendo Switch im März 2017 auf den Markt gekommen ist und mit Blockbustern wie „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ und „Super Mario Odyssey“ für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat, ist Nintendo wieder in aller Munde. Dass sich das Blatt derart wieder zum Guten wenden würde, damit haben noch vor wenigen Jahren nicht viele gerechnet.

Jüngere Gesichter an die Front

Während Kimishima seine Mission, Nintendo wieder in schwarze Zahlen zu führen und zukunftsfähig zu machen, mit großem Erfolg ausführte, hielt er sich selbst stets im Hintergrund. Wie erwartet, war er in dieser Hinsicht ganz anders als sein Vorgänger, der sich den Nintendo-Fans regelmäßig als Moderator in den „Nintendo Direct“-Ausstrahlungen sowie als Interviewer in der „Iwata fragt“-Reihe präsentiert hatte; beiden Formate hatte Iwata durch seine Art seinen ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Kimishima, der ja anders als Iwata keinen Hintergrund als Spieleentwickler hatte, führte die Entwicklerinterview-Reihe nicht fort.

Auch eine erwartete Vorstellung Kimishimas im Rahmen von „Nintendo Direct“ fand nie statt. Wohl betrat er bei der „Nintendo Swtich Presentation“ im Januar 2017 die Bühne, hinterließ hier aber kein sonderlich einprägsames Bild. Stattdessen traten jüngere Entwickler wie Shinya Takahashi, Yoshiaki Koizumi oder Hisashi Nogami ins Rampenlicht. Besonders Takahashi, der nun für sämtliche Spieleentwicklungen innerhalb Nintendos zuständig ist, galt als aussichtsreicher Kandidat für den nächsten Präsidenten; Genyo Takeda war inzwischen in den wohlverdienten Ruhestand getreten.

Neuer und alter Präsident reichen sich die Hand: Shuntaro Furukawa und Tatsumi Kimishima im April 2018.

Vom Nintendo-Fan zum Nintendo-Chef

Die Nachfolger-Frage war aber zunächst in den Hintergrund gerückt, denn die Nintendo-Fans hatten sich an Kimishima als Präsidenten gewöhnt und schienen zu vergessen, dass er in erster Linie ein Übergangspräsident war. Dies rief Nintendo am 26. April 2018 wieder in Erinnerung, als bekanntgegeben wurde, dass Kimishima, der wenige Tage vorher seinen 68. Geburtstag gefeiert hatte, am 28. Juni in den Ruhestand treten werde. Er werde aber, so hieß es, dem Konzern weiterhin als Berater zur Seite stehen, so wie es auch Yamauchi nach seiner Pensionierung getan hatte. Zum 28. Juni traten übrigens noch weitere Änderungen im Nintendo-Management in Kraft, etwa räumte der langjährige Nintendo-of-Europe-Präsident Satoru Shibata seinen Posten, um eine Stelle in Japan anzunehmen.

Shibata wurde aber nicht etwa Kimishimas Nachfolger; zum sechsten Nintendo-Präsidenten war vielmehr Shuntaro Furukawa erkoren worden – wie damals bei Kimishima ein zuvor weitestgehend unbekannter Name. Furukawa, Jahrgang 1972, gehört zu jener Generation, die mit Nintendos Famicom aufgewachsen und somit in der Welt der Videospiele heimisch ist. Schon seit April 1994 arbeitet er für Nintendo und war lange sogar in Deutschland beschäftigt. Ab 2012 übernahm er wichtige Aufgaben in der Abteilung für Unternehmensplanung und war seit 2016 Vorstandsmitglied und für die Marketingabteilung zuständig.

Viel Erfolg, Furukawa-san, und alles Gute, Kimishima-san!

Zwar war Furukawa nicht wie Iwata früher als Spieleentwickler tätig, doch er ist relativ jung, selbst begeistert von Videospielen und spricht fließend Englisch. Wir sind gespannt, ob Nintendo unter seiner Führung den Erfolgskurs wird halten können und ob wir ihn auch etwa in „Nintendo Direct“ zu Gesicht bekommen werden. Kimishima wünschen wir indes, dass er seinen wohlverdienten Ruhestand genießen kann – denn obgleich seine Amtszeit als Präsident mit knapp drei Jahren die mit Abstand kürzeste in der Geschichte Nintendos war, hat er ja das Blatt für den Konzern wieder zum Guten gewendet. Hoffentlich werden wir noch hin und wieder von ihm hören!

Quellen: „Notice Regarding Personnel Change of a Representative Director and Role Changes of Directors“, Nintendo, 14. September 2015; „Nintendo taps steady hand to replace charismatic leader“, Nikkei, 15. September 2015; Matt Peckham: „Exclusive: Nintendo’s New President on the Icon’s Future“, Time, 3. Dezember 2015; „Notice Regarding Changes of Representative Director and Other Management“, Nintendo, 26. April 2018.

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Bisher gibt es sechs Kommentare

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  • Avatar von FallenDevil
    FallenDevil 29.07.2018, 23:35
    In Retrospektive wird Kimishima für mich persönlich immer als "der Verwalter" wirken. Es scheint als hätte er das, was Iwata noch in die Wege geleitet hat, erfolgreich durchgesetzt und den eingeschlagenen Kurs beibehalten. Ich denke erst Furukawa wird Nintendo einen neuen spürbaren Führungsstil verschaffen, der sich noch entsprechend auf die Industrie als auch auf uns auswirken wird. So wie Hiroshi Yamauchi Nintendo überhaupt erst zu einem Videospielkonzern gemacht hat u. Iwata mit seinerzeit unkonventionellen Konzepten das Medium in der Masse etabliert hat, wird Furukawa auch dazu beitragen, dass diese Firma und alles was damit zusammen hängt noch lange Bestand haben. Gerade jetzt, wo auch ein immernoch von vielen verehrter Shigeru Miyamoto kurz vor dem Abtritt steht.
    Da sind genug junge Leute für die nächsten 35 Jahre!
  • Avatar von Garo
    Garo 29.07.2018, 21:25
    Zitat Zitat von virus34 Beitrag anzeigen
    Fakt ist die Spiele werden qualitativ immer schlechter, dafür aber teurer und die Bosse sacken sich Millionenprämien ein.
    Das ist überhaupt kein Fakt. Breath of the Wild und Super Mario Odyssey sind zwei der besten Spiele seit Jahren und werden von Millionen an Menschen gespielt und geliebt.
  • Avatar von Tobias
    Tobias 29.07.2018, 21:24
    Da Kimishima ja in erster Linie den Kurs fortführen sollte, der in der unmittelbaren Zeit vor ihn eingeschlagen worden ist, und neben ihm ein ganzer Stab weiterer Leute für die Unternehmensplanung zuständig ist, ist es sicher kaum angemessen, ihn allein für Nintendos Entwicklungen verantwortlich zu machen – was auch immer man von diesen halten möchte, denn den Verlust oder ein Nachlassen der Nintendo-Qualität kann ich nicht erkennen. Es ist ja wirklich nicht so, als hätte Kimishima keine Kenntnis von Nintendo, wie ihm häufig vorgeworfen wird. Dafür wird man bestimmt sagen können, dass Kimishimas Expertisen zu einem guten Teil zum erfolgreichen Start der Switch beigetragen haben.
  • Avatar von virus34
    virus34 29.07.2018, 18:27
    Zitat Zitat von Garo Beitrag anzeigen
    Muss ich dich erinnern, dass die Smash Bros. DLCs (80ct pro Mii-kostüm, 2€ pro Stage, 6€ pro Kämpfer), Freundescodes, konsolengebundene Accounts, P2P-Online-Games, Wii U und Spiele wie Wii Music und Animal Crossing amiibo Festival alle aus Iwatas Herrschaft stammen?
    Smash Bros. ist zumindest diskutabel, ich gehe mit das es scheiße mit der Geldmacherei bei Smash ist, aber es ist zumindest nur ne Auftragsarbeit und eigentlich "kein Nintendo-Spiel", gegen Freundescodes habe ich überhaupt nichts, im Gegenteil - ich mag es nicht jeder Firma meine E-Mail geben zu müssen, diese hat man durch die Freundescodes bei Nintendo nicht gebraucht, konsolengebundene Accounts finde ich auch nicht schlimm, da diese bei Reparaturarbeiten bei Nintendo problemlos übertragen wurden, P2P-Online-Games sind im Konsolenbereich sowieso usus und mit Sicherheit nicht Iwatas schuld, Wii Music ist auf Shigi´s Mist gewachsen und zu ACAF kann ich leider nicht viel sagen, muss aber darauf hinweisen, dass Iwata 07/2015 verstorben ist, vorher schon monatelang mit seiner Krankheit zu kämpfen hatte und dementsprechend gehe ich jede Wette ein, dass der Laden zu der Zeit schon von anderen Leuten gelenkt wurde, ACAF erschien 11/2015 und somit auch zu Kimishimas Amtszeit.
    Fakt ist die Spiele werden qualitativ immer schlechter, dafür aber teurer und die Bosse sacken sich Millionenprämien ein.
  • Avatar von Garo
    Garo 29.07.2018, 15:09
    Zitat Zitat von virus34 Beitrag anzeigen
    Ich persönlich mag den guten Mann nicht wirklich. Er hat meiner Meinung nach jede Menge kundenunfreundliche Systeme bei Nintendo etabliert, die eigentliche "Nintendoqualität" auf die man sich immer verlassen konnte, hat auch stark nachgelassen und als Krönung gibt´s noch ein Jahresgehalt von umgerechnet rund 1,6 Millionen €.
    Muss ich dich erinnern, dass die Smash Bros. DLCs (80ct pro Mii-kostüm, 2€ pro Stage, 6€ pro Kämpfer), Freundescodes, konsolengebundene Accounts, P2P-Online-Games, Wii U und Spiele wie Wii Music und Animal Crossing amiibo Festival alle aus Iwatas Herrschaft stammen?
  • Avatar von virus34
    virus34 29.07.2018, 11:59
    Ich persönlich mag den guten Mann nicht wirklich. Er hat meiner Meinung nach jede Menge kundenunfreundliche Systeme bei Nintendo etabliert, die eigentliche "Nintendoqualität" auf die man sich immer verlassen konnte, hat auch stark nachgelassen und als Krönung gibt´s noch ein Jahresgehalt von umgerechnet rund 1,6 Millionen €.