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Thema: Spielsucht

  1. #1
    Avatar von blue88
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    Spielsucht

    Ich weiß nicht, warum ich das alles geschrieben habe. Irgendwie hat es auch keinen richtigen Zusammenhang, ich denke ich musste es mir einfach mal von der Seele schreiben. Und mich würde interessieren, ob es euch auch so geht.

    In diesem Spiel soll es nicht um die potentiellen Amokläufer gehen, die sich 24/7 mit CS und Cola in ihrem Zimmer verschotten, sondern um den ganz normalen Durchschnittstypen, der nach der Arbeit/Schule lieber eine Runde zockt, als etwas mit Freunden etwas zu unternehmen.

    Bemerkt ihr dieses Verhalten öfter an euch? Mir ist es schon oft aufgefallen, als ich abends allein zu hause saß anstatt mit anderen wegzugehen, oder Sport zu machen, zu lernen, irgendwas das ich mir vorgenommen hatte. Danach und manchmal auch währenddessen habe ich mich immer über die verlorene Zeit geärgert und doch hab ich's am nächsten Tag wieder gemacht (ähnlich wie der Alkoholiker den nach jedem Tag mit Alkohol die Reue plagt und der am nächsten doch wieder trinkt). Mir war immer klar dass ich viel spiele, aber Spielsucht? Das hört man doch immer nur in den Medien, das gibt's doch gar nicht.

    Es dauert ganz schön lange bis einem klar wird, dass das eigene Verhalten in jedem Aspekt einer Sucht entspricht. Schlechte Laune bei Entzug, Unkonzentriertheit bei anderen Dingen etc. einfach der ständige Zwang jetzt doch wieder den Controller in die Hand zu nehmen.

    Als kleines Kind hatte ich nicht viele Freunde und ich bin ein Einzelkind. Meine Eltern waren, auch wenn sie es nicht zugeben wollten, eigentlich ganz froh, wenn ich mich mit meiner Konsole beschäftigte. Damals hatte ich noch nicht so viele Spiele und schon gar keine endlosen Onlinespiele, irgendwann waren sie also uninteressant und ich habe mich anderen Dingen zugewandt. Irgendwann kam Wolfenstein:ET als F2P auf den PC. Das Spiel war cool, dort war ich in einem Clan, kannte die Leute, wurde immer besser und bekam Respekt von Personen, die ich gar nicht kannte. Ich war zwar auch im RL in einer Clique, allerdings recht weit unten in der Hackordnung, da kam mir die Anerkennung aus dem Spiel gerade recht - ich spielte bis in die Nacht, war am nächsten Tag müde und genervt. Nach etwa 3-5 Jahren Enemy Territory fand ich wieder zu den Konsolen zurück.
    Konsolen die als Kind mein bester Spielpartner waren und das Beste: Jetzt konnte ich mir so viele Spiele leisten, wie ich wollte. Mit der Zeit wurde mein Backlog immer größer, mit dem ständigen Zwang alles nachzuholen, immer mehr zu spielen. Das nächste Spiel war immer schon mit der Post unterwegs und das alte musste beendet werden. Spätestens hier sollte klar werden: Das ist kein Spiel mehr, das ist zwanghaftes Verhalten, purer Stress.

    Versteht mich nicht falsch. Ich war immernoch gut in der Schule, in einer festen Beziehung, eigentlich lief alles ganz gut. Nur trieb mich irgendeine innere Kraft dazu, bei JEDER Gelegenheit zu zocken. Mittlerweile hatte ich eine eigene Wohnung, die kaum geputzt wurde, Bücher wurden immer weniger gelesen, Hobbies vernachlässigt, bis ich gar nicht mehr ins Training bin. Im Studium und mit der Freundin lief alles noch gut, und solange noch irgendwas läuft, denkt man nicht daran etwas zu ändern. Ach, ich konnte gar nichts ändern, ich hatte für die Spiele ja bezahlt, also mussten sie auch gespielt werden. Und am nächsten Tag war wieder irgendein Angebot für ein Spiel so gut, dass ich nicht nein sagen konnte.

    Der ständige Reiz immer mehr, günstigerer Spiele (irgendwann reicht die anfängliche Dosis bei einer Sucht eben nicht mehr aus) trieb mich irgendwann zu Steam und auf Steam lauerte Team Fortress 2. Im Prinzip Enemy Territory im Comic-Stil und mit sammelbaren Items. Jetzt war alles aus. Als letztes Hobby wurde das Fitnessstudio aufgegeben, dafür war keine Zeit mehr, ich musste ja nach 9 Stunden im Geschäft noch Waffen und Hüte für Team Fortress sammeln und mal bei der Freundin vorbeischauen (was immer mehr zur Last wurde, da ich schnell wieder heim musste zum Zocken).

    Und jetzt? Jetzt ist heute abend um 23 Uhr. Ich möchte mich nicht mehr so von irgendwelchen doofen Spielen unter Stress setzen lassen. Ich habe erkannt, dass ich ein Problem habe.
    Jetzt wird erstmal im großen Stil deinstalliert und gehofft, dass ich möglichst lange durchhalte ohne rückfällig zu werden. Ich möchte wieder Zeit haben um mit meiner Freundin wegzugehen (ich bin schon froh, dass sie sich noch nicht von mir getrennt hat, obwohl ich bei ihr in letzter Zeit nur 1-2 Stunden lustlos vorm TV rumgehangen bin, bis "das endlich erledigt war" und ich wieder zum Zocken heimfuhr), ich will endlich Zeit haben Japanisch zu lernen. Ich möchte wieder Bücher lesen. Und vorallem will ich wieder Sport machen - mein Rücken bringt mich ohne Sport vom Bürojob um, und die 3 Etagen zur Kantine komm ich ohne zu schnaufen nicht mehr zu fuß nach oben.

    Ok, wie eingangs geschrieben, ich weiß nicht warum ich euch damit belästige. Ich muss nur irgendwo festhalten, dass ich zumindest mal das Problem erkannt habe. Man sagt ja immer, das sei der erste Schritt.

    Spoiler

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  2. #2

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    Nicht wayne !
    Das ist ein super Thema wie ich finde.
    Und auch ne Gelegenheit mal sein eigenes Handeln etwas distanzierter zu betrachten.


    Kenne ich sehr gut.

    Aber das ist bei meinen Hobbies generell so.
    Ich zocke gerne, gucke Anime und Serien, chatten etc. Kann man alles schoen praktisch zuhause auf dem Sessel machen, man muss nicht wegfahren und meistens nervt einen keiner dabei.
    Also alles in allem super.

    Aber auch ich habe dann immer (eigentlich dann danach, wenns ins Bettchen geht) die ganzen Gedanken.. "Was hab ich jetzt den ganzen Abend/Tag/Wochenende eigentlich gemacht ? Wieder nur vorm TV/Notebook gesessen und das wars.
    Andererseits bin ich schon alleine vom Gedanken ans Weggehen genervt.
    1. Gibts bei mir nichts wirkliches (kleines Kackdorf)
    2. Sind eigentlich alle Freunde (was auch "nur" meistens Schulkammeraden sind/waren) irgendwo weiter weg mitllerweile.
    3. Abends nach der Arbeit noch weg ? neeee..zu stressig.
    Klar geh ich ab und zu mal auch mit den Eltern weg nen Cafe trinken oder zu irgendwelchen Events, aber das ist auch meistens immer so muehsam bis man sich erstmal uberwunden hat.
    Und dann darf natuerlich das Smartphone in der Hosentasche nicht fehlen.


    Ich sehs ja eigentlich auch ein, dass ich suechtig bin. Nur bin ich auch zu bequem was daran zu aendern. -> Stress = kein Bock.

  3. #3
    Avatar von blue88
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    Zitat Zitat von Mc_Rib Beitrag anzeigen
    Andererseits bin ich schon alleine vom Gedanken ans Weggehen genervt.
    2. Sind eigentlich alle Freunde (was auch "nur" meistens Schulkammeraden sind/waren) irgendwo weiter weg mitllerweile.
    3. Abends nach der Arbeit noch weg ? neeee..zu stressig.
    Mh, ja dafür bin ich meistens auch zu müde, aber wenigstens was anderes könnte man ja machen. Hausarbeit, was neues lernen, Hobbies etc.
    Und dann am WE halt was unternehmen.

    Nur bin ich auch zu bequem was daran zu aendern. -> Stress = kein Bock.
    Ich versuche immer mit dem Zocken dem Stress aus dem Weg zu gehen, mache dadurch aber eigentlich alles nur noch schlimmer, weil sich die Arbeiten die zu erledigen sind dadurch anhäufen. -> Teufelskreis
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  4. #4

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    Ich kann McRib's Punkte auch nur so unterstreichen. Freunde habe ich keine, somit auch keinen Grund irgendwie wegzugehen. Allzu gern bin ich auch nicht immer um Menschen rum - ab und zu mal weggehen was Essen oder so ist in Ordnung aber Party machen etc. ist bei mir nicht drinnen.

    Nach der Schule/Arbeit bin ich froh zu Hause zu sein, weg von all den Menschen und endlich meine Ruhe zu haben (meine Arbeit umfasst Kundschaft und nach einem langen Tag will man für den Rest des Tages keine Seele mehr sehen), dann zocke ich halt gerne. Ich kann zwar nicht lange am Stück zocken, aber generell spiele ich sehr viel, auch mehrere Stunden am Tag wenn's hinkommt - zwar seltener aber es kommt vor.

    Großartig Hobbies habe ich keine außer Fremdsprachen zu lernen, dann steht halt Zocken auf der Tagesordnung. Wenn's Spaß macht, warum eigentlich nicht? Für mich gibt's nichts schöneres als gemütlich zu Hause zu sitzen und einfach drauf loszudaddeln.

    Kurzum: Ich bin süchtig aber nicht bis zu dem Punkt, dass ich ständig nach einem Controller sehne. Und wenn ich ehrlich bin, wenn ich mir so die heutige Welt ansehe, bin ich froh so zu sein. :S Mich stört's nicht und wenn andere anders denken, Pech gehabt.


  5. #5
    Avatar von iRobin
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    Ich könnte zu diesem Thema auch einen Roman schreiben, aber ich lass das mal
    5 Jahre Nintendo Clangaming und da gab es mehrere Phasen wo es in die Sucht ging
    Trainieren um besser zu werden, um gegnerische Clans zu besiegen
    Momentan habe ich so eine Phase in der ich meist zocke, wenn ich nicht gerade arbeiten muss
    Ich komme auf die kranke Zahl von 46 Clanwars in diesem Monat und einer geht meist um die 60 Minuten
    Ich kann so gut wie jedes wi-fi fähiges Nintendo Game auf hohem Niveau spielen und gehöre zu einigen auch Deutschlandweit zu den Besten, aber eigentlich bringt das einem im Leben auch nicht weiter
    Naja man lernt coole Leute kennen und was gewinnen tut man auch mal, ich bereue da ja nichts, aber momentan übertreibe ich es extrem
    Hat sicher auch was damit zu tun, dass mir viel Kacke passiert ist dieses Jahr und die Trennung mit meiner Freundin vor 2 Monaten den Rest gegeben hat
    Nun habe ich mich wieder extremst zurückgezogen und versuche durch diese Ebene den Schmerz besser zu verkraften
    Auf meinen Clan bin ich aber stolz, er gehört nicht umsonst weltweit zu den erfolgreichsten im Nintendo Business x)

    Doch etwas viel geschrieben, aber ich könnte da echt noch viel mehr zu posten
    Geändert von iRobin (22.10.2012 um 01:53 Uhr)

  6. #6

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    Das Verhalten stelle ich in letzter Zeit bei mir vermehrt fest, aber das ist vermutlich meine Art, meinen Frust von der Ausbildung zu kompensieren - bevor ich anfange zu fressen, trinken oder sonst was, kompensiere ich meinen Ärger wegen meiner Ausbildung ins Zocken, was mir aber im Nachhinein dann lästig wird, weil meine wertvolle Zeit verloren geht.
    Das beste Beispiel: Gestern. Wunderschönes Wetter. Erster Tag mal wieder ganzen Tag zuhause. Ganzen Vormittag gezockt, nichts auf die Reihe bekommen. Nachmittags - Eltern im Schrebergarten, ich zu Hause, Zimmer umräumen. Und das aus der Verzweiflung heraus, weil die Konsole "mich ruft".
    Zum einen Teil spiele ich wirklich, um mich abzulenken - aber mittlerweile merke ich selber, dass das Ganze die Oberhand gewinnt und ich davon meinen Tagesablauf abhängig mache, was nicht gut ist. Außerdem warte ich noch zwei, vielleicht drei Monate, dann werde ich nämlich doof schauen, wenn ich merke, dass am 05. des Monats kein Geld mehr da ist - weil ich mir Videospiele kaufen muss.

    Man merkt das zum einen Teil garnicht, weil man sich denkt: "Mein Gott, die eine Stunde, sagt doch keiner was!", wenn man hört, dass andere ganze Nächte lang wach bleiben, weil sie irgendwas questen, keine Ahnung. Aber erst nach einem Frontalaufprall merkt man, was für eine Scheiße man eigentlich baut.
    Ich selber habe mir gestern Abend, als ich fertig war mit allem, total leid getan - anstatt das Wetter zu genießen, hocke ich zu Hause und muss wegen Videospielen drunter leiden. Aber das merke ich auch unter der Woche: Ich bin morgen um 7 Uhr ausm Haus und bin um 17 Uhr meist wieder da. 10 Stunden vom Tag verloren. Zu Hause - was machen wir? Man beklagt sich, einkaufen zu fahren, weil man nicht zuhause bleiben kann und Videospiele zocken kann. Mittlerweile finde ich mich zutiefst erbärmlich, dass ich so sehr darüber jammere, nicht spielen zu können.

    Gelegenheitszocker sind unter Umständen etwas angenehmer als jene, die abends um 20 Uhr den PC starten und morgens um 8 Uhr erst wieder ausschalten. Aber Gelegenheitszocker sind eher davon betroffen an sozialer Isolation zu erleiden, weil ihr normaler Tagesablauf dadurch abzusacken droht, dass sie den Anschluss an das Spielen zu verlieren glauben.

    Aber ob es jetzt eine Sucht ist... Ich weiß es nicht. Ich persönlich würde mich als videospielsüchtig beschreiben, ja. Aber nicht von der Sorte, die WoW, LoL, ABC und XYZ und wie die ganz Dinger heißen. Ich stehe dazu, dass ich viel zu oft meine Zeit damit verschleuder und verschwende, zu zocken, als mal irgendwas zu unternehmen. Soziale Isoaltion, ich komme?! Traurig.

    Ich find's erstaunlich, wie offen ich mich selber mit dem Thema reflektiere. Und ich muss feststellen: Spaß macht die ganze Scheiße garnicht mehr. Irgendwas stimmt momentan sowie nicht mit mir, weswegen ich an der Stelle mal ein "Danke!" aussprechen möchte für das nette Thema.

  7. #7
    Avatar von blue88
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    Zitat Zitat von XOR.it Beitrag anzeigen
    Ich bin morgen um 7 Uhr ausm Haus und bin um 17 Uhr meist wieder da. 10 Stunden vom Tag verloren. Zu Hause - was machen wir? Man beklagt sich, einkaufen zu fahren, weil man nicht zuhause bleiben kann und Videospiele zocken kann.
    Und ich muss feststellen: Spaß macht die ganze Scheiße garnicht mehr.
    Genau das habe ich vor ein paar Tagen auch gemerkt, als ich mich gefragt habe, wann Spielen eigentlich zu Arbeit wurde. Arbeit die erledigt werden musste, um den Anschluss an neue Releases oder Ingame-Items nicht zu verpassen.
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  8. #8

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    Exakt das passiert mir auch, auch wenn ich es unterschwellig angeschnitten hatte eben.

    Ich bin glücklich darüber, meinen Kaufzwang momentan auf eine Konsole runterzuschrauben, da ich finde, dass ich dann wirklich in der Armut landen würde.
    Eigentlich geplant hatte ich noch, mir die PlayStation Vita sowie die Wii U zu holen. Letztenendes hat mein gesunder Menschenverstand triumphiert und ich lasse beide Konsolen fallen. Zuhause habe ich also noch den 3DS und meine PS3. Den 3DS füttere ich momentan mit endlos Software - 12 3DS- und 6 DS-Spiele, das ist für meine Verhältnisse viel, wenn man mal denkt, dass ich eigentlich ein Flashcardspieler bin.
    Meine PS3 ist momentan bedient mit den drei "Uncharted"-Titeln und der "Tomb Raider"-Trilogie.

    Nur leider spüre ich diesen Zwang in mir, die neuesten 3DS-Spiele (oder zumindest die halbwegs guten Titel) haben zu müssen. "Professor Layton und die Maske der Wunder" erscheint am Freitag - kaufen? Nicht kaufen? Nächsten Monat erscheint "Disney's Mickey Epic: Macht der Illusion" - kaufen? Nicht kaufen? Dann noch "Paper Mario: Sticker Star" - dasselbe Dilemma. Es ist wirklich momentan eine Krankheit und stolz bin ich da überhaupt nicht drauf. Aus dieser Nervösität heraus erstelle ich mir dann eine Liste mit potentiellen Titeln, die ich haben will und merke dann nebenbei nicht, dass das mein persönlicher Ruin ist.
    Es ist schon traurig, wie weit sowas gehen kann. Vorallem verbindet sich die Spielsucht super mit der Kaufsucht. Kommt sehr geil an aufm Konto, wenn einfach mal kein Geld für ein belegtes Brötchen ausm Backshop da ist... Dasselbe Paradoxon trat doch beim iPhone-Release auf: Leute kampieren vor einem Elektroladen, weil dieses beknackte Handy erschienen ist. Vor 30 Jahren haben Leute noch vorm Bäcker gestanden, weil Brot und Brötchen billig waren. Und jetzt? Ich drehe den 50,-€-Schein dreimal um, bloß damit ich sicher gehen kann, das richtige Spiel zu kaufen. Zögere dann aber, mir etwas vom Backshop zu kaufen, weil die 2,-€ dann doch sehr viel sind... Da stimmt dann doch etwas nicht, oder? An Realitätsferne zu erkranken ist wohl noch so ein Aspekt, der neben der sozialen Isolation eintritt. Schon scheiße das Ganze.

  9. #9
    Avatar von Daniel
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    Interessantes Thema, gut, dass das mal jemand anspricht!

    Ich schnappe mal nen Stichworte auf, bevor ich dann zu meiner Sicht der Dinge gehe.

    "Videospiele werden zur Arbeit": ich spiele immer auf niedrigen Schwierigkeitsgraden, lasse unnötigen Nebenkram, der mich nicht interessiert, weg, und spiele nur die Spiele, die mich wirklich interessieren.

    Und mein Verhalten:

    Ich würde schon sagen, dass Videospiele bei mir einen hohen Stellenwert haben, aber erst hinter all den andern Dingen, die wichtiger sind.

    Erstmal wird mit Freunden Zeit verbracht. Wir (= meine Frau und ich) haben da ein paar Freundesgruppen mit unterschiedlichen Bereichen der Unternehmungen, und da alle berufstätig sind und die Freunde ja auch wieder andere Freundesgruppen haben, haben wir meist schon Monate im vorraus den Kalender voll wann wir was mit wem machen. Und eben weil es nicht mehr so einfach ist immer mit allen nen gemeinsamen Termin zu finden aber wir unsere Freunde sehr schätzen hat das:

    Prio 1.

    Wenn man mal nichts zu tun hat, dann ist Familie Nummer 1. Tagsüber (= an Wochenenden, Feiertagen und Urlaub) sind wir eine schöne kleine Familie zu dritt, und geniessen auch die Zeit. Spazieren gehen, was unternehmen, gemeinsam Spielen etc. Wenn Abends mal wirklich nichts zu tun ist (= die kleine ist im Bett und meine Frau und ich haben sonstigen (Papier-,Termin-,etc.-)Kram geregelt) verbringen wir die Zeit auch gerne gemütlich zu zweit auf der Couch.

    Das ist Prio 2.

    Trifft keiner der beiden oben genannten Punkte ein, so zocke ich auch am liebsten. Meine Frau trifft sich mit ihrer Mädelsrunde? *Zockabend im Kalender notiert*. Die Kleine macht Mittagsschlaf, meine Frau ist nicht da? *2 Stunden Zocknachmittag*

    Das ist Prio 3.


    Wobei ich auch sagen muss, dass ich dieses Jahr recht sportlich unterwegs war, und auch schon öfter das Fahrrad zum Einsatz kam. Ein guter Mittelweg: ich hab nen Fahrrad-Heimtrainer, währenddessen kann man immer noch gut rundenbasierte RPGs zocken, zB Dragon Quest VIII oder auch Xeboblade Chronicles (ist ja auch nur bedingt Echtzeit).

  10. #10
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    Also auch wenn ich viele Gedanken von euch kenne und selbst erlebt habe, halte ich mich für weit davon entfernt süchtig zu sein.

    Ich kenn das Gefühl, dass man gerne zocken möchte, oder dass man ein Spiel unbedingt noch durchspielen möchte und soooooo gerne den neuesten Teil X kaufen will, aber ich finde nicht, dass das bei mir überhand gewinnt. Ich spiele zwei Instrumente, spiele Badminton, bin ein großer Fan von Anime und Manga und zocke eben auch relativ viel, sofern Zeit da ist. Ansonsten hab ich einen kleinen, aber feinen Freundeskreis, studiere Musik und Spanisch auf Lehramt und bin seit über 3 1/2 Jahren glücklich an meine Liebste vergeben, die von Videospielen, mal abgesehen von Layton und Wii Sports-Zeugs, nicht viel hält.
    Jetzt wo das Studium auch so richtig los ging, liefe meine PS3 lediglich für zwei Blurays und trotz zwei guter Spiele dich ich derzeit bei mir rumfliegen hab, bin ich in den letzten zwei Wochen nicht zum zocken gekommen. Lediglich mal ein bisschen 3DS im Zug war drin. Schade finde ich das schon - schließlich würde ich gerne weiterspielen - aber Entzugserscheinungen hab ich noch nicht. Ich halte Videospieler einfach für ein sehr großes Hobby, dass mich mein ganzes Leben lang begleitet hat.

    Kennen tu ich allerdings das Gefühl, dass man sich die Zeit für andere Dinge nimmt. Manchmal ertappe ich mich im Forum wie ich Unmengen an Zeit verschwende, die ich eigentlich sinnvoller füllen wollte

    Twitter @Turbo_Tiago



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