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Harvest Moon: Mein Inselparadies

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Harvest Moon: Mein Inselparadies

Seit über 10 Jahren kann die Bauernhofsimulation Harvest Moon eine treue Fangemeinde um sich scharen. Angefangen hat dies auf dem Super Nintendo und setzte sich bis heute auf fast allen gängigen Konsolen fort. Nun erscheint das Spiel zum zweiten Mal nach Harvest Moon DS auch auf dem Nintendo DS. Ob der Reiz nach so vielen Ablegern allerdings immer noch vorhanden ist, muss sich nun erst einmal zeigen.

Gestrandet


Bevor das Abenteuer beginnen kann, muss man sich entscheiden, ob man mit Mark oder Chelsea das Abenteuer bestreiten möchte. Dann wird noch der Geburtstag eingegeben und schon kann die Geschichte starten. Zu Beginn nimmt man an einer ruhigen Schifffahrt teil, die aufgrund eines Sturmes recht schnell ungemütlich wird und an deren Ende man Schiffbruch auf einer einsamen Insel erleidet. Ganz alleine ist man allerdings nicht auf der Insel, da eine vierköpfige Familie ebenfalls angespült wurde. Taro, seine Frau Felicia, sowie deren Kinder Elliot und Natalie entwickeln sich im Laufe der Zeit zu wichtigen Charakteren. Um nun überleben und so ein neues Leben beginnen zu können, muss man einen Bauernhof gründen. Was für ein Glück, dass anscheinend vorher schon einmal Menschen auf der Insel gewohnt haben und ihre Häuser samt Einrichtung und Werkzeug dagelassen haben. Somit wird man völlig unproblematisch Rancher und baut zunächst vorhandenes Getreide an. Taros Familie liefert dieses dann an Kunden und treibt Geld ein. Doch halt! - Wer jetzt etwas verwirrt ist, wie man auf einer einsamen Insel mit zwei Parteien Geld eintreiben kann und zu was es nützlich ist, keine Sorge, denn logisch sind die Erklärungen nicht. Die Insel scheint nämlich mit der Zeit eine wahre Anziehungskraft auf Leute zu haben, die herziehen wollen. Schiffe legen an, Leute siedeln sich an, Geschäfte machen auf und ein Wirtschaftskreislauf entwickelt sich. Das Mark/Chelsea und auch Taro samt Familie nicht freiwillig auf der Insel sind, scheint vergessen.

Getreide, Geschenke, Nachbarschaft


Taro hat immer ein offenes Ohr und hilft einem, wenn man mal nicht weiterkommt, die Erntewichtel beantworten einem Fragen zum Anbau von Getreide. „Erntewichtel?“, ist eine berechtigte Frage und die Gegenfrage kann nur lauten „Wer soll einem sonst auf einer einsamen Insel Fragen zur Landwirtschaft beantworten?“. Doch zurück zur Arbeit und zum Geld. Im eigenen Rucksack befinden sich zu Beginn des Abenteuers unter anderem Hacke, Beil und Gießkanne, mit deren Hilfe man das eigene Feld bearbeitet, das Saatgut einpflanzt und natürlich die Saat gießt. Ab und zu muss man sich auch selbst stärken und Pausen einlegen, denn auf dem oberen Touchscreen wird die Vitalität und die Sättigung von Mark/Chelsea angezeigt. Irgendwann kann die erste Ernte eingeholt werden und schon bald legt das angesprochene erste Schiff an und Chen öffnet einen Laden, in dem man direkt Kartoffel- und Rübensamen kaufen kann. Natürlich werden durch das nun schon ordentliche Nahrungsangebot weitere Charaktere angelockt, mit denen man sich anfreunden kann. Einige können aber auch geheiratet werden. Natürlich man muss dabei serientypisch aber immer auch mit Konkurrenz rechnen. Gespräche, Geschenke und die Freizeitgestaltung sind wichtig, damit man sich gut mit seinen neuen Nachbarn versteht.

Tierzucht und Feste


Doch was wäre ein Harvest Moon-Spiel ohne die Tierzucht, die man im späteren Spielverlauf auch anstreben sollte bzw. sogar muss. Pferde, Schafe und Kühe können gebürstet, geschoren und gemolken werden, was zum Großteil in Minispielen über den Touchscreen abläuft. All diese Erzeugnisse können auch auf dem neu entstandenen Markt der Insel zu Geld gemacht werden, wobei man sie in eine Frachtkiste legt, die um fünf Uhr abgeholt wird. Je besser man also Landwirtschaft betreibt und die Insel gedeihen lässt, desto mehr Menschen kommen auf die Insel und mehr Läden eröffnen, in denen man immer mehr Dinge kaufen kann. Übrigens hat man zu Beginn nicht umsonst seinen Geburtstag angeben müssen. In einem Wandkalender sind dieser, sowie die Geburtstage der Mitbewohner und bestimmte Inselfeste, wie das Fest der Erntegöttin oder das Kochfest, verzeichnet, wobei ausgelassen getanzt und gekocht wird – natürlich nur, wenn man eine Küche gekauft hat.

Grafik und Sound


Harvest Moon stand immer für eine putzige, übermalte kleine Welt und genauso strahlen einen auch die Charaktere und Tiere auf der Verpackung an. Doch im Spiel selbst wirkt das Geschehen und die Darstellung etwas unscharf und schlicht. Eine Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgänger scheint es nicht gegeben zu haben. Dass der Grafikstil nicht jedem gefällt, ist dagegen wohl keine neue Erkenntnis. Das Leben auf dem Bauernhof ist manchmal schon nervig, was der Sound eindrucksvoll beweist. Geräusche von Tieren und aus der Natur, beispielsweise dem Meer, sind zwar gut eingefangen, bereiten einem zusammen mit den eingespielten Melodien allerdings nicht den angestrebten Motivationsschub.
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Fazit & Wertung

Mit Logik kann man weder die Geschichte noch den Spielverlauf von Harvest Moon: Mein Inselparadies erklären - alles ist etwas konfus und spätestens wenn man im eigenen Haus auf der einsamen Insel zum Telefon greift, erreicht das ganze seinen Höhepunkt. Spielerisch ist der Titel ganz in Ordnung, auch wenn man auf die erhofften Neuerungen verzichten muss und die Landwirtschaftsarbeiten ab und zu etwas umständlich ausfallen. Technisch wird allerdings auch bestenfalls eine durchschnittliche Qualität erreicht, was Harvest Moon: Mein Inselparadies in der Gesamtwertung auch in diesem Bereich ansiedeln lässt.

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