Medienpädagogisches Manifest: Nicht nur auf negative Seiten von Videospielen sehen

Von 19. bis 21. März 2009 fand in Magdeburg die internationale Konferenz "Computer Spiele / Spieler / Spielkulturen: Stand und Perspektiven der Computerspielforschung" statt.

Abgesehen vom regen Austausch rezenter wissenschaftlicher Forschung war ein sogenanntes Medienpädagogisches Konzept ein Ergebnis dieser Konferenz.

Zentrale medienpädagogische Einrichtungen – namentlich die Kommission Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, die Fachgruppe Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik‐ und Kommunikationswissenschaft, die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis sowie das Hans‐Bredow‐Institut für Medienforschung – haben das so genannte Dokument veröffentlicht.

Darin wird gefordert, dass nicht auf die negativen Seiten von Computerspielen (und neuen Medien allgemein) fokussiert werden soll, sondern dass die Politik und die Gesellschaft ihre Verantwortung in dieser Hinsicht wahrnehmen sollen.

Anstatt nur die negativen Aspekte der Computerspiele zu thematisieren, wird auf der Konferenz betont, dass der kompetente Umgang mit Computerspielen, aber auch mit Internet, Handy und anderen (digitalen) Medien zu den zentralen Bildungsaufgaben der heutigen Zeit gehört.

Doch trotz aller Klagen [...] geschieht faktisch viel zu wenig.


Zusammengefasst besagt das Schriftstück, dass zwar immer wieder Klagen über behauptete, wahrgenommene oder tatsächliche Missstände im Computerspielbereich erhoben werden, die einzige Reaktion sind aber zumeist uninformierte Forderungen nach Verboten.

Das Manifest fordert aber, dass die Verantwortlichen ihre Verantwortung wahrnehmen sollen, Computerspiele und neue Medien allgemein, sollen seriös und unvoreingenommen untersucht werden, und es sollen entsprechende medienpädagogische Angebote zur Verfügung gestellt werden, statt einfach ohne besondere Grundlage Verbote zu fordern.

Ob die Forderungen gehört werden, bleibt abzuwarten.
Weiterführende Links: Quelle, Forum-Thread

Bisher gibt es einen Kommentar

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  • Avatar von KaiserGaius
    KaiserGaius 24.03.2009, 20:49
    "Bleibt abzuwarten" würde ich 4 Mal unterstreichen, denn wie schon oft gesagt benutzen Politiker solche Themen gerne in Bezugnahme der Arbeitsmethonden der Bild-Zeitung. Schlagwort, Schlagwort, Schlagwort, Wahlversprechen.