Xbox bringt zahlreiche Spiele mittlerweile auch für Nintendo Switch 2 und während mit „Indiana Jones und der große Kreis“ bereits ein großer AAA-Titel zum Peitschenhieb auf Nintendos Konsole bereitsteht, schickt sich vorher ein ganz anderes Spiel an, die Herzen der Nintendo-Spieler:innen zu erobern. Mit „South of Midnight“ erscheint das neuste Spiel aus dem Hause Compulsion Games nun auch für Nintendo Switch 2, nachdem es im vergangenen Jahr bereits zahlreiche Auszeichnungen und Preise einheimste. Wie gut macht sich der ikonische Ausflug in die mystischen Südstaaten auf Switch 2? Ab an den Webstuhl, wir finden es heraus!
Ich glaub ich spinne!
Im Mittelpunkt des Abenteuers steht Hazel Flood, Hobby-Leichtathletin und Tochter einer mittlerweile alleinerziehenden Mutter. Durch ein tragisches Unglück verschwindet ihre Mum urplötzlich und Hazel bleibt nichts anderes übrig, als sich auf die Suche nach ihr zu machen. Dabei entdeckt sie recht schnell, dass nichts so ist wie es scheint und sie sich in einer Welt aus magischen Wesen, bösartigen Monstern und chaotischen Charakteren wiederfindet. Aber auch Hazel selbst stellt fest, dass auch sie besonders ist, da sie die magischen Fähigkeiten einer Weberin besitzt, mit der sie die Welt vielfältig beeinflussen kann. So entspinnt sich im wahrsten Sinne des Wortes eine Geschichte rund um Verlust, Identität und Heilung.
Zwar liegt der Fokus der Erzählung auf der Hauptprotagonistin, die sich wunderbar zurückhaltend, glaubwürdig und zugänglich ins Spiel einfügt, immer wieder sind es aber auch die Nebenfiguren, die die Handlung so interessant machen. Das Spiel behandelt dabei schwere Themen wie Angst, Trennung und seelische Wunden, hält dabei aber einen Ton, der nie erdrückend oder gar mahnend wird. Stattdessen lockern Humor, skurrile Begegnungen und pointierte Erzähleinlagen das Geschehen immer wieder auf.

Hazels Aufgabe ist es die besagten Geschichten freizulegen, ihnen auf den Grund zu gehen und die dann sichtbaren Makel der Figuren zu beseitigen. Dabei sind die einzelnen Versatzstücke der Story angenehm menschlich, auch wenn stets eine ordentliche Portion Märchen eine Rolle spielt. Uns ist hier vor allem die Begegnung mit Two-Toed Tom, einem seltsamen Albino-Alligator hängen geblieben, dessen Geschichte gerade durch das Zusammenspiel aus Musik und Inszenierung das abbildet, was „South of Midnight“ so besonders macht: Die Verwebung von menschlichen Schicksalen, Monstern und Folklore.
Ein Augen- und Ohrenschmaus
Bereits beim Einstieg in das Spiel wird klar, wenn man über „South of Midnight“ spricht, kommt man an der Präsentation nicht vorbei. Das Entwicklerstudio hat es geschafft anhand der Stop-Motion-Optik, aber nicht nur, eine einzigartige Stimmung zu schaffen, die herrlich ungenutzt und individuell daherkommt. Gerade in den Zwischensequenzen entfaltet das Spiel enorme Wirkung und bringt das Geschehen eindrucksvoll auf den Bildschirm.
Das ganze im Zusammenspiel mit dem hervorragenden Soundtrack von Olivier Deriviere und den eigens komponierten Songs aus Blues, Gospel und fast schon Musical-Hymnen, verleiht dem Titel immer wieder ganz besonders intensive Momente.
Springend durch den Süden
Spielerisch setzt „South of Midnight“ auf klassische Spielmechaniken. Klar, Hazel ist Sportlerin und dementsprechend läuft, springt und klettert sie kreuz und quer durch die linearen Welten. Hinzu gesellen sich übernatürliche Fähigkeiten, wie das Schweben oder der Doppelsprung. Gerade die Kombination aus beidem sorgt stellenweise für großen Plattformspaß, der sich jedoch nicht immer so knackig anfühlt, wie in so manchen Königen des Genres.

Neben der Fortbewegung stellt der Kampf einen nicht zu vernachlässigenden Teil des Spielgeschehens dar. Hier darf nach Herzenslust ausgeteilt, pariert und ausgewichen werden. Obendrein kommen auch hier Hazels Webtechniken zum Einsatz. Gegner können herangezogen, eingesponnen oder weggestoßen werden. Auch das macht über weite Strecken Spaß, nutzt sich jedoch über die Zeit etwas ab. Das liegt vor allem daran, das die Widersacher wenig Varianz bieten und sich das Prozedere zu oft wiederholt. Die Kämpfe sind bei weitem nicht schlecht, irgendwann jedoch etwas zu repetitiv.
Da bringt der kleine Begleiter Crouton, der irgendwann hinzustößt, etwas zusätzliche Abwechslung in Form von Rätseln aber auch innerhalb der Kämpfe hinzu.

Im Podcast besprachen wir bereits die Xbox-Version des Spiels.
„South of Midnight“ bieten obendrein ein kompaktes Skillsystem. Optional lassen sich abseits des Hauptpfads Materialien für Verbesserungen finden, was der Erkundung einen kleinen zusätzlichen Anreiz gibt.
Alles in allem ist das Gameplay solide bis gute Kost, die einem angenehm durch das Spiel trägt. Gerade wer ein kompaktes, gradliniges Spiel sucht, der dürfte hier fündig werden. „South of Midnight“ ist keine Gameplay-Revolution sondern bietet gewohnte, nicht aufpolierte Gameplay-Kost, die funktioniert. Der Fokus des Spiels liegt aber auf der dicht erzählten Geschichte, hier liegen die Stärken.
Der schönste Faden hat auch ein Ende
Auf Nintendo Switch 2 macht „South of Midnight“ insgesamt eine stimmige Figur. Der einmalig-charmente Artstyle kommt auch auf Nintendos neuer Konsole gut zur Geltung und sorgt dafür, dass die besondere visuelle Handschrift des Spiels nicht verloren geht.
Auflösung und Framerate schwanken unserer Wahrnehmung nach, bleiben dabei jedoch stets in ein überaus spielbaren Zustand. Im TV-Modus waren wir schlicht beeindruckt, wie gut das Spiel manchmal aussieht und das obwohl wir das Spiel auch auf der Xbox gespielt haben. Angetan waren wir auch von den flotten Ladezeiten. Das Spiel springt nämlich häufig von Zwischensequenzen ins Gameplay und umgedreht und auch dieser technische Kniff funktioniert auf Nintendo Switch 2 tadellos.
In Sachen Handheld können wir ebenfalls positives berichten. Zwar wird hier mit geringerer Auflösung gearbeitet, dennoch ist es eine Wonne „South of Midnight“ in so tollem Zustand nun endlich auch mobil spielen zu können. Und hierfür halten wir es auch bestens geeignet, gerade weil das Game gut in kleineren Etappen spielbar ist.
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