Mit „Yoshi and the Mysterious Book" erscheint am 21. Mai 2026 das neuste Abenteuer rund um das kleine Reittier, welches längst nicht mehr nur ein Assistent für Super Mario ist. Diesmal dreht sich alles um das namensgebende, mysteriöse Buch namens Enzo und die Erkundung jeglicher Geheimnisse, die in eben jenem Werk stecken. Gepaart mit einem neuem spielerischem Ansatz, der hier und da auch auf altbekannte Mechaniken trifft, schickt sich das Spiel an die Herzen der Spieler:innen zu erobern. Inwiefern das gelingt und ob das Spiel für sowohl Groß als auch Klein geeignet ist, verrät unser Test.
Öffnet eure Bücher!
Welche Seite? Das ist in „Yoshi and the Mysterious Book" eigentlich recht egal, lassen sich doch in jedem bunten Abschnitt allerlei skurrile und fantastische Wesen entdecken. Und genau hierin liegt der Kern der Erzählung als auch des Gameplays: Es geht ums große Erkunden und Forschen.
Angestoßen wird der Entdeckerdrang durch den dicken Wälzer Enzo, der in der Welt der Yoshis landet und die bunten Wesen fortan bittet sich den diversen Kapiteln seiner selbst zu widmen. Mir nichts dir nichts findet man sich also auf den Seiten des Buches wieder und taucht sogar sprichwörtlich in sie ein.

Diese Kreatur erinnert uns an jemanden...
Die ganze Aufmachung und Inszenierung der Eröffnungsszenen strotzt dabei vor liebevoll umgesetzten Animationen, Dialogen und einer Wohlfühlatmosphäre, in der man sich sofort heimisch fühlt. Jede Doppelseite des mysteriösen Schinkens, stellt dabei ein Kapitel im Spiel dar und weckt bereits beim bloßen Betrachten unsere Wissbegierde noch tiefer in die Seiten einzutauchen.
Hier ist nichts wie es scheint
Bereits das erste Kapitel im Wald bietet zum Start viele kleine Details und fünf entdeckungswürdige Level, die stets einen ganz eigenen Kern haben. Dass im gesamten Spielverlauf auch altbekannte Schergen ihr Unwesen treiben, motiviert zusätzlich die Seiten bis ins Detail zu erkunden und dem Geheimnis des rätselhaften Buches auf den Grund zu gehen.
Dabei gleicht eigentlich kein Level dem anderen, was für ungeheuren Einfallsreichtum beim Entwicklerteam spricht aber auch damit einhergeht, dass es zwar ganz großartige Level gibt aber wiederum auch andere die wir eher mit einem Schulterzucken hingenommen haben. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: was zu tun ist, muss immer selbst herausgefunden werden.

In „Yoshi and the Mysterious Book" geht es nämlich nicht darum, eine Zielflagge zu erreichen oder bloß das Ende des Levels. Stattdessen gilt es die Level zu erforschen und unbekannte Kreaturen ausfindig zu machen, um dann ihre Fähigkeiten und Eigenschaften innerhalb des jeweiligen Abschnitts anzuwenden.
So kommt es dass man in einem Level mit Hilfe eines wolkenähnlichem Flauschi unüberwindbare Höhen erklimmt, während man im nächsten auf dicken Frosch-Vögeln umherspringt, um bekannte Melodien zu erzeugen und anschließend mit einer Art Kugelfisch allerlei Zeug aus einem See angelt. Die Ideen sind schier unerschöpflich, kreativ und immer wieder amüsant und schaffen es das große Forscher-Thema über das gesamte Spiel zu tragen.
Zur Thematik passt übrigens auch, dass man die Level und Kapitel nicht in fester Reihenfolge angehen muss. Hat man genug Glyphen, quasi Münzen, gesammelt, lassen sich spätere Kapitel frühzeitig beginnen. Außerdem kann man diese Währung auch in Tipps investieren, um noch mehr über die Kreaturen herauszufinden.
Tausendsasa
Wie bereits erwähnt ist das Niveau der Level in Sachen Ideenreichtum aber vor allem auch in Sachen Gameplay recht unterschiedlich. Yoshi kommt zunächst einmal mit seinem Standartrepertoire an Moves daher. Der kleine Kumpane kann abermals Gegner verschlucken und ausspucken, Eier werfen, Springen, die Stampfattacke vollführen und mit seinem Flatterflug Abgründe überwinden. Ergänzt wird dies dann durch die jeweiligen, aufgespürten Kreaturen: Der Vogel-Schirm lässt Yoshi fliegen, eine rosa Kaugummikugel führt Explosionen herbei und die Blasen eines Fröschleins erheben Yoshi in die Lüfte, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Während hier Abwechslung also groß geschrieben wird, muss auf der anderen Seite aber auch in jedem Abschnitt etwas neu erlernt werden. Das ist zwar immer schnell geschehen und charmant begleitet, dennoch ist es einigermaßen gewöhnungsbedürftig sich jedes Mal in neue Situationen hineinzuversetzen.
Spielerisch kommt so bei uns kein wirklicher Flow auf. Manche Mechaniken wie das vorhin erwähnte Angeln fühlen sich schlichtweg nicht so organisch und rund an, wie wir es uns gewünscht hätten. Das ist zum einen der Umsetzung zum anderen der Vielzahl an unterschiedlichen Gameplaymechaniken geschuldet.

Hier geht's auch mal düster zu.
Schlussendlich hat diese Ausrichtung zwei Seiten: Die Level sind oft fantastisch gestaltet und voller irrwitziger Ideen. Hin und wieder müssen sich diese Einfälle aber ihrer spielerischen Umsetzung stellen – und dabei zeigt sich, dass Kreativität allein noch keine überzeugende Spielmechanik ergibt.
Bilderbuch
Während Yoshis vergangene Ausflüge stilistisch mit Wolle- und Papieroptik glänzten, hat „Yoshi and the Mysterious Book" zwar nicht solch einen markanten Look, dennoch hat uns die Gesamtpräsentation richtig gut gefallen. Der Stil würde auch ganz wunderbar in ein Kinderbuch passen, dass Geschichten rund um die Yoshis erzählt. Hinzu kommen die zuckersüß animierten Buchseiten, die allein schon beim Betrachten Spaß machen. Besonders verliebt haben wir uns aber in Yoshis Animationen selbst: Egal ob Stampfattacke oder schnelle Kehrtwende, hier steckt richtig Leben drin.
Auch klangatmosphärisch hat uns dieses Spiel wirklich abgeholt. Neben einigen musikalischen Leveln, sind hier vor allem die Geräusche der Kreaturen und Habitate hervorzuheben.
Fazit
„Yoshi and the Mysterious Book“ ist ein ungemein liebevoll gestaltetes Abenteuer, das mit seiner Präsentation, seinen Animationen und dem Ideenreichtum unsere Herzen erobert hat. Die bunten Buchseiten stecken voller skurriler Kreaturen, kleiner Entdeckungen und charmanter Einfälle. Spielerisch geht das Konzept jedoch nicht immer ganz auf: Manche Mechaniken wirken eher nett gedacht als wirklich rund umgesetzt, wodurch sich nicht durchgehend ein natürlicher Spielfluss einstellt.
So bleibt ein wunderschönes, kreatives und angenehm neugieriges Yoshi-Spiel, das atmosphärisch begeistert, spielerisch aber nicht jeden seiner Einfälle ins Ziel bringt. Gerade für junge Entdecker dürfte „Yoshi and the Mysterious Book“ aber durchaus eine Empfehlung sein.
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