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Son of a Witch (eShop)

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Son of a Witch (eShop)

Bei der Menge an Roguelikes, die in den letzten Monaten beziehungsweise Jahren erschienen sind, fällt es uns schwer, eine kreativ Einleitung in das Thema zu schreiben. Deshalb wollen wir gar nicht lange um den heißen Brei herum reden und stellen euch im folgenden Test „Son of a Witch“ vor, das eigentlich ein Brawler ist, durch zufällige Elemente aber einen anderen Spielablauf nimmt.

Fehlende Schlagkraft

Die Geschichte, in denen der Sohn einer Hexe sich durch verschiedene Orte prügelt, um seine Mutter zu retten, ist so unwichtig, wie man es sich nur vorstellen kann. Hier dreht sich alles um das Gameplay, das einen durch prozedural generierte Level bestehend aus mehreren Abschnitten führt. Man schlägt durch leichte und schwere Schläge auf zahlreiche Feinde ein, wo sich auch schon direkt die größte Schwäche offenbart. Es gibt kaum richtiges Feedback, wenn man Feinde trifft, und zu oft kommt es einem so vor, als ob man in die Luft schlägt. Zwar wird man manchmal zurückgeschlagen, was auch auf Feinde zutrifft, es fühlt sich aber oft so an, als sei das willkürlich. Selbst bei den Bossen drückt man eher Knöpfe, anstatt dass man das Gefühl hat, ordentlich auszuteilen. Dieses Manko ist dermaßen gravierend, dass selbst die guten Aspekte darunter leiden.

Zufälliger Fortschritt

Die Level sind nämlich eigentlich unterhaltsam gestaltet. Man prügelt auf zahlreiche Gegner ein, besiegt Bosse, weicht kreativen Fallen aus und findet vor allem Loot. Es gibt eine Menge an Waffen und insbesondere der Fernkampf gehört zu den besten Aspekten des Spieles. Auf Dauer erhöht sich das Spieltempo dank diverser Boni und dann kann man selbst das enttäuschende Kampfsystem verzeihen, da man durch die Räume rast und alles vernichtet, was sich einen in den Weg stellt. Deshalb ist der Schwierigkeitsgrad auch nicht unbedingt hoch und kleine Nebenmissionen, durch die man verschiedene Charaktere freischaltet, sowie die große Vielfalt an Waffen und Items motivieren, immer wieder eine kleine Runde einzulegen.

Mehrspieler-Unterhaltung

Der eigentliche Fokus liegt jedoch in der größten Stärke des Spiels, nämlich dem Mehrspieler-Modus. Bis zu vier Spieler können gleichzeitig zusammen durch die Gebiete streifen und die Gegner bekämpfen. Das daraus entstehende Chaos ist wunderbar und unterhält für einige Runden. Der Schwierigkeitsgrad bleibt zwar erhalten, ein Tod bedeutet aber nicht direkt das Ende der Runde, da die Gruppenmitglieder auf dem Schlachtfeld bleiben, und dank des Wiedereinstieges kann man gemeinsam immer bessere Waffen und Ausrüstungen suchen. Letzteres bildet die große Stärke des Spiels, die es davor rettet, bereits nach kurzer Zeit langweilig zu werden.

Modus-Wahl

Den Hauptmodus stellt das normale Spiel dar, in dem man Schlüssel suchen muss und regelmäßig Tränke sowie Upgrades erhält, die nach dem Tod verschwinden. Wer es gemütlicher möchte, darf sich dem Casual-Modus widmen, der die Roguelike-Elemente sehr gering hält. Die Herausforderungen bestehen aus verschiedenen Aufgaben, durch die man einen neuen Helden freischalten kann. Wirklich motivierend sind sie spielerisch zwar nicht, dafür zieht der Schwierigkeitsgrad ordentlich an. Der Hard-Mode ist eine schwierigere Version des Hauptspiels mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, negative Statuseffekte zu erlangen, und der Modus Spieler gegen Spieler ist eine relativ unnötige Einlage, da das Kampfsystem nicht für schnelle Kämpfe untereinander geeignet ist.

Gutes Paket

Optisch weist „Son of a Witch“ einen niedlichen, gezeichneten Stil auf, der niemanden von den Socken hauen wird. Dafür sind sowohl die Helden als auch die Gegner liebevoll gestaltet und auch nach langer Zeit wird man nicht genervt davon sein, dieselben Feinde zu besiegen. Der Soundtrack ist überraschend gut gelungen und gerät nie in den Hintergrund. Ansonsten gibt es nichts zu bemängeln, außer der Tatsache, dass jeder Spieler entweder ein Paar an Joy Con oder einen Pro-Controller benötigt. Das kurzweilige und simple Spiel ist deshalb nicht jederzeit mit Freunden möglich.

Weiterführende Links: Forum-Thread

Fazit & Wertung

„Son of a Witch“ weist viele interessante Konzepte auf, kann durch das eigentliche Kampfsystem aber nicht überzeugen. Das ist schade, denn der Ablauf, die Vielfalt an Waffen und Modi sowie der charmante Stil fallen sehr positiv auf und insbesondere mit Freunden wird man einige lustige Runden absolvieren können. Wer seine Ansprüche etwas senkt und sich an die kraftlosen Schläge gewöhnt, darf aber durchaus einen Blick riskieren.

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