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Fall of Light: Darkest Edition (eShop)

Mit „Fall of Dark: Darkest Edition“ erschien für Nintendo Switch ein wahrhaft düsteres Abenteuer. Das Spiel wurde von nur zwei Leuten entwickelt, deren Spielevorlieben sofort anhand des Spiels ablesbar sind. Denn obwohl „Fall of Dark: Darkest Edition“ komplett in einer Top-Down-Perspektive gehalten ist, fühlt es sich an wie ein „Dark Souls” oder „Ico”.

Das erste Zeitalter der Finsternis ist angebrochen

„Fall of Light: Darkest Edition” präsentiert sich in einer Videosequenz, in der die Hintergrundgeschichte erzählt wird. Nach dem Fall der Göttin Luce, durch den Zauberer Pain, brach das 14. Zeitalter an, genannt das erste Zeitalter der Finsternis. Herausstechend ist vor allem die mysteriöse Tonlage der Erzählerin, doch leider wirken so mache Textpassagen als seien sie bloß dazu gedacht um die Stille zu füllen. Der eigentliche Inhalt der Sequenz kann schon in einem Satz erzählt werden.

Im Spielverlauf wirkt die Story zunächst sehr spärlich und kann leicht in Vergessenheit geraten. In Folge fragt sich der Spieler, was nun eigentlich das Ziel des Abenteuers sein soll. Doch einige weitere Details der Hintergrundgeschichte werden von anderen Charakteren und Büchern erzählt.

Durch und durch finster

Es wird stets versucht eine düstere Atmosphäre aufrecht zu erhalten. Tutorials und Spiel-Erklärungen sind daher als leuchtende Schriftzüge auf dem Boden anstatt in einem Menü abrufbar. Dabei setzen die Entwickler sogar auf den Königsplural. Daher schaden die Erklärungen dem Spielverlauf keineswegs. Dennoch ist der Königsplural sehr gewöhnungsbedürftig.

Die Reise von Schrein zu Schrein

Sobald die ersten Gegner auftauchen, zeigt sich die wahre Charakteristik des Spiels. Die Aktionen fühlen sich träge an, und die Schwierigkeit besteht darin ein passendes Zeitfenster zum Angreifen zu finden. Wenn dabei ein kleiner Fehler passiert, gehen die Trefferpunkte schnell gegen Null, und der Spieler startet wieder am letzten Schrein. Die Schreine sind eine Art von Checkpoints, die die Energie wieder auffüllen, aber auch alle Gegner wiederbeleben. Die Strategie alle Gegner einzeln auszuschalten und immer wieder zum Schrein zurückzukehren, um sich zu regenerieren, ist daher sinnlos. Im Großen und Ganzen besteht das Spiel daraus, einen Weg durch die Gegner zu bestreiten und zum nächsten Schrein zu gelangen.

Ein leuchtender Begleiter

Die Idee, ein leuchtendes Mädchen als Begleiter in der Finsternis zu haben, klingt zunächst ziemlich spannend. Leider ist die Umsetzung des sogenannten Indigo-Kinds namens Aether nicht sehr gelungen. Es ist zwar oft praktisch die Umgebung ein wenig auszuleuchten, aber das funktioniert mit der Lampe viel besser.

Enttäuschender Weise gibt es auch unter den wenigen Rätsel, die sich in „Fall of Light: Darkest Edition“ verstecken, kaum welche die eine Interaktion mit Aether erfordern. Im Allgemeinen sind diese sehr nüchtern gehalten, und es stellt sich die Frage, wozu überhaupt Rätsel implementiert wurden.

Obendrein kehrt Aether zum Schrein nicht zurück, wenn der Spieler stirbt. In Folge muss nach jedem Tod, der leuchtende Begleiter wieder gesucht, gefunden und wiederbelebt werden. Unterm Strich bleibt von der spannenden Idee eine zusätzliche Last zurück, die mehr nervtötend als herausfordernd ist.

Aller Anfang ist schwer – Zirkel 1

Das, was „Fall of Light: Darkest Edition” über das gesamte Spiel hinweg prägt, ist der Schwierigkeitsgrad. Es wäre allerdings schlichtweg falsch das Spiel einfach als schwer zu bezeichnen, denn einerseits ist es im Vornherein fragwürdig, Schwierigkeit nur anhand von Fehlerintoleranz fest zu machen. Andererseits sinkt die Schwierigkeit sehr stark mit zunehmender Spielerfahrung.

Gerade am Spielanfang müssen immer wieder neue Angriffsstrategien gegen neue Gegner entwickelt werden, doch ziemlich bald wird das obsolet, weil Outranging mit einer größeren Waffe am sichersten ist. Dennoch droht schon bei leichten Konzentrationsfehlern, aufgrund des strengen Timings, ein Game Over. Ein weiteres Phänomen sind die Tode durch Sturz. Obwohl das Spiel nicht einmal die Möglichkeit bietet zu springen, passieren solche Missgeschicke ziemlich häufig. Einerseits ist ein Abgrund schnell einmal übersehen, andererseits ist auch das Kämpfen neben einem Abgrund gefährlich. Nicht weil der Gegner den Spieler zum Fall bringt, sondern weil Inputs zwischengespeichert werden. Gepaart mit der Trägheit, mit der der Charakter sich bewegt, ist das fatal. Folglich werden Angriffe oder Ausweich-Rollen des Öfteren doppelt ausgeführt. Es bedarf wohl keiner weiteren Ausführung wie ärgerlich es ist, wenn der Charakter nach einem erfolgreich getöteten Gegner die Klippe hinab rollt.

Außerdem beginnt mit jedem Tod ein neuer Zirkel, der dann auch eingeblendet wird. Das heißt der Spieler wird stets daran erinnert, wie oft er gestorben ist. „Fall of Light: Darkest Edition“ ist somit jedenfalls ein Spiel mit hohen Frust-Faktor.

Eine lange Sammelquest

Neben neuen Waffen kann der Spieler auch hin und wieder Fragmente von Luce finden. Unter Anbetracht, dass Luce eine Göttin war, erinnern diese Fragmente ein wenig an die japanische Mythologie. So genial der Hintergrund von den Fragmenten auch sein mag, leider bekommen sie keinerlei weitere Tiefe. Übrig bleibt eine Sammelquest von 100 Items, um eine neue Waffe zu bekommen. Wer sich dieser Aufgabe tatsächlich annehmen will, sollte schon von Beginn an jeden Krug zerschlagen.

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Fazit & Wertung

„Fall of Light: Darkest Edition“ ist jedenfalls eines, nämlich frustrierend. Das Spiel steckt zwar voller netter Ideen, wie dem Indigo-Kind oder Fragmenten von Luce, aber an der Umsetzung mangelt es an Kreativität. Das Kampfsystem vermittelt vor allem am Anfang das Gefühl eines Glücksspiels, und die Story geht schnell verloren.

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