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SteamWorld Quest: Hand of Gilgamech

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SteamWorld Quest (eShop)

Mit Titeln wie „SteamWorld Dig“, „SteamWorld Dig 2“ und „SteamWorld Heist“ haben die Entwickler von Image & Form bereits mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie qualitativ hochwertige Spiele entwickeln können, die auch bei den Spielern sehr gut ankommen. Mit „SteamWorld Quest“ erscheint nun das erste Rollenspiel des Studios und wir haben für euch herausgefunden, ob die „SteamWorld“-Reihe auch in diesem Genre überzeugt.

Tapfere Ritter und Magier braucht das Land

Neben dem Genre unterscheidet sich „SteamWorld Quest“ auch durch das Setting von seinen Vorgängern. Denn anders als vorherige Ableger der Reihe, die im Wilden Westen und im Weltall angesiedelt waren, spielt das neue „SteamWorld“-Rollenspiel im Mittelalter. Im Zentrum der Handlung stehen die sympathischen Helden Armilly, Copernica und Galleo. Als Soldaten des Abgrunds das Dorf Gainshain abbrennen und dabei auch noch fast alle Mitglieder der Gilde gefangen nehmen, machen sich die drei auf, um herauszufinden, was es mit der geheimnisvollen Armee auf sich hat. Die Handlung ist zwar etwas heiterer erzählt und etwas weniger dramatisch in Szene gesetzt als bei manchen anderen Genrevertretern, dafür allerdings sind die Dialoge und Charaktere mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. Mitunter werden dabei auch die etwas schrägen Macken der Charaktere ins Licht gerückt. Armilly beispielsweise neigt dazu, die Abenteuer von sich und ihren Gefährten in der dritten Person zu erzählen, während der gemütliche Galleo noch im Keller seiner Mutter wohnt. Die Story von „SteamWorld Quest“ ist in mehrere Akte aufgeteilt, die wiederum jeweils eine unterschiedliche Anzahl an Kapiteln umfassen. Mit etwa zwanzig bis dreißig Minuten Spielzeit pro Kapitel eignet sich diese Aufteilung perfekt dazu, dass man auch einmal zwischendurch ein ganzes Kapitel spielen kann.

Zeit für ein Karten-Duell

Jedes der Kapitel ist dabei, was das Gameplay anbelangt, sehr ähnlich aufgebaut. Mit seiner Truppe, zu der im Verlauf der Story noch weitere Charaktere stoßen, durchquert man Dungeons, die in kleine Areale aufteilt sind. Darin findet man unter anderem Kisten, die man für Gold zerstören kann und ab und zu auch Schätze, die man später eintauschen oder verkaufen kann. Trifft man schließlich auf einen Gegner und läuft auf diesen zu, beginnt ein rundenbasierter Kampf, bei dem in der Regel drei eigene Helden gegen mehrere Gegner kämpfen. Um Aktionen auszuführen, greift man dabei auf sein Kartendeck zurück, von dem man zu Beginn jeder Runde von sechs offenen Lochkarten bis zu zwei umtauschen und anschließend drei Karten spielen kann. Manche der Lochkarten lösen Angriffe aus, während andere zum Beispiel die Statuswerte des Gegners senken oder die eigenen erhöhen. Besonders wichtig in den Kämpfen ist die Dampfkraft-Anzeige, die durch das Ausspielen normaler Angriffs- oder Upgrade-Karten gefüllt wird. Anschließend können die Dampfkraftpunkte dann genutzt werden, um besonders mächtige Fähigkeiten auszulösen.

Viel taktische Tiefe

Doch auch abseits davon bietet das Kampfsystem trotz seiner Zugänglichkeit eine Menge taktische Tiefe. Denn fast jeder Gegner ist gegen ein bestimmtes Element anfällig, sodass man durch den geschickten Einsatz der richtigen Karten heftigen Schaden austeilen kann. Relativ schnell führt das Spiel außerdem die nützlichen Kettenangriffe ein. Indem man drei Karten desselben Charakters hintereinander spielt, führt dieser eine weitere Aktion aus, die dann beispielsweise die Statuswerte des eigenen Teams erhöht oder alle Teammitglieder heilt. Außerdem hat man eine Vielzahl von Möglichkeiten, um sein Kartendeck anzupassen. Zunächst einmal kann man bei einer reisenden Händlerin neue Karten herstellen oder diese alternativ in den in Dungeons verstreuten Schatztruhen finden. Einige davon lassen sich anschließend auch noch im Tausch gegen Verbrauchsgegenstände aufwerten, die man ebenfalls in Schatzkarten findet oder nach einem siegreichen Kampf erhält.

Zudem besteht das eigene Deck immer aus acht Lochkarten von jeweils drei aktiven Helden. Die Zusammenstellung ist jedem Spieler dabei frei überlassen. Man kann beispielsweise auch doppelte Karten ins Deck aufnehmen, wodurch natürlich die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man diese dann im Kampf zieht. Natürlich wirkt sich auch die Zusammenstellung der Truppe auf die Kämpfe aus. Um Spoiler zu vermeiden, wollen wir an dieser Stelle nicht zu sehr auf die einzelnen Charaktere eingehen, aber alle Helden bringen einen komplett eigenen Kampfstil mit, was die Zusammenstellung der eigenen Lieblingstruppe umso schwieriger macht. Wem das immer noch nicht genug ist, der kann außerdem neue Ausrüstungsgegenstände und Waffen kaufen, die dann zum Beispiel die Abwehr eines Charakters erhöhen oder die Resistenz gegen ein bestimmtes Element stärken.

Da man in einem angenehmen Tempo an die verschiedenen Mechaniken herangeführt wird, machen die Kämpfe von Beginn an eine Menge Spaß. Das gilt vor allem auch für die spannenden Bosskämpfe, in denen das geschickte Ausspielen der richtigen Karten und der Einsatz von Kettenangriffen essenziell ist, wenn man auch auf dem herausforderndsten der drei Schwierigkeitsgrade eine Chance haben will. Wer möchte, kann die bereits durchgespielten Kapitel übrigens jeder Zeit noch einmal absolvieren, um vorher verpasste Schatztruhen zu öffnen. Durch die vielen Möglichkeiten, sein eigenes Team und sein Deck nach eigenem Belieben anzupassen, macht „SteamWorld Quest“ dann auch wett, dass der Spielablauf in jedem Kapitel praktisch fast identisch ist, sodass keinesfall Langeweile aufkommt.

Optisch ein wahrer Augenschmaus

Optisch ist „SteamWorld Quest“ nicht nur das schönste Spiel der Reihe, sondern gehört auch zu den visuell ansprechendsten Switch-Titeln überhaupt. Die handgezeichneten Hintergründe fangen zu jedem Zeitpunkt die Stimmung perfekt ein, sei es nun ein mysteriöser Wald, eine magische Akademie oder ein brennendes Dorf. Das Charakterdesign steht diesen fantastischen Hintergründen dabei in nichts nach und zeigt, wie gut mittelalterliche Rüstungen und Kleidung im Steampunk-Stil aussehen können. Auch der Soundtrack ist gewohnt hochwertig, mit einigen Liedern, die zum Mitsummen einladen. Das Spiel läuft dabei durchweg flüssig und ohne jegliche Ruckler.

Weiterführende Links: Forum-Thread

Fazit & Wertung

„SteamWorld Quest“ mag das erste Rollenspiel der Reihe sein, ist aber direkt ein echter Volltreffer. Ein flottes Kampfsystem mit viel taktischer Tiefe, beeindruckende handgezeichnete Grafiken und sympathische Charaktere sind dabei nur einige der vielen Stärken des Spiels. Für Fans der Reihe ist „SteamWorld Quest“ damit sowieso ein Pflicht-Titel, aber auch jeder andere sollte zumindest einmal einen Blick riskieren.
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Bisher gibt es zehn Kommentare

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  • Avatar von Neino
    Neino 24.04.2019, 14:30
    Klasse, kommt auf die Wunschliste. Miss aber erstmal Dig 2 nachholen.
    Die SteamWorld Spiele waren für mich immer sehr unterhaltsam und tool umgesetzt
  • Avatar von Greg
    Greg 24.04.2019, 06:49
    Zitat Zitat von Starkirby Beitrag anzeigen
    Einen alleinigen Anspruch auf anspruchslosen, humorlosen Humor zu erheben, finde ich etwas paradox. Aber gut, genug Off-Topic.
    Niemand hat die Absicht einen alleinigen Anspruch auf einen anspruchslosen, humorlosen Humor zu erheben!
  • Avatar von Starkirby
    Starkirby 23.04.2019, 22:26
    Zitat Zitat von Greg Beitrag anzeigen
    Sei nicht so egoistisch! Mein Humor kann jawohl auch zu wünschen übrig lassen! -.-
    Einen alleinigen Anspruch auf anspruchslosen, humorlosen Humor zu erheben, finde ich etwas paradox. Aber gut, genug Off-Topic.
  • Avatar von Greg
    Greg 23.04.2019, 20:34
    Zitat Zitat von Starkirby Beitrag anzeigen
    Und ich dachte mein Humor ließe zu wünschen übrig.
    Sei nicht so egoistisch! Mein Humor kann jawohl auch zu wünschen übrig lassen! -.-
  • Avatar von Naska
    Naska 23.04.2019, 20:19
    Mir bleibt nur eine Frage, kommt es physical?
  • Avatar von Starkirby
    Starkirby 23.04.2019, 19:56
    Zitat Zitat von Greg Beitrag anzeigen
    Ich frage mich seit jeher, warum sie die Spiele SteamWorld und nicht WeamStorld nennen.
    Und ich dachte mein Humor ließe zu wünschen übrig.
  • Avatar von Rincewind
    Rincewind 23.04.2019, 19:53
    wow eine 9 klingt echt krass (damit wäre man ja in der Elite mit XCOM2 ,Into the Breach usw) . also ich hatte bisher mit Steam Dig 1 und Steam Heist eine echt "gute" Zeit
    hoffentlich gibts bald Infos ob/wann PC´ler und andere Konsoleros zugreifen dürfen
  • Avatar von Garo
    Garo 23.04.2019, 19:04
    Ich interessiere mich nur für SteamWorld Dig. Karten- und Rundenbasierte Rollenspiele hauen mich null vom Hocker.
  • Avatar von Greg
    Greg 23.04.2019, 19:00
    Ich frage mich seit jeher, warum sie die Spiele SteamWorld und nicht WeamStorld nennen.
  • Avatar von Heavydog
    Heavydog 23.04.2019, 18:24
    Ah schön, dass das Spiel gelungen zu sein scheint. Ich mag die SteamWorld-Spiele und werde mir den Teil hier auch kaufen.