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A.O.T. 2: Final Battle

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A.O.T. 2: Final Battle

Die „Warriors“-Spiele von Omega Force enttäuschen selten. Weil das Grundprinzip, Gegnerhorden in strategischen Schlachten zu bekämpfen, niemals langweilig wird, gibt es zu den meisten Titeln regelmäßig Fortsetzungen. Bei der „Attack on Titan“ Adaption gibt es nun aber keinen dritten Teil, der die neuesten Episoden des Animes spielbar macht, sondern überraschenderweise eine richtige Erweiterung. Ob diese das gute Spiel bereichert, verraten wir im Test.

Das Hauptspiel

Eine kurze Rückblende: Bei „A.O.T. 2“ handelt es sich keineswegs um einen typischen Ableger der „Warriors“-Reihe. Zwar darf der Spieler auf einem Schlachtfeld Missionen erledigen, doch es geht nicht gegen tausende, sondern deutlich weniger Gegner. Die riesigen Titanen sind dafür auch nicht mit wenigen Schlägen besiegt, stattdessen darf der Spieler Körperteile anvisieren und bei geschicktem Timing den Nacken durchtrennen. Das wird durch den 3D-Manöver-Apparat vereinfacht, wodurch die Helden durch die Spielwelt schwingen oder sogar kurzzeitig fliegen können, statt einfach nur herumzulaufen. Gepaart mit dem gewohnt guten Ablauf, schließlich müssen Kammeraden im Blick behalten und Nebenaufgaben erfüllt werden, ist der Spielfluss hervorragend, wenn auch etwas repetitiv.

Der wichtigste Modus war die Geschichte, die die Handlung der ersten beiden Staffel des Animes behandelte. Anstatt in die Schuhe von Eren zu schlüpfen, durften sich die Spieler einen eigenen Helden erstellen und dementsprechend eine leicht veränderte Version der Ereignisse verfolgen. Das war erfrischend, schließlich war der eigene Held Teil des Geschehens und konnte einige der bombastischsten Momente der Vorlage nacherleben. Gleichzeitig sorgte das abrupte Ende für Kritik, Spielinhalte gab es dank weiterer Modi dennoch genug.

Die Wahrheit hinter den Titanen

In der Erweiterung „A.O.T. 2: Final Battle“ werden nicht etwa neue Missionen zum Story-Modus hinzugefügt, sondern die neuen Charakter-Episoden eingeführt. Diese laufen sehr traditionell ab, denn der Spieler wählt auf einem Brett eine Mission oder Zwischensequenz und erlebt fortan die Ereignisse der 22 Episoden langen dritten Staffel aus der Sicht der Helden. Deshalb darf man nicht seinen eigenen Protagonisten steuern, doch der Ansatz ist deshalb nicht schlecht. Vielmehr wird es nun reizvoller, mehrere Charaktere abwechselnd zu steuern. Einziges Manko ist leider, dass die Ausrüstung nicht verändert werden darf, ebenso wenig kann man die Materialien, die es als Belohnungen gibt, in neue Waffen verarbeiten.

Die Zwischensequenzen sind erneut großartig inszeniert, insbesondere die wohl besten Szenen aus der Vorlage können erneut zu Tränen rühren. Spielerisch erwartet einen die gewohnte Qualität, was durchaus schön für diejenigen ist, die vom Hauptspiel nicht genug bekommen konnten. Zudem wurde das Höchstlevel auf 120 gesetzt. Gleichzeitig bedeutet es aber natürlich auch, dass man nicht unbedingt mit Innovationen rechnen sollte – wobei die Neuheiten frischen Wind mitbringen.

Menschliche Bedrohung

Ein großes Highlight sind die neuen Gegner. Insbesondere in der ersten Hälfte geht es häufig gegen menschliche Feinde, was die Kämpfe völlig verändert. Im Gegensatz zu den Titanen sind die Menschen kleiner, schneller und bleiben nicht an einer Stelle stehen, weshalb rechtzeitige Reaktionen erfordert werden. Das spielt sich in den ersten Minuten sehr unvertraut, doch überraschenderweise funktioniert das Kampfsystem auch bei dieser Gegnerart sehr gut und lockert die festgefahrene Taktik durch deutlich rasantere Schlachten auf.

Die zweite große Neuerung kommt in Form von Schusswaffen. Die Auswahl ist nicht überragend, doch mit Waffen zu schießen, anstatt sich alleine auf seine Klingen zu konzentrieren, bringt die gewünschte Vielfalt mit, da man die Ausrüstung auch innerhalb der Missionen wechseln kann. Wer genug Feinde besiegt, darf derweil seine Schwerter gegen einen Donnerspeer eintauschen, der gigantischen Schaden verursacht. Die anderen Waffen verwandeln sich derweil in eine Gatling Gun, verrückte Action ist also erneut garantiert. Diese Verbesserungen nutzt man gerne, auch wenn die Schusswaffen nie so intuitiv genutzt werden, wie die traditionellen Waffen. Da auch das Hauptspiel angepasst wurde, um diese Mechaniken zu nutzen, werden Neulinge zudem nicht erst darauf warten müssen. Hier und in den anderen Modi darf man dann auch die Materialien in Ausrüstung verarbeiten.

Die Rückeroberung

Der zweite neue Modus ist gleichzeitig der bislang größte. Im Territory Recovery Mode geht es nämlich darum, die äußere Mauer und das Land zurückzuerobern, was in zwei Etappen passiert. Auf einem Spielfeld bewegt man seinen vorher ausgewählten Kommandanten auf verschiedene Punkte, die meist zu kurzen Schlachten führen. Dafür gibt es Materialien, allerdings muss man nach einigen Runden zurück in die eigene Basis kehren, da es nur begrenzt viele Bewegungspunkte gibt. Hier lassen sich die Ressourcen nutzen, allerlei Gebäude aufzubauen. Dadurch wird die eigene Basis immer vielfältiger, während man neue Möglichkeiten erhält, seine Ausrüstung zu verbessern, um immer mehr Missionen anzugehen.

Obwohl das Prinzip schnell verstanden ist, beweist sich der Modus als einer der motivierendsten im gesamten Spiel. Auch nach Stunden lassen sich noch weitere Gebäude ausbauen und Vorteile erarbeiten, um schwierigere Missionen anzunehmen. Zudem gibt es zahlreiche kleinere Mechaniken, zum Beispiel werden Mitglieder der Militärpolizei irgendwann müde, sodass man sein Team austauschen sollte. Gleichzeitig gibt es Boni, wenn Charaktere häufiger gemeinsam auf Missionen gehen, und sogar Neuzugänge lassen sich anwerben, wenn diese in Nebenmissionen gerettet werden. Egal ob nur für ein paar Runden oder mehrere Stunden, der Modus erweist sich als große Bereicherung und wird selbst diejenigen fesseln, die alle anderen Modi vollends ausgekostet haben.

Überraschende Verbesserung

Zum Schluss gibt es noch gute Nachrichten für diejenigen, die sich von den technischen Problemen haben abschrecken lassen. In den vergangenen Monaten wurde das Spiel nämlich häufig gepatcht, und somit gibt es kaum noch große Ruckler, selbst im Handheld-Modus ist das Problem weitaus weniger schlimm als noch zur Veröffentlichung. Weiterhin störend sind Titanen, die wenige Meter vor den Helden aufploppen sowie Gebäude und Landschaften, die sich zu spät aufbauen. Glücklicherweise bleibt das Abenteuer durchweg spielbar, und selbst die Ladezeiten sind nicht unerträglich. Soundtechnisch gibt es derweil wenig zu meckern, nur muss man sich darauf einstellen, einige Lieder sehr häufig zu hören.

Weiterführende Links: Forum-Thread

Fazit & Wertung

Wer das Hauptspiel mochte, wird „A.O.T. 2: Final Battle“ lieben. Alle Neuerungen fügen sich wunderbar in das Kampfsystem ein, während die Umsetzung der neuen Handlung jeden Fan fesseln kann. Sogar die Kämpfe gegen menschliche Feinde wurden stark umgesetzt und sorgen für die dringend benötigte Abwechslung. Langzeitmotivation bietet derweil der Territory Recovery Mode, sodass man erneut viele Stunden in der Welt der Titanen verbringen kann.

Bisher gibt es einen Kommentar

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  • Avatar von Garo
    Garo 01.08.2019, 19:29
    Schon ziemlich frech, was hier gemacht wird. Als Besitzer von A.o.T. 2 ist man nämlich echt geleimt und soll 50€ für den DLC zahlen, fast genauso wie das vollständige Spiel (das Hauptspiel + DLC) im Laden kostet. Was ist das für eine dämliche Idee?