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Save Koch

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Save Koch (eShop)

Auf der richtigen Seite des Gesetzes zu stehen, ist für die meisten Menschen eine klare Entscheidung. Was aber, wenn diese Seite nicht eindeutig festzulegen ist? „Save Koch“ gibt dem Spieler einen Einblick in die Welt des Mafia-Bosses Jeffrey Koch, der plötzlich selbst sein Leben in Gefahr sieht und aus der zunächst sicheren Behausung seines Safehouses heraus recherchiert, wer ihm nach dem Leben trachtet. Somit wird die Frage nach der richtigen Seite des Gesetzes schnell zu einer Frage der eigenen Perspektive.

Alltag eines Mafiabosses

Die Aufgabe in „Save Koch“ ist klar definiert. Überlebe, finde den Maulwurf sowie den Mastermind hinter dem Attentat und sorge dafür, dass das Geschäft weiterläuft. Und das alles innerhalb von sieben Tagen. Zur Auswahl stehen insgesamt acht potenzielle Maulwürfe sowie fünf potenzielle Masterminds und bei jedem Neustart des Spiels werden die zu findenden Personen neu zugeordnet. Es gilt also die eigenen Verbündeten, Feinde und allgemein jede Person, zu der Kontakt aufgenommen werden kann, zu nutzen, um die beiden Personen zu finden und zu töten.

Was sich im Allgemeinen bereits als schwierig erweist, wird aus dem eigenen Safehouse heraus zu einer umso komplexeren Aufgabe. Hier kommt das persönliche Gangster-Team von Koch ins Spiel, das auf verschiedene Missionen geschickt werden kann. Von der Überwachung und der Beschattung von potenziellen Feinden bis zu deren Schutz und der Analyse eines Tatortes ist eine Vielzahl von Aufgaben verfügbar. Da jeder Gangster über eigene Fähigkeiten verfügt, gilt es die richtige Person mit dem passenden Auftrag zu kombinieren, um einfach und schnell an die nötigen Informationen zu kommen.

Die Vertrauensfrage

Jeffrey Koch allerdings tatsächlich zu retten, ist eine extrem schwierige Aufgabe. Da die zugeordneten Rollen in jedem Durchgang gewechselt werden, gilt es ein exaktes Auge für Details zu haben bei der eigenen Recherche. Niemandem kann zu 100 Prozent vertraut werden, da immer die Gefahr besteht, dass die entsprechende Person mit dem Feind zusammenarbeitet. Jede Mission kann anders ausgehen, jeder Dialog einen anderen Ausgang nehmen, und dennoch müssen genau diese Informationen genutzt werden, um zu entscheiden, wen es auszuschalten gilt.

Der Spieler befindet sich in einem ständigen Wettlauf gegen die Zeit. Es gilt also die knappe Zeit richtig zu nutzen, um schnell zu Schlussfolgerungen zu gelangen. Es gilt entschlossen zu handeln und Maßnahmen zu ergreifen. Wenn diese Entscheidungen korrekt waren, großartig! Sind sie allerdings falsch, wendet sich das eigene Team auch gern gegen seinen Boss, auch wenn das nicht immer sofort spürbar ist. Diese Entscheidungen können zu spannenden Enden führen, wovon eine Vielzahl vorhanden ist. Nach zahlreichen misslungenen Versuchen ist die Freude dann jedoch umso größer, endlich das sogenannte gute Ende zu sehen.

Comic mit Touchscreen-Steuerung

Der Grafikstil von „Save Koch“ weiß zu gefallen. Der spielbare Cartoon mit anthropomorphen Tieren, welche die Rolle von Menschen einnehmen, sorgt trotz des leicht melancholischen Settings für ein schön anzusehendes und interessantes Gameplay. Die Zwischensequenzen, die die Ereignisse im Stile eines Comics wiedergeben, sind kreativ und mit Liebe zum Detail umgesetzt, und auch wenn es größtenteils keine Sprachausgabe gibt, ist diese in den einzelnen vorhandenen Fällen sehr qualitativ umgesetzt. Dass es davon nicht mehr gibt, ist zwar ärgerlich, jedoch auch verständlich, wenn man sich erinnert, dass „Save Koch“ das Werk des Indie-Studios Wooden Monkeys ist und somit auch nur aus einem begrenzten Budget zehren kann.

Es existieren zwar nicht viele Screens im Spiel, diese sind dafür umso detailreicher gestaltet mit vielen zu entdeckenden Elementen und Hintergrundinformationen zur Handlung. Gleichzeitig liegt in jedem Screen der Fokus auf Benutzererfahrung und die Steuerung fällt selbst mit dem Controller sehr leicht. Klares Plus ist, dass im Handheld-Modus auch der Touchscreen genutzt werden kann, was dem Spieler eine intuitive Steuerung ermöglicht. Wenn auch vom Gameplay her nicht notwendig, so liefert das selbständige Eingeben der Telefonnummer die Möglichkeit, intensiver in die Welt von „Save Koch“ einzutauchen.

Und täglich grüßt der Maulwurf

Der größte Kritikpunkt an „Save Koch“ ist die allumfassende Neigung zur Wiederholung. Es ist mit etwa einer Spielstunde pro Durchgang ein relativ kurzes Spiel, jedoch wie bereits erwähnt mit einer Vielzahl verschiedener Enden. Das bedeutet jedoch, um jedes Ende zu sehen, muss der Beginn, jeder Telefonanruf und jede Mission mehrmals durchgeführt werden, wieder und wieder und noch ein weiteres Mal. Schlimmer ist hierbei, dass die Missionen sich nur dann ändern, wenn man die Mitglieder des eigenen Teams ändert, und selbst dann ändert sich nur eine kleine Zahl von Missionen merklich.

Gerade zu Beginn, während der ersten paar Durchgänge, begeht der Spieler die meisten Fehler, da hier noch nicht klar ist, was überhaupt getan werden muss und was wirklich sinnvoll ist. Schlimmer ist jedoch, dass zu Beginn keine Möglichkeit besteht, das eigene Team zu wechseln, da erst nach einigen Erfolgen zusätzliche Charaktere wählbar werden. Das bedeutet, dass man zunächst gezwungen ist, das gleiche Spiel immer wieder zu durchleben, ohne die Möglichkeit, Dinge zu beschleunigen oder zu überspringen. Gleichzeitig ist das Abklappern der Telefonkontakte der nervigste Teil in den ersten Durchläufen, da zunächst völlig unklar ist, welche Anrufe komplett sinnlos sind und somit übersprungen werden können.

Viel Frust und wenig Abwechslung

Der Mangel an Politur ist ein weiterer Kritikpunkt an „Save Koch“. Die Menüs sind trotz guter Steuerungsmöglichkeit etwas klobig, vor allem da einzelne Missionen im entsprechenden Menüpunkt schwer auszuwählen sind, wenn sich mehrere direkt nebeneinander befinden. Auch die Abwechslung im Gameplay kann zu Beginn schnell abschrecken. Bis nach ein paar Durchläufen klar geworden ist, welche Missionen ausgespart werden können, hat man bereits mehrere Situationen erlebt, in denen man minutenlang auf das Ende der Dinge, die da kommen mögen, gewartet hat. Dies kann bis zum entsprechenden Lernmoment einen hohen Grad an Frustrationstoleranz erfordern und eine langweilige Angelegenheit werden, wenn man zum x-ten Male dieselben Soundeffekte hört.

Weiterführende Links: Forum-Thread

Fazit & Wertung

Trotz seiner Schwächen ist „Save Koch“ ein durchaus kreatives Spiel und bietet viel Freude für Spieler, die schon an „This is the Police“ ihren Spaß hatten, auch wenn dort etwas mehr Gameplay geliefert wird. Zwar stieg der Grad an Ermüdung durch Wiederholung mit jeder Spielstunde weiter an, aber den Maulwurf und den Mastermind in jeder Runde zu entlarven, bietet auch in späteren Spielstunden noch ein spannendes Erlebnis, und somit überzeugt „Save Koch“ in Sachen Story vollends. Zusätzlich liefert die Nutzung des Touchscreens eine immersive Erfahrung, um in die Welt von Jeffrey Koch einzutauchen.

Auch wenn das Drehen kleiner Stellschrauben dem Spiel gut getan hätte, ist „Save Koch“ ein spielenswerter Titel, zumindest bis man die richtige Kombination zur Lösung des Falls herausgefunden hat. Er bietet außerdem durch den Zufallsfaktor in der Verteilung der Rollen einen hohen Wiederspielwert, jedoch hätten weitere Veränderungen an Dialogen und Missionen der Langzeit-Motivation sehr gut getan.
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