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Bloodstained: Curse of the Moon 2

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Bloodstained: Curse of the Moon 2

Kurz zusammengefasst handelt es sich bei „Bloodstained: Curse of the Moon 2“ um ein klassisches Castlevania-Abenteuer mit einem modernen Koop-Twist. Selbst wenn Konami sich selbst ein wenig auf die Seitenlinie manövriert hat, ist es eine verdammt gute Zeit um ein Vampirjäger zu sein.

Ganz anders und trotzdem großartig

Fans der modernen Castlevania-Titel haben ein IGA-geführtes „Bloodstained: Ritual of the Night“ und Fans eines klassischen Castlevania haben das im 8-Bit-Stil umgesetzte „Bloodstained: Curse of the Moon“. Beides sind großartige Spiele, jedoch aus unterschiedlichen Gründen.

Das erstgenannte ist ein befriedigendes und machtvolles Level-Grinding Fantasy-Spiel mit einer weitläufigen und mit Geheimnissen gefüllten Karte. Letzteres dagegen ist ein Action-Plattformer, der sich an einem Abend durchspielen lässt und sich somit perfekt für eine Ausleihe in den späten 80ern oder frühen 90ern geeignet hätte.

Wer nur eins von beiden gespielt hatte, sollte seine Entscheidung definitiv hinterfragen. Und wer sich gefragt hat, wieviel mehr Inti Creates noch aus seinem Castlevania III Tribut herausziehen kann, wird nun mit positiven Neuigkeiten belohnt.

„Bloodstained: Curse of the Moon 2“ ist keines dieser modernen Retro-Spiele, die man ein oder zwei Mal durchspielt, nur um sie dann beiseite zu legen und für immer zu vergessen. Selbst nach mehrmaligem Durchspielen, ob allein oder im Koop, zieht es den Spieler immer wieder zurück in die Welt der Vampirjäger.

Nur noch ein Mal...

Selbst wenn „Curse of the Moon“ nur mit dem Schwert schwingenden Protagonisten Zangetsu aufgewartet hätte, wäre es zwar immer noch ziemlich gut gewesen, aber bei weitem nicht so lange in Erinnerung geblieben. Die aus dem ersten Teil bekannte Möglichkeit zum Charakter-Wechsel kehrt auch im zweiten Teil zurück. Und nicht nur das bekannte Original-Ensemble kehrt auf die Bühne zurück, es warten auch drei neue spielbare Charaktere darauf, an ihre Grenzen gebracht zu werden.

Für jeden Spielstil wird ein neuer Charakter eingeführt. Die mit ihrem Speer vorpreschende Dominique, der Sniper Robert oder Hachi, ein Hund in einem Mech, der sogar auf der Stelle schweben kann und sich zeitweise unsichtbar machen kann. Jeder Charakter hat dabei eine eigene Lebensleiste, alle teilen sich jedoch eine Magie-ähnliche Ressource für Spezialattacken. Und solange man beim Spielen jede sichtbare Kerze zerschmettert, wird man nie in die missliche Lage geraten, keine Spezialattacken mehr durchführen zu können. So bekannt, so erfolgreich.

Wie im letzten Teil wird man auch hier Dämonen in acht vollgepackten Levels entgegentreten, auf dem Weg zum Boss permanente Lebens- und Energie-Upgrades aufsammeln sowie auf dem Weg weitere Rekruten mit auf die Reise nehmen. 

Der Fortschritt auf der Weltkarte ist dabei durchaus linear, die Level selbst sind jedoch mit alternativen Wegen und Geheimnissen ausgestattet, für die jedoch ganz spezielle Charaktere genutzt werden müssen. Ganz im Sinne der Verbesserungen eines Nachfolgers sind die Checkpoints rücksichtsvoller und klarer, die Bosse sind besser ausgearbeitet und besitzen sogar eine Lebensleiste und sogar die weiteren Spieldurchläufe fühlen sich noch belohnender an.

...und danach noch ein weiteres Mal

Wie bereits hervorgehoben, bekommt die Wiederspielbarkeit einen hohen Stellenwert in „Curse of the Moon 2“. In jedem der vier Hauptspieldurchläufe erhält man Zugriff auf verschiedene Charaktere, im letzten Durchlauf erwarten den Spieler sogar ein paar besondere Bonuslevel. Wer also befürchtet, Miriam, Alfred und Gebel im Nachfolger zu vermissen, kann ganz beruhigt sein und muss nur etwas Geduld aufbringen.

Inti Creates hat einen großartigen Job dabei geleistet, die verschiedenen Episoden der Story abwechslungsreich zu gestalten. Auch wenn der grobe Kontext unverändert bleibt, nutzt sich dieser keinesfalls ab. Zeitweise fühlt sich der Spieler im positiven Sinne übermächtig. In anderen wiederum scheinen auch altbekannte Tricks nicht dabei zu helfen, starke Gegner zu überwinden oder gefährliche Passagen zu meistern. Jeder Zentimeter der Level fühlt sich wohl durchdacht an und auch das Bossdesign weiß zu überzeugen.

Auch im Koop überzeugend

Man kann nicht genug betonen, wie wichtig die Unterstützung eines zweiten Spielers in Spielen wie diesem ist. Es ist einfach großartig umgesetzt und fühlt sich ebenso wie das Level- und Boss-Design stets gut durchdacht an. In Retrospektive wirkt es fast verwundernd, dass Konami nicht mehr mit dem Koop-Modus in früheren Castlevania-Spielen experimentiert hat.

Die ausgedient wirkende Präsentation von „Curse of the Moon 2“ scheint einen potentiellen Koop-Partner zunächst abzuschrecken, wenn dieser nicht gerade begeisterter Fan von Old-School-Games ist. Dennoch sollte man nicht zu schnell aufgeben, sondern einfach den zweiten Controller weiterreichen, denn hier wartet ein aufbereitetes und rationalisiertes Abenteuer, was selbst Retroskeptiker überzeugen und viel Spaß bringen wird.

Jeder einzelne Charakter, speziell Dominique und Robert, haben ihre Zeit und ihren Ort. Alle bieten eine große Freude beim Spielen. Umso besser, dass man stets zwischen ihnen wechseln kann. Man sollte nur darauf achten, keinen sterben zu lassen, da dieser Charakter sonst für das restliche Level nicht mehr zur Verfügung steht. Herauszufinden, welcher Charakter für welchen Gegner, welche Level-Umgebung oder spezifische Boss-Situation am besten geeignet ist, war eines der Highlights in den vielen Durchläufen. Es ist überraschend, wie sehr „Curse of the Moon 2“ zur Kommunikation im Koop-Modus ermuntert.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass der zweite Spieler einen eigenen Zangetsu zur Auswahl haben wird, ein deutlicher Vorteil im Vergleich zum Solo-Modus. Der Koop-Modus funktioniert nach dem Drop-in-Verfahren und es gibt eine zu  „New Super Mario Bros." ähnliche Seifenblasen-Mechanik, wenn ein Spieler kurz aussetzen muss oder will.

Wenn einer der Spieler von einer Klippe fällt oder ein paar Pfeile zu viel in den Kopf bekommt, wird dieser Charakter von der Bildfläche verschwinden. Solange einer der Spieler jedoch am Leben ist, kann der andere nach einer kurzen Verzögerung wieder am Kampf teilnehmen. Es gibt ebenfalls die Möglichkeit, das Spiel so einzustellen, dass einem nie die Wiedereinstiege ausgehen und, wie im originalen „Curse of the Moon“, gibt es auch hier die Option, dass Schläge den Spieler nicht zurückwerfen.

Nur eine sehr anstrengende Plattform-Passage und ein sehr chaotischer Boss-Kampf mit einem verwirrenden Angriffsmuster blieben als etwas lästig in Erinnerung. Abgesehen davon war nahezu jede Minute des Spiels eine pure Freude.

Kompakte Spielerfahrung

„Bloodstained: Curse of the Moon 2“ kann in etwa ein oder zwei Stunden absolviert werden, je nachdem welchen Durchlauf man gerade angeht und welchen Pfad man durch die Level wählt. Nach etwa acht Spielstunden gibt es noch immer zumindest ein Geheimnis im Menü zu entdecken und die Motivation ist mindestens genauso groß wie beim ersten Durchgang.

Weiterführende Links: Forum-Thread

Fazit & Wertung

Inti Creates hätte es sich sehr leicht machen können und einfach mehr vom selben liefern können, aber die neuen Charaktere bieten in „Curse of the Moon 2“ eine große Menge an Flexibilität, der Koop-Modus ist sehr lobenswert und die feinen Verbesserungen sind im gesamten Spiel spürbar. Umso mehr, wenn man nach einem Wochenende mit dem Nachfolger wieder das Original spielt. „Curse of the Moon“ ist nicht einfach nur ein Ableger von „Bloodstained". Es ist ein Anführer seiner ganz persönlichen Erfolgsgeschichte.
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