Rache der Anurai
Vor zehn Jahren erkundeten Forscher der Resources Development Administration, kurz RDA, den Mond Pandora und stießen dabei auf einige interessante Artefakte und Geheimnisse des idyllischen Planeten. Auf den Erkundungstouren stellten sich den Menschen die bisherigen Einwohner mit dem Namen Na’vi in den Weg. Die RDA-Forscher waren jedoch so stark bewaffnet, dass den blauhäutigen Einwohnern kaum eine Chance gelassen wurde.
In jenem Jahr wurde auch der Clan der Anurai fast gänzlich ausgerottet. Bis auf Rai’uk und seine Schwester Kyuna blieben keine weiteren Fortfahren am Leben. In der Zwischenzeit nutzte der große Bruder jedoch die traurigen Tage, um sich für seine Rache vorzubereiten. Somit lebte er in den gefährlichen Wäldern Pandoras und eignete sich einige tödliche Kampffähigkeiten an. Gemeinsam mit seiner Schwester und einigen weiteren Verbündeten möchte er die Menschen von seinem Heimatplaneten vertreiben, und das möglichst in praktische Stückchen zerlegt.
Pssst!
Rai’uk geht seinen Rachefeldzug allerdings nicht in Rambo-Manier an. Schließlich hat er in seiner Trainingszeit gelernt, wie hellhörig die Menschen sind und man mit Schleichen am weitesten kommt. Die Areale sind perfekt auf das lautlose Ausschalten von Feinden ausgerichtet, dadurch aber wiederum sehr linear. Oftmals sind die jeweiligen Bereiche recht klein und bieten kaum Möglichkeiten zum freien Erkunden. Sobald der blaue Held also ein neues Areal betritt, läuft man stets im Schutz der freien Natur nach vorne und versteckt sich im Notfall im hohen Gras oder auf den überdimensionalen Ästen der Bäume.
Auf Knopfdruck kann der Na’vi-Jagdinstinkt eingesetzt werden, wodurch Gegner anvisiert und besser hervorgehoben werden. Hat man sich folglich nahe genug an einen Menschen herangeschlichen, kann man ihm den Gar aus machen. Der Protagonist führt den leisen Schleichangriff völlig automatisch aus, der Angriff wird jedoch nur erfolgreich absolviert, sobald man eine Bewegung zum Schluss richtig mit der Wii-Fernbedienung nachahmt. Auch für die restlichen Angriffe wird auf Gesten zurückgegriffen, wodurch man die Wiimote bei Auseinandersetzungen ständig nach rechts, links oder oben schwenkt. Die Bewegungserkennung ist erfreulicherweise sogar recht gut ausgefallen.
Zusätzliche Spielereien
Von den normalen Steuerungsmöglichkeiten einmal abgesehen, wurden noch weitere Spielereien eingebaut. Verfügt man über einen MotionPlus-Adapter, kann man im Spiel die Höllenwespen steuern, welche Gegner ablenken und betäuben. Ohne den Zusatzadapter fällt diese Funktion völlig aus, was allerdings nicht auf die Banshee-Sequenzen zutrifft. Diese geflügelten Reittiere lassen sich in den Schuss-Szenen in der Luft entweder normal mit Nunchuk und Fernbedienung oder aber auch direkt mit dem Balance Board kontrollieren. Mit dem weißen Fitnessbrett fallen diese Stellen deutlich intensiver und spaßiger aus, weshalb diese Steuerungsart auf jeden Fall zu empfehlen ist.
Weiterhin lassen sich wie in der DS-Fassung Essenzen der Naturkraft Eywa im Laufe des Spiels sammeln und in Verbesserungen der Spezialfähigkeiten des Spielers investieren. Dadurch wird er dann resistenter gegenüber feindlichen Angriffen, schießt schneller mit dem Bogen oder kann mehr Schaden auf einmal zufügen. Zudem füllt sich während Kämpfen die Leiste zum „Weg des Kriegers“. Durch Schütteln des Nunchuks füllt sich dann langsam die Energie wieder auf oder verbessert die Tarnung.
Technik
Mit der bombastischen Technik der Kinovorlage kann „Avatar: Das Spiel“ zwar leider nicht ganz mithalten, eine schlechte Figur macht es dafür hingegen aber noch lange nicht. Basierend auf der JADE-Engine von Ubisoft, die unter anderem in „Beyond Good & Evil“ oder der „Sands of Time“-Trilogie von „Prince of Persia“ Verwendung fand, wird auch dieses Mal eine glaubwürdige Landschaft auf den Bildschirm gezaubert, die mit einigen netten Effekten aufwarten kann.
Der Dschungel sieht dabei auch absolut ansprechend aus und lässt die sporadischen Ruckeleinlagen verschmerzen. Die schlechten Animationen, die besonders in den Zwischensequenzen herausstechen, machen wiederum den guten Eindruck zum Großteil zunichte. Da helfen die netten Melodien und die mittelmäßige Sprachausgabe auch nur noch bedingt.
Das sagen unsere Leser