Mittlerweile gibt es unzählige Sport- und Fitnessspiele für die Wii, welche mehr oder weniger gut umgesetzt wurden. Doch natürlich darf man sich über die Menge dieser Titel nicht wundern, denn die Bewegungssteuerung bietet eine ideale Grundlage dafür. Deshalb dürfen natürlich auch keine Tennis-Simulationen fehlen, denn wie wir seit „Wii Sports“ wissen, eignet sich die WiiMote sehr gut als Schläger. Mit „Virtua Tennis 4“ ist nun ein neuer Ableger des angesprochenen Genres für Nintendos Heimkonsole erschienen. Ob man sich bei diesem Titel letztendlich wirklich wie ein wahrer Tennisprofi fühlt, beantworten wir euch in folgender Review.

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Auf nach Wimbledon!


Der Traum eines jeden Tennisspielers ist, dass er das Grand-Slam-Turnier in Wimbledon gewinnt und sich somit in eine Liste mit Legenden wie Boris Becker und Andre Agassi eintragen zu dürfen. So verfolgt man auch in „Virtua Tennis 4“ das Ziel einer der besten Spieler der Welt zu werden. Doch aller Anfang ist schwer und somit beginnt man die Karriere als unbedeutender Anfänger, der sich langsam nach oben arbeitet. Beim Design seines Charakters hat man hier freie Hand und kann aus einer Vielzahl von Kleidungsstücken und anderen Accessoires auswählen, die man zum Teil aber erst freispielen muss.

Startet nach dem Entwerfen des Charakters endlich die erste Saison, bekommt man von seinem Trainer immer wieder kurze Instruktionen. Diese helfen dabei sich inmitten von vielen verschiedenen Symbolen zurechtzufinden. So erfährt man zum Beispiel, dass man sich über ein Ticketsystem von Herausforderung zu Herausforderung befördert. Dabei handelt es sich vor allem um Glück ob man die benötigte Anzahl an Schritten gehen darf, um auf das gewünschte Feld zu kommen. Dadurch passiert es leider oft, dass man ein Training oder Duell mit einem anderen Spieler verpasst, das man vielleicht nötig gehabt hätte.

Insgesamt ist der Karrieremodus aber recht gut aufgebaut und man findet sich schnell zurecht. Die verschiedenen Minispiele, welche zum Training dienen, sind lustig und tragen zur Auflockerung bei. So muss man beispielsweise Tonscheiben oder Pokerkarten mit dem Tennisball treffen. Auch kann man Aufschläge üben, indem man versucht ein Fußballtor zu treffen oder man sammelt in alter Mario-Manier Münzen, während man seinen Gegner besiegt.

Um seine erlangten Fähigkeiten auch zur Schau stellen zu können, finden immer wieder Showmatches oder kleine Turniere statt. Im Einzel oder im Doppel kann man seine Gegner hier in die Schranken weisen und wichtige Punkte für die Rangliste stammen. Diese bestimmen nämlich ob man an größeren Wettbewerben teilnehmen darf und ob man beim abschließenden Grand-Slam-Trunier gesetzt ist oder eine Qualifikationsrunde überstehen muss.

Aufeinandertreffen mit den Profis


Ob bei der Karriere oder in einem der anderen Modi, trifft man immer wieder auf bekannte Gesichter der Tenniswelt. Sega hat es sich nämlich nicht nehmen lassen und die besten Spieler und Spielerinnen der Welt, wie beispielsweise Roger Federer, Rafael Nadal und Caroline Wozniacki, in das Spiel integriert. Diese sehen ihren Originalen verblüffend ähnlich und sind immer bereit für ein Match.

Wer aber lieber selbst einmal als einer dieser Profis auftreten will, der kann dies beispielsweise im Arcademodus tun. Hierbei tritt man nacheinander im Finale aller vier Grand-Slam-Turniere an, was sich gerade für zwischendurch sehr gut eignet.

Auch im Showmatch sind die Stars als spielbare Charaktere wählbar, doch auch die wählbaren Einstellungen sind um einiges größer. So kann man wie im richtigen Leben bis zu sechs Spiele pro Satz und fünf Sätze pro Match spielen. Auch ein Tiebreak ist hier möglich, sofern dies bei einem Unentschieden gewünscht ist.

Sieht man Nachholbedarf in Sachen Technik, so steht ein Übungsmodus zur Verfügung. In diesem stehen neben dem Aufschlag noch fünf weitere Übungen bereit, die die Fähigkeiten verbessern sollen. Leider bleibt der gewünschte Effekt ein wenig auf der Strecke, denn Sega hat sich hier keine allzu große Mühe gegeben. Weiter reichende Erklärungen währen hier definitiv von Nöten gewesen, denn von Ballwurfmaschinen, die nacheinander gelbe Filzkugeln schießen, lernt man nicht wirklich viel.

Partyspaß mit Freunden


Die Wii ist eine Konsole für gesellige Abende und so darf ein Partymodus natürlich nicht fehlen. Dieser besteht grundsätzlich einmal aus den Minispielen, die im Karrieremodus als Training dienen. Mit bis zu vier Freunden kann man also auf Tonziele schießen, Fußbälle in ein Tor befördern, Küken auf dem Tennisplatz einsammeln oder auch Pokerkarten treffen um somit eine gute Hand zu erzielen.

Außerdem kann man im Windmatch versuchen einen Ballwechsel unter stürmischen Bedingungen aufrecht zu erhalten und eine Bombe so lange hin- und herzuschlagen, bis sie hoffentlich beim Gegner explodiert. Im Wandmatch lassen sich auf Höhe des Netzes außerdem Mauern ausfahren, mit denen man sich selbst oder auch dem Gegner das Leben schwer machen kann. Beim Münzmatch sammelt man, wie schon angesprochen, Münzen, während der Gegenüber in Schach gehalten werden muss.

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Körperliche Betätigung


Ein wichtiger Aspekt, der in dieser Review noch nicht angesprochen wurde, ist die Bewegungssteuerung. Auf der Wii ist sie immerhin gang und gäbe, zumindest glaubt man das. In „Virtua Tennis 4“ sucht man nämlich fast vergeblich nach ihr. Sega hat der Steuerung über die Wii-Fernbedienung nur einen einzigen Modus gewidmet. In diesem kann man entweder ein normales Match bestreiten oder sich an einem exklusiven Minispiel versuchen, bei welchem man Zombies mit Tennisbällen zur Strecke bringen muss.

Hat man sich einige Zeit mit diesen beiden Dingen beschäftigt, so ist man letztendlich froh, dass Sega in den anderen Modi auf eine Bewegungssteuerung verzichtet hat. Insgesamt geht das Ganze nämlich sehr schlecht von der Hand und man verfehlt trotz MotionPlus sehr viele Bälle. Frust steht hier also an der Tagesordnung und somit wird dieser Modus wohl nicht einmal für eine gesellige Runde mit Freunden aufgerufen.

Tennis über den ganzen Globus


Natürlich verfügt „Virtua Tennis 4“ auch über einen Online-Modus, der relativ simpel aufgebaut ist. So spielt man ganz einfach ein Match über drei Spiele gegen seinen Gegner, der entweder in der Freundesliste steht oder zufällig ausgesucht wird. Bei letzterer Option wird während des Wartens der Arcademodus gestartet, damit man die Zeit mehr oder weniger sinnvoll vertreiben kann.

Als Charaktere stehen übrigens auch hier die Starspieler oder ein selbst geschaffener Charakter aus dem Karrieremodus zur Auswahl. Weiterhin ist es auch möglich zwei Nachrichten einzustellen, die man seinem Gegner zum Anfang des Matches oder während eines Punktgewinns/-verlustes senden kann.

Technik


Eine grafische Meisterleistung darf man von diesem Titel leider nicht erwarten. Die Spieler sind zwar schön gestaltet und gerade die Abbilder der Profis sehen sehr gut aus, doch ansonsten fällt die Gestaltung eher trist aus. Zwar ist die Wii hardwaretechnisch beschränkt, doch man hat definitiv schon bessere visuelle Präsentationen gesehen.

Der Sound ist dagegen solide und passt immer sehr gut zum Geschehen. Leider ist die Abwechslung nicht sonderlich groß und somit wird das Gehörte auf Dauer eintönig. Die vorhandene Sprachausgabe ist dagegen wieder gut gelungen und könnte gerne öfter eingesetzt werden.