Dass „Final Fantasy VII“ zu den prägendsten Rollenspielen der Geschichte zählt, ist unbestritten. Umso spannender ist der Weg, den das Remake dieses Klassikers eingeschlagen hat. Statt einer bloßen Neuauflage entschied sich Square Enix für eine umfassende Neuinterpretation, die Struktur, Kampfsystem und Erzählweise neu ordnet. Mit der Umsetzung für die Nintendo Switch 2 erreicht dieses Projekt nun erstmals eine Nintendo-Konsole. Wir durften das Spiel bereits vor der Veröffentlichung ausführlich spielen und verraten im Folgenden, wie gut sich dieses ambitionierte Rollenspiel auf der neuen Hardware schlägt.
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Midgar als Mittelpunkt
„Final Fantasy VII Remake“ konzentriert sich vollständig auf den Auftakt der Geschichte in Midgar. Was im Original nur einen vergleichsweise kurzen Abschnitt ausmachte, wird hier zu einem umfangreichen Rollenspiel über viele Stunden ausgebaut. Die ikonische Metropole rückt dabei stärker in den Fokus und wird als vielschichtiger Schauplatz inszeniert. Enge Gassen, industrielle Anlagen und die strikte Trennung zwischen Ober- und Unterstadt prägen das Bild einer Stadt, die ebenso faszinierend wie bedrückend wirkt.
Diese Konzentration zahlt sich aus. Orte, die früher nur angedeutet wurden, erhalten Raum, Nebenfiguren werden greifbarer, und Midgar entwickelt sich zu einem Schauplatz mit eigener Dynamik. Das Spiel führt bewusst durch klar strukturierte Abschnitte und spart sich offene Weiten für den zweiten Teil der Trilogie auf. Stattdessen entsteht ein dicht erzähltes Erlebnis, das seine Stärke aus Atmosphäre und Inszenierung bezieht.
Bekannte Figuren, anders erzählt
Im Mittelpunkt steht erneut Cloud Strife, der sich der Widerstandsgruppe Avalanche anschließt. Die grundlegende Handlung ist bekannt, doch „Final Fantasy VII Remake“ nutzt den erweiterten Rahmen, um den Figuren mehr Gewicht zu verleihen. Cloud wirkt weniger unnahbar, seine innere Zerrissenheit wird früher angedeutet. Auch Barret, Tifa und weitere Begleiter profitieren von zusätzlichen Szenen, die ihre Motivation und ihre Beziehungen zueinander vertiefen.
Besonders prägnant ist der Umgang mit ruhigeren Momenten. Gespräche abseits der Hauptmissionen, kurze Pausen zwischen Einsätzen oder optionale Begegnungen in den Slums tragen dazu bei, dass sich die Gruppe organisch entwickelt. Für Kenner des Originals entsteht dadurch eine neue Perspektive auf vertraute Ereignisse, ohne den Kern der Geschichte zu verändern, zumindest zu Beginn.
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Echtzeit statt Runde
Das Kampfsystem verabschiedet sich von klassischen rundenbasierten Gefechten und setzt auf eine Mischung aus Action und taktischer Planung. Angriffe erfolgen in Echtzeit, Ausweichbewegungen und Positionierung gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt das bekannte ATB-System erhalten, über das Spezialfähigkeiten, Magie und Limit-Breaks ausgelöst werden.
Die Figuren unterscheiden sich deutlich in ihrer Spielweise. Cloud agiert flexibel, Barret kontrolliert das Geschehen aus der Distanz, Tifa setzt auf Tempo und Kombos. Der Wechsel zwischen den Gruppenmitgliedern erfolgt auf Knopfdruck und ist fester Bestandteil der Kämpfe. Gerade in längeren Auseinandersetzungen zeigt sich, wie wichtig das Zusammenspiel der Gruppe ist. Bosskämpfe verlangen Aufmerksamkeit und ein Verständnis für die Mechaniken, ohne unfair zu wirken.
Freie Hand beim Fortschritt
Neu hinzugekommen sind umfangreiche Einstellungen, mit denen sich der Spielfortschritt stark anpassen lässt. Über optionale Anpassungen können Lebens- und Magiepunkte dauerhaft auf dem Maximum gehalten, ATB-Leisten sofort gefüllt oder Limit-Breaks jederzeit verfügbar gemacht werden. Auch der verursachte Schaden lässt sich konstant auf den Höchstwert setzen.
Diese Eingriffe lassen sich unabhängig voneinander aktivieren und greifen tief in das Spielgeschehen ein. Wer möchte, kann Kämpfe stark verkürzen oder nahezu umgehen. Gleichzeitig bleibt das ursprüngliche Balancing vollständig erhalten, wenn man auf diese Optionen verzichtet.
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Beschäftigung zwischen den Einsätzen
Neben der Hauptgeschichte bietet „Final Fantasy VII Remake“ zahlreiche Nebenaufgaben, die den Alltag in Midgar beleuchten. Spielerisch bleiben diese meist überschaubar, erfüllen jedoch eine wichtige erzählerische Funktion. Sie zeigen die Auswirkungen von Shinras Politik auf die Bevölkerung und geben Einblicke in das Leben abseits der großen Konflikte.
Das Spieltempo bleibt dadurch ausgewogen. Intensivere Kampfabschnitte wechseln sich mit vielen ruhigeren und storylastigen Phasen ab, in denen man die Stadt erkundet oder Dialoge verfolgt.
Umsetzung auf Switch 2
Die Version für Nintendo Switch 2 basiert auf der erweiterten Intergrade-Fassung und bringt damit sämtliche inhaltlichen Ergänzungen mit. Im Vergleich zu grafisch ähnlich ambitionierten Switch 2-Umsetzungen wie „Cyberpunkt 2077“ fällt auf, dass die Umsetzung keinen Fokus auf unterschiedliche Grafikmodi legt. Stattdessen setzt sie auf eine feste Zielbildrate von 30 fps, die über weite Strecken zuverlässig gehalten wird. Auch in aufwendig inszenierten Szenen bleibt der Bildfluss ruhig.
Visuell bewegt sich das Spiel näher an stärkeren Systemen, als man es erwarten könnte. Beleuchtung, Effekte und Materialdarstellung transportieren die Atmosphäre Midgars überzeugend. Abstriche zeigen sich bei Schatten und einzelnen Detailgraden, die etwas weicher ausfallen. Diese Unterschiede treten im normalen Spielverlauf jedoch kaum in den Vordergrund. Auch im Handheld-Modus bleibt die Darstellung übersichtlich, Ladezeiten bewegen sich auf einem angenehmen Niveau.
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