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Monsterzucht statt Monsterjagd – Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection im Test

von

Johannes K.

20. März 2026
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Die „Stories“-Reihe war schon immer ein wenig der freundliche Gegenentwurf zur Hauptserie von „Monster Hunter“. Während dort angsteinflößende Kreaturen mit überdimensionierten Waffen erlegt werden, geht es hier darum, mit ihnen zu reisen, sie aufzuziehen und gemeinsam zu kämpfen. „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ bleibt diesem Ansatz treu. Gleichzeitig merkt man schnell, dass Capcom der Reihe inzwischen deutlich mehr Raum gibt. Das Spiel fühlt sich größer an, ernster erzählt und auch deutlich ambitionierter als seine Vorgänger.

Ein Thronfolger mitten im Monsterchaos

Diesmal schlüpft man nicht einfach in die Rolle eines Riders, sondern spielt eine Prinzessin oder einen Prinzen, der ein Team von Rangern anführt. Das Aussehen der Figur lässt sich selbst anpassen und durch die vielen vertonten Zwischensequenzen bekommt sie deutlich mehr Präsenz als noch in früheren Teilen. 

Der Ausgangspunkt der Geschichte: Zwei Nationen stehen politisch unter Druck, alte Konflikte schwelen unter der Oberfläche, und plötzlich taucht ein Ei auf, das mehr Aufmerksamkeit bekommt, als ein Ei normalerweise verdient. Als daraus gleich zwei Rathalos schlüpfen, wird schnell klar, dass hier mehr im Spiel ist als nur ein ungewöhnlicher Fund.

Die Handlung nimmt sich Zeit für ihre Figuren. Gespräche über Umwelt, Verantwortung und alte Fehler ziehen sich durch viele Szenen. Trotzdem bleibt der Ton angenehm leichtfüßig. Zwischen ernsteren Momenten gibt es immer wieder Humor, nicht zuletzt dank der toll animierten Zwischensequenzen, kleine Charaktergeschichten oder charmante Nebenmissionen, die das Ganze auflockern. Wer die Serie kennt, merkt schnell, dass hier ein vertrautes Gleichgewicht gesucht wird.

Eier klauen mit gutem Gewissen

Das Herzstück des Spiels bleibt das Sammeln und Aufziehen von Monsties. Überall in der Welt verstecken sich Monsterhöhlen, in denen Eier entdeckt werden können. Daraus schlüpfen neue Begleiter, die anschließend im Team eingesetzt werden. 

Der Ablauf ist dabei simpel, aber effektiv. Höhle betreten, Ei finden, hoffen, dass etwas Seltenes darin steckt und man sich nicht gleich vom Beschützer der Höhle erwischen lässt. Gerade dieses kleine Glücksspiel sorgt immer wieder für Motivation. Man weiß nie genau, welches Monster gleich aus dem Ei krabbelt.

Im Vergleich zu den Vorgängern wirkt dieser Teil deutlich gestrafft. Höhlen sind meist kompakt aufgebaut, sodass man schnell wieder draußen ist und nicht minutenlang durch kleine Dungeons laufen muss. Das sorgt für einen deutlich angenehmeren Spielfluss.

Neu ist außerdem ein stärkerer Fokus auf die Ökologie der Welt. In vielen Regionen lassen sich lokale Lebensräume wiederherstellen, indem passende Monsties ausgebrütet und zurück in die Natur gebracht werden. Wer diese Systeme komplett ausschöpfen möchte, kann problemlos viele zusätzliche Stunden investieren.

Von simpel bis clever

Das Kampfsystem bleibt rundenbasiert und basiert weiterhin auf dem bekannten Dreieck aus Kraft-, Geschwindigkeit- und Technik-Angriffen. Wer den Angriffstyp eines Gegners richtig einschätzt, gewinnt das direkte Duell und verschafft sich Vorteile im Kampf.

Auf den ersten Blick wirkt das alles fast zu simpel. Nach ein paar Stunden merkt man jedoch, wie viele kleine Entscheidungen in die Kämpfe hineinspielen. Monsterteile können gezielt zerstört werden, die Gegner wechseln im Kampf ihren Angriffstypen, Begleiter besitzen eigene Fähigkeiten, und das Team lässt sich jederzeit anpassen.

Im Kampf stehen hierbei vier Figuren gleichzeitig auf dem Feld: der eigene Rider, ein Begleiter aus der Gruppe sowie zwei Monsties. Zwischen den eigenen Kreaturen kann jederzeit gewechselt werden, was besonders bei schwierigeren Kämpfen wichtig wird, um die Schwachstellen gezielt auszunutzen. 

Erst kämpfen, dann leveln

Die spektakulärsten Momente entstehen weiterhin durch Bindungs-Angriffe. Dabei greifen Rider und Monstie gemeinsam an und lösen eine besonders starke Attacke aus. Das sieht nicht nur gut aus, es kann in kniffligen Kämpfen auch das Blatt wenden.

Allerdings bleibt eine Eigenheit der Reihe erhalten: der Schwierigkeitsgrad. Immer wieder tauchen Kämpfe auf, die plötzlich deutlich mehr Vorbereitung verlangen. Wer sein Team regelmäßig trainiert und neue Monsties ausprobiert, wird damit gut zurechtkommen. Wer hauptsächlich der Geschichte folgen möchte, stößt hier gelegentlich an Grenzen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei fest definiert und lässt sich nicht justieren, um den Spielfluss zum Beispiel leichter oder gar fordernder zu gestalten.

Schöne Monster mit Framerate-Nervosität

Technisch basiert das Spiel auf Capcoms RE Engine und sieht auf der Switch 2 zu großen Teilen wirklich hervorragend aus. Die Farben in der gewählten Anime-Ästhetik sind kräftig, Monster wirken lebendig animiert und die Landschaften hinterlassen einen runden Eindruck, besonders im Docked-Modus. Im Handheld-Modus ist die Auflösung leider immer mal wieder niedrig, was sich in unscharfer Darstellung spiegelt.

Ganz perfekt läuft es allerdings in keinem der beiden Modi. Die Bildrate ist nicht fest begrenzt und schwankt häufig zwischen etwa 30 und 45 Bildern pro Sekunde. In Kämpfen oder kleineren Bereichen kann sie kurzzeitig höher liegen, während große Gebiete stärker einbrechen. 

Für ein rundenbasiertes Rollenspiel ist das kein großes Problem, fällt aber dennoch auf. Gerade weil andere Spiele mit derselben Engine auf der Konsole stabiler laufen, wirkt die Performance manchmal etwas unausgeglichen.

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Unsere Wertung

0/10

Fazit

„Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ erfindet seine Formel nicht neu. Vieles fühlt sich vertraut an, besonders für Spieler:innen, die bereits den zweiten Teil kennen. Trotzdem funktioniert das Gesamtpaket erstaunlich gut. Die Welt ist lebendiger und deutlich größer, das Sammeln der Monsties läuft flüssiger und die Geschichte bekommt mehr Gewicht als zuvor. Kleine Schwächen wie gelegentliche Grinding-Passagen oder technische Wackler ändern wenig daran, dass hier ein sehr rundes Rollenspiel entstanden ist. Wer „Monster Hunter“ einmal als Freund der Kreaturen erleben möchte, bekommt hier eine der charmantesten Varianten der Serie.

Weitere Infos

Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection Cover

Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection

Genre: Rollenspiel, Adventure
Release: 13. März 2026
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