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Pokémon Leuchtende Perle

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Pokémon Leuchtende Perle

Remakes alter Spiele sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Pokémon-Reihe und so war es wohl auch nur für wenige Spielerinnen und Spieler eine Überraschung, als „Pokémon Strahlender Diamant“ und „Pokémon Leuchtende Perle“ angekündigt wurden. Dafür dauerte es nicht lange, bis erste Kritik geäußert wurde, insbesondere der Chibi-Grafikstil kam nicht bei allen Spielerinnen und Spielern gut an. Seit ein paar Tagen sind die Remakes nun erhältlich und wir haben uns „Pokémon Leuchtende Perle“ geschnappt, um herauszufinden, ob die Sinnoh-Region auch nach fünfzehn Jahren noch eine Reise wert ist.

Zurück zu den Wurzeln

Am grundlegenden Spielprinzip hat sich, wenig überraschend, nichts geändert. Nachdem der minimal anpassbare Hauptcharakter sein erstes Pokémon erhalten hat, macht er sich auf in die weite Welt, um möglichst viele Taschenmonster zu sehen und gleichzeitig stärker zu werden. Nachdem die Pokémon-Reihe in den vergangenen Jahren immer wieder durch zusätzliche Mechaniken wie Mega-Evolutionen und Dynamaximierung erweitert wurde, fühlt es sich erfrischend an, wieder einmal einen klassischen Ableger ohne diese, teils sehr zwanghaft wirkenden, Mechaniken zu genießen. Ganz klassisch ist übrigens auch, dass es kleine Unterschiede zwischen den beiden Versionen „Pokémon Leuchtende Perle“ und „Pokémon Strahlender Diamant“ gibt. Demnach lassen sich in jeder der beiden Versionen ein paar exklusive Taschenmonster fangen, was natürlich auch auf die beiden Flaggschiff-Pokémon Dialga und Palkia zutrifft.

Die eigentliche Geschichte mag zwar klischeebehaftet und auch nicht besonders tiefgründig sein, doch die zugrundeliegenden Mythen und Sagen von der Erschaffung der Welt und den darin verstrickten legendären Pokémon können dennoch faszinieren und unterhalten genau wie die teils mysteriösen Nebencharaktere bis zum Schluss. Und auch nach dem obligatorischen Sieg über die Pokémon-Liga ist noch nicht Schluss. Neben dem Kampfareal, wo man sich mit den stärksten Trainern messen kann, lassen sich eine Menge legendärer Pokémon fangen. Auch das Vervollständigen des Nationalen Pokédex und einige zusätzliche Herausforderungen sorgen dafür, dass einem so schnell nicht langweilig wird. Wer eine aktive Mitgliedschaft bei Nintendo Switch Online hat, darf sich darüber hinaus natürlich mit anderen Trainern online im Kampf messen oder Pokémon mit diesen tauschen.

Graben nach Schätzen

Schon nach wenigen Spielstunden fällt auf, wie viel die Originalspiele „Pokémon Diamant“ und „Pokémon Perl“ bereits damals zu bieten hatten. Das wohl spannendste Element abseits der Kämpfe war und ist der Untergrund. Wie der Name schon andeutet, erstreckt sich dieser unter Sinnohs Oberfläche und kann im Freien jederzeit durch Einsatz des Erkundungs-Sets bereist werden. Schon in den Originalspielen konnte man hier Gegenstände und Fossilien in einem unterhaltsamen Minispiel ausgraben, was auch in den Remakes wieder möglich ist. Außerdem kann man sich hier eine Geheimbasis errichten und diese mit zahlreichen Pokémonstatuen verzieren. Wer online spielt, wird außerdem auf andere Spieler und Spielerinnen treffen und darf sogar gemeinsame Ausgrabungsaktionen mit diesen starten. Etwas enttäuschend ist dagegen, dass man nicht länger Flaggen aus den Geheimbasen anderer Spieler klauen kann, gleichermaßen wurden die Fallen entfernt, mit denen man seine eigene Flagge sichern konnte.

Wo die wilden Pokémon wohnen

Neu sind in „Pokémon Leuchtende Perle“ dagegen die sogenannten Pokémon-Unterschlüpfe. Dabei handelt es sich um große, in sich geschlossene Biotope innerhalb des Untergrunds, in dem Pokémon frei herumlaufen. Je nach Biotop begegnen einem hier ganz unterschiedliche Wesen, die dann auch gefangen werden können. Einige Wesen lassen sich sogar nur hier und nicht an der Oberfläche finden. Zusätzlich wird die Auswahl der hier verfügbaren Pokémon auch durch das Aufstellen bestimmter Statuen in der eigenen Geheimbasis beeinflusst. Wer nach Pflanzen-Pokémon sucht, sollte also am besten Statuen von Wesen desselben Typs aufstellen. Auch wenn es sich bei den Unterschlüpfen nicht um ein gänzlich neues Konzept handelt, bieten diese doch einen weiteren Grund, um stundenlang den ohnehin schon fantastischen Untergrund zu erforschen.

Super-Wettbewerbs-Shows, die nicht ganz so super sind

Ein weiteres Feature, das bereits in den Originalspielen für viel Spaß abseits des Hauptgameplays gesorgt hat, sind die Wettbewerbe in Herzhofen. Ursprünglich bestanden diese aus drei Phasen, in denen man ein ausgewähltes Pokémon einem Publikum und einer Jury vorstellen musste. Leider fallen die nun Super-Wettbewerbs-Shows genannten Bühnenauftritte deutlich langweiliger und abwechslungsarmer aus als im Original. Zwar lässt sich nun der eigene Charakter mithilfe schicker Kostüme ebenfalls in Szene setzen und Pokébälle mit Stickern schmücken, dafür wurden mit der Ankleidungsphase und der Aktionsphase die zwei spannendsten Bestandteile der Shows gestrichen. Zurück bleibt ein simples Rhythmusspiel, bei dem man einmalig eine Attacke einsetzen kann, um das Publikum vom eigenen Können zu überzeugen. Selbst das Backen der Knurspe, die bestimmte Show-Attribute der Pokémon verbessern können, macht erheblich weniger Spaß, da anders als in den Originalspielen nicht der Touchscreen dafür genutzt werden kann. Stattdessen muss der Analogstick mal mehr, mal weniger schnell im Kreis gedreht werden. Was eigentlich ein spaßiges Minispiel sein sollte, wird dadurch insbesondere beim Spielen mit Joy-Cons schnell zur anstrengenden Fummelei.

Kleine Änderungen für einen besseren Spielfluss

Aber auch abseits dieser großen Spielmechaniken hat „Pokémon Leuchtende Perle“ im Detail einige Änderungen zu bieten, die sich zum Großteil sehr positiv auf den Spielfluss auswirken. Beispielsweise muss man nun nicht länger das passende Pokémon dabeihaben, um eine VM wie Stärke oder Fliegen auszuführen. Stattdessen kann die passende Technik einfach über das an eine Smartwatch erinnernde Pokétch ausgewählt werden und wird dann von einem wilden Pokémon ausgeführt. Neben dieser Funktion schaltet man im Laufe des Abenteuers auch noch weitere Apps für das Pokétch frei, dessen Menü sich jederzeit durch Drücken der rechten Schultertaste aufrufen lässt. Dadurch kann man dann etwa einen Taschenrechner nutzen, das Freundschaftslevel der Pokémon prüfen oder einen Schrittzähler laufen lassen. Neu im Vergleich zu den Originalen ist dagegen die automatische Speicherfunktion, die zudem völlig optional ist. Wer Bedenken hat, aus Versehen ein legendäres Pokémon zu besiegen und automatisch zu speichern, kann diese Funktion auch einfach deaktivieren.

Can you pet the Pokémon?

Schön ist außerdem, dass man nun aus dem Hauptkampfbildschirm auf das gesamte Arsenal an Bällen zugreifen kann, ohne sich durch den gesamten Rucksack wühlen zu müssen. Und wer die eigenen Pokémon auch gern außerhalb der Kämpfe um sich haben möchte, kann einen Begleiter wählen, der dem Hauptcharakter dann stets hinterherläuft. Oder aber man begibt sich auf den Platz der Treue, wo man direkt mehrere Pokémon an die frische Luft lassen kann. Sogar gemeinsame Fotos lassen sich hier schießen.

Neu ist nicht immer auch besser

Etwas kontrovers sind dagegen zwei weitere Änderungen, die den Sprung aus den neueren Pokémon-Ablegern in die Remakes geschafft haben. Zum einen kann man in Kämpfen sehen, welche Attacken effektiv sein werden, sofern man bereits zuvor auf das entsprechende Gegner-Pokémon getroffen ist. Zum anderen werden Erfahrungspunkte gleichmäßig unter den Teammitgliedern aufgeteilt, unabhängig davon, ob sie am Kampf teilgenommen haben oder nicht. Insbesondere letzteres vereinfacht die ohnehin schon nicht allzu herausfordernden Duelle und sorgt insbesondere zu Beginn des Spiels dafür, dass man schwache Pokémon gar nicht erst einsetzen möchte, da das Risiko ihrer Niederlage keinem nennenswerten Vorteil gegenübersteht. Leider lässt sich dieses Teilen von Erfahrungspunkten auch nicht deaktivieren.

Große Köpfe und schöne Landschaften

Optisch sieht Sinnoh auch in den Remakes schick aus. Die Städte weisen beispielsweise fast alle einen eigenen Häuserstil auf, auch wenn der grundsätzliche Aufbau und auch die aus den immer gleichen Bäumen und Büschen bestehende Bepflanzung gerne noch etwas spannender und vielfältiger hätte ausfallen kann. Dafür hat fast jede Stadt eigene Besonderheiten zu bieten, die einen immer wieder dorthin zurück locken. In Weideburg beispielsweise befindet sich das Großmoor, in dem man auf Safari gehen kann, während in Schleiede Modegeschäfte stehen, in denen man sich trendige neue Outfits für den eigenen Charakter kaufen kann. Landschaftlich sorgen dagegen die bunte Blumenwiese von Flori, der lange Schneepfad vor Blizzach sowie der in der Mitte thronende Kraterberg für bleibende Eindrücke.

Auch der eingangs erwähnte Chibi-Grafikstil fügt sich auf harmonische Weise ein und verträgt sich gut mit den 3D-Modellen, die in den Kämpfen zum Einsatz kommen. Einzig die Gesichtsausdrücke spiegeln nicht immer unbedingt den korrekten Gemütszustand der Charaktere wider. Wenn Team Galaktik-Commander Jupiter beispielsweise den Rivalen des Hauptcharakters nach ihrem Sieg spöttisch belächelt, dann wirkt das durch den Chibi-Stil nicht so, sondern vielmehr wie ein ehrliches und reines Lächeln.

Musik und Performance auf gewohnt hohem Niveau

Musikalisch bietet „Pokémon Leuchtende Perle“ eine gewohnt hohe Qualität, auch wenn nur wenige Stücke so herausstechen können, dass man sich auch nach dem Spielen noch daran erinnert. Das Spiel läuft außerdem flüssig und ohne Probleme, nur vor Kämpfen gegen wilde Pokémon dauert es manchmal einen kurzen Moment, bis es zum entsprechenden Szenenwechsel kommt.

Weiterführende Links: Forum-Thread

Fazit & Wertung

„Pokémon Leuchtende Perle“ ist ein treues Remake des Originalspiels, das einmal mehr zeigt, wie viel die vierte Generation von Pokémon schon damals bieten konnte. Große Änderungen sucht man zwar vergeblich, dafür verhelfen die Detailanpassungen den Remakes insgesamt zu einem angenehm flüssigen und motivierenden Spielerlebnis. Gleichzeitig sorgen bekannte Features wie der Untergrund und die zahlreichen Inhalte nach der Hauptstory dafür, dass es sowohl neuen Besuchern als auch Rückkehrern nicht langweilig wird.

Bisher gibt es 23 Kommentare

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  • Avatar von Mizunezumi
    Mizunezumi 25.11.2021, 21:32
    Zitat Zitat von mithos630 Beitrag anzeigen
    Aber ich genieße einfach das Nostalgie Feeling.
    Geht mir genauso! Pokémon spielen ist für mich wie Kinderschokolade essen. Zurückversetzen in die Kindheit und eine super Entspannung vom Alltagsstress.

    Danke für das Review. Ich hatte mir das Spiel schon letztes Wochenende zugelegt und mir gefällt es gut, trotz der Kritik von vielen Seiten. Ich persönlich hätte ihm nach meinen bisherigen Erfahrungen eine 7/10 gegeben, aber hab auch noch einige Spielstunden vor mir.
  • Avatar von Arcade
    Arcade 25.11.2021, 19:53
    Zitat Zitat von urmel64 Beitrag anzeigen
    ist das Ausschalten des EP-Teilers nicht auch eine Form der Selbstlimitierung?
    Die Menschen benennen es eben je nach Perspektive unterschiedlich.
  • Avatar von urmel64
    urmel64 25.11.2021, 18:45
    ist das Ausschalten des EP-Teilers nicht auch eine Form der Selbstlimitierung?
  • Avatar von mithos630
    mithos630 24.11.2021, 20:46
    Ich habe mich langsam damit arrangiert, dass Pokemon sehr einfach ist. Aber ich genieße einfach das Nostalgie Feeling. Hab meine alten Pokemon schon auf Home geparkt und warte nur noch darauf. Habs aber schon angespielt. Störend finde ich nur die großen Köpfe...
  • Avatar von _m.b.ruffy_
    _m.b.ruffy_ 24.11.2021, 20:17
    Ich finde das Remake ok, leider merkt man so vielen Stellen das man den Entwicklern noch mehr Zeit hätte geben müssen. Die zum Teil komischen Blickwinkel Wechsel die nur bei einigen Trainer auftauchen. Dann hatte ich bei einer der Galaktik Damen im Kampf der Hintergrund verschwommen und in der Spiegelung nicht. In den späteren kämpfen kam das nicht mehr vor. Vielleicht noch ein Fehler unter vielen der nicht mit 3,5 Update behoben wurde. Das komischste was ich aber gesehen habe war bei der Fähre zur Eisen Insel, da waren mehrere Quadrate unter der Fähre in Pink die wie son Entwickler Modus wirkten. Alles Dinge die komisch sind, dem Spielverlauf nicht wirklich gestört haben. Doch irgendwie hätten man mehr machen können, oras waren da im Vergleich besser meiner Meinung nach.
  • Avatar von Arcade
    Arcade 24.11.2021, 19:16
    Zitat Zitat von mariomeister Beitrag anzeigen
    Mir brauchst du nicht erklären, wie das mit den EP funktioniert, habe das Spiel ja schließlich gespielt.
    Du fühlst dich also von den selbstzitierten "alten Hasen" nicht angesprochen. Das war nicht beleidigend gemeint, sorry für die Wortwahl.

    Den generellen Sinn vom EP Teiler kann man über etliche (Nichtpokemon)Spiele hinweg besprechen, aber das scheint mir eher eine Grundsatzdiskussion zu sein, die unabhängig vom Spieletitel nur schwer zu Ergebnissen führt.
    Spoiler
    Wenn man die XP auf die kämpfenden Pokemon beschränkt, dann würden sich Andere daran stören, dass sie bei jedem Kampf alle zu levelnden Pokemon einwechseln müssten, was den Kampf verlängert oder man tauscht zwischen den Kämpfen immer das erste Pokemon, was auch Arbeit macht usw. Im Prinzip bräuchte man als nicht nur An/Aus, sondern quasi einen XP Verteiler für jeden Slot im Kampfteam, um es jedem recht zu machen. Den müsste man allerdings jeweils einstellen, was wiederum nur für die Leute eine Erleichterung wäre, die selten ihr Team verändern usw.
    Anders gesagt: es gibt immer Unzufriedene, wenn die Spieloptionen im Detail nicht zum eigenen Spielstil passen und Pokemon will seine Kunden am Anfang vermutlich nicht mit Optionsmöglichkeiten überladen. Das sieht man schon an der zaghaften Einführung von neuen Optionen während des Spiels.
    Ich kann nachvollziehen, wenn man es individuell anders haben möchte, aber von einem Störfaktor ist das bei mir weit entfernt und wenn das Feature jetzt schon genannt wird, dann scheint das Spiel ansonsten ganz rund zu laufen.
  • Avatar von Majin Lokan
    Majin Lokan 24.11.2021, 16:45
    Werde heute auch starten. Der EP-Teiler wird vermutlich, wie in den vorhergehenden Spielen, mein Hauptkritikpunkt sein, aber ich habe mich damit abgefunden, dass es bei Pokémon einfach so ist und ich/wir nicht die Hauptzielgruppe sind. Dafür gibt es aber auch einige Spiele, die sich dahingehend auf ein ähnliches Theme fokussieren, aber etwas mehr auf eine andere Zielgruppe abziehen und fordernder sind. Nichtsdestotrotz, ich hatte mit Schwert, trotz aller Kritikpunkte, meinen Spaß und hier wird es nicht anders sein - zumal ich damals bei der 4. Generation schon ausgestiegen war.
  • Avatar von mariomeister
    mariomeister 24.11.2021, 16:39
    Zitat Zitat von Heavydog Beitrag anzeigen
    Aus der Erinnerung raus war Pokemon (Heart)-Gold das Pkmn-Spiel, was die beste Balance für mich hatte. Da war man gegen Arenaleiter gerne auch mal etwas unterlevelt, sofern man auf Grinding verzichtet hat.
    Gegen Arenaleiter vielleicht aber dafür waren z.B. Team Rocket Rüpel immer stark unterlevelt, nach der 7ten Aren hatten die immer noch Pokemon auf Lv. 17
  • Avatar von Heavydog
    Heavydog 24.11.2021, 15:52
    Zitat Zitat von Garo Beitrag anzeigen
    Mich selbst zu limitieren hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack. Ich habe ja kürzlich einen Mage-Run in Skyrim gestartet und nach ein paar dutzend Spielstunden war ich so stark, dass NICHTS in dem Spiel mehr eine Herausforderung für mich bot (nicht mal, wenn ich den Schwierigkeitsgrad hochschraube, da das nur die Kämpfe länger dauern lässt).
    Klar könnte ich jetzt keine Zerstörungsmagie mehr verwenden oder nicht mehr beidhändig zaubern, wodurch der Flinch-Bonus wegfällt. Aber das sind ja alles Sachen, die ich mir erarbeitet habe und es ist Aufgabe des Spiels, den Schwierigkeitsgrad ausgeglichen zu halten. :/
    Ja das mit dem etwas fadem Beigeschmack trifft auch so ziemlich mein Empfinden bei den neueren Pokemon-Spielen.

    Aus der Erinnerung raus war Pokemon (Heart)-Gold das Pkmn-Spiel, was die beste Balance für mich hatte. Da war man gegen Arenaleiter gerne auch mal etwas unterlevelt, sofern man auf Grinding verzichtet hat. Wenn man nicht grinden wollte (und das wollte ich nie), musste man seine Resourcen voll ausnutzen, was dann auch dazu führt, dass das Kampfsystem mehr Spaß macht. Dann musste man eben mehr mit Statuseffekten oder auch "Trickattacken" wie Abgesang oder Fluch (mit Geist-Pkmn) arbeiten, um durchzukommen.

    Sowas fehlte mir bei Schwert halt total, wo es doch meist ausreichte, mit einer passenden Typ-Attacke den Gegner mit einem oder zwei Hits zu besiegen. Bei Leuchtende Perle werde ich aber Selbstlimitierungen auf mich nehmen, auch wenns nicht ideal ist.
  • Avatar von Garo
    Garo 24.11.2021, 15:40
    Zitat Zitat von Heavydog Beitrag anzeigen
    Möglichkeiten sich das Spiel selber schwerer zu machen gibt's natürlich nach wie vor - jedoch muss man sich dafür dann hier imo mit recht lästigen Mitteln selbst limitieren, um das mal so zu nennen. Ständig Pokemon in die Box zu rotieren, damit diese nicht überleveln, zum Beispiel. Oder Nuzlocke spielen, wo ein besiegtes Pokemon freigelassen werden muss. Ein einmaliger Klick Ein/Aus beim EP-Teiler wär halt einfacher.
    Mich selbst zu limitieren hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack. Ich habe ja kürzlich einen Mage-Run in Skyrim gestartet und nach ein paar dutzend Spielstunden war ich so stark, dass NICHTS in dem Spiel mehr eine Herausforderung für mich bot (nicht mal, wenn ich den Schwierigkeitsgrad hochschraube, da das nur die Kämpfe länger dauern lässt).
    Klar könnte ich jetzt keine Zerstörungsmagie mehr verwenden oder nicht mehr beidhändig zaubern, wodurch der Flinch-Bonus wegfällt. Aber das sind ja alles Sachen, die ich mir erarbeitet habe und es ist Aufgabe des Spiels, den Schwierigkeitsgrad ausgeglichen zu halten. :/
  • Avatar von Heavydog
    Heavydog 24.11.2021, 15:30
    Die Erfahrungspunkte gehen in erster Linie an im jeweiligen Kampf aktive Pokemon. Die anderen Pokemon bekommen nur einen Bruchteil der Punkte. Man muss übrigens nicht mit 6 Pokemons herumrennen, sondern kann sie einfach in die Boxen schieben. Dann bekommen sie keine ungewollten Punkte vom Kuchen ab. Das erhöht auch den Schwierigkeitsgrad ein bisschen, weil man nicht mehr so viele Fehler machen kann.
    Möglichkeiten sich das Spiel selber schwerer zu machen gibt's natürlich nach wie vor - jedoch muss man sich dafür dann hier imo mit recht lästigen Mitteln selbst limitieren, um das mal so zu nennen. Ständig Pokemon in die Box zu rotieren, damit diese nicht überleveln, zum Beispiel. Oder Nuzlocke spielen, wo ein besiegtes Pokemon freigelassen werden muss. Ein einmaliger Klick Ein/Aus beim EP-Teiler wär halt einfacher.
  • Avatar von mariomeister
    mariomeister 24.11.2021, 15:27
    Zitat Zitat von Arcade Beitrag anzeigen
    @Heavydog @mariomeister
    Die Erfahrungspunkte gehen in erster Linie an im jeweiligen Kampf aktive Pokemon. Die anderen Pokemon bekommen nur einen Bruchteil der Punkte. Man muss übrigens nicht mit 6 Pokemons herumrennen, sondern kann sie einfach in die Boxen schieben. Dann bekommen sie keine ungewollten Punkte vom Kuchen ab. Das erhöht auch den Schwierigkeitsgrad ein bisschen, weil man nicht mehr so viele Fehler machen kann.

    @mariomeister
    Der Schwierigkeitsgrad ist eben, wie bei den meisten Pokemonteilen, anfangs kaum vorhanden, weil das Spiel den Neueinsteigern mundgerecht eine Info nach der anderen vorkaut. Beim ersten Boss bekommt man vom Schiedsrichter sogar die Schwächen erklärt. Allerdings so trivial ist es für echte Anfänger dann doch nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass einige da leicht geschockt reagieren, wenn der Boss ihr erstes Pokemon mit einem Onehit weg"walzt". Der Typ danach im TV-Studio mit Lvl17 Pokemon ist ebenfalls eine kleine Herausforderung, wenn ein Anfänger dort hingerusht ist. Für alte Hasen ist das natürlich alles trivial.
    Mir brauchst du nicht erklären, wie das mit den EP funktioniert, habe das Spiel ja schließlich gespielt.
    Und dass man Pokemon in ne Box stecken muss damit sie nicht overleveln ist einfach schlechtes Game-Design mMn.
    Grundsätzlich habe ich ja auch kein Problem damit, dass der EP-Teiler existiert und wie er funktioniert, schließlich scheinen viele Leute den sogar zu bevorzugen. Aber es gibt halt buchstäblich keinen Grund, warum man keine Option einbaut, den EP-Teiler ausschalten zu können. Leute die lieber mit spielen können ihn dann einfach anlassen und haben somit keinen Nachteil
  • Avatar von Tropicallo
    Tropicallo 24.11.2021, 15:25
    Zitat Zitat von Arcade Beitrag anzeigen
    Ich bin jetzt doch positiv überrascht, dass der Titel hier 8 von 10 Punkten bekam. Wenn ich an die Postings in den letzten paar Monaten hier denke, dann hätte mich ein 3 von 10 nicht überrascht.
    Das braucht dich nicht zu überraschen. Diejenigen, die diese Postings abgeben, spielen die Spiele in der Regel ja auch gar nicht und sollte man daher eh nicht ernst nehmen.

    Ich würde den EP-Teiler zwar selbst nie ausschalten, weil mir das Spiel damit mehr Spass macht (und nein, bei meiner Spielweise werden die Spiele dadurch auch nicht leichter, sondern nur abwechslungsreicher), aber finde es trotzdem doof, dass die Option nicht mehr vorhanden ist, die Spiele mit dem klassischen Spielsystem zu spielen.
    Ist ein bisschen so als würde man im nächsten Fire Emblem die Permadeath-Option streichen, nur dass ich die dort in den letzten Spielen weiterhin gewählt habe.^^
  • Avatar von Arcade
    Arcade 24.11.2021, 15:13
    Ich bin jetzt doch positiv überrascht, dass der Titel hier 8 von 10 Punkten bekam. Wenn ich an die Postings in den letzten paar Monaten hier denke, dann hätte mich ein 3 von 10 nicht überrascht.

    @Artikel
    Der Charakter ist in der Startauswahl "minimal anpassbar", aber schon bei Schwert/Schild kann man im Laufe des Spieles weitere deutliche Anpassungen vornehmen. Da gibt es richtig viel Auswahl. Diese Optionen kann man durch Weiterkommen in der Story freischalten und gegebenenfalls Ingamewährung dafür ausgeben. Bei den Stickern fängt das Spiel auch erst langsam an, bis man dann später viel mehr Optionen hat.

    @Heavydog @mariomeister
    Die Erfahrungspunkte gehen in erster Linie an im jeweiligen Kampf aktive Pokemon. Die anderen Pokemon bekommen nur einen Bruchteil der Punkte. Man muss übrigens nicht mit 6 Pokemons herumrennen, sondern kann sie einfach in die Boxen schieben. Dann bekommen sie keine ungewollten Punkte vom Kuchen ab. Das erhöht auch den Schwierigkeitsgrad ein bisschen, weil man nicht mehr so viele Fehler machen kann.

    @mariomeister
    Der Schwierigkeitsgrad ist eben, wie bei den meisten Pokemonteilen, anfangs kaum vorhanden, weil das Spiel den Neueinsteigern mundgerecht eine Info nach der anderen vorkaut. Beim ersten Boss bekommt man vom Schiedsrichter sogar die Schwächen erklärt. Allerdings so trivial ist es für echte Anfänger dann doch nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass einige da leicht geschockt reagieren, wenn der Boss ihr erstes Pokemon mit einem Onehit weg"walzt". Der Typ danach im TV-Studio mit Lvl17 Pokemon ist ebenfalls eine kleine Herausforderung, wenn ein Anfänger dort hingerusht ist. Für alte Hasen ist das natürlich alles trivial.
  • Avatar von Laritou
    Laritou 24.11.2021, 14:51
    Zitat Zitat von Rincewind Beitrag anzeigen
    tut mir irgendwie in der Seele weh wie man mit nem halbgaren Remake wieder die treue Schafsherde catched und damit genau den Kurs "möglichst mit wenig Aufwand das meiste an Kohle melken" folgt ohne Genörgel/Shitstorm usw
    Empfinde ich genau so. Aber was solls. Jeder sollte doch am besten Wissen, in was derjenige seine Zeit stecken möchte
  • Avatar von Shodan
    Shodan 24.11.2021, 14:17
    Pixelig nicht, aber die Hintergründe wirken teilweise sehr leer und einfarbig. Gibt aber große Unterschiede: mal liebevoll gestalteter Kampfbildschirm, dann eine leere Kulisse. Auch die Animationen der Trainer hätten flüssiger sein können, die frieren immer kurz ein vorm Start.
  • Avatar von FallenDevil
    FallenDevil 24.11.2021, 13:36
    Zitat Zitat von Ryo Hazuki Beitrag anzeigen
    Das es auf dem Fernseher pixelig ist, kann ich nicht bestätigen.
    Dann ist er nicht groß genug!!!
  • Avatar von Ryo Hazuki
    Ryo Hazuki 24.11.2021, 13:17
    Das es auf dem Fernseher pixelig ist, kann ich nicht bestätigen.
  • Avatar von mariomeister
    mariomeister 24.11.2021, 12:59
    Zitat Zitat von Phondrason Beitrag anzeigen
    Die Grafik, soweit ich in deren Streams gesehen habe ist auch besser als ich zunächst dachte. Leider ist es aber PKMN üblich sehr "einfach", da man wieder mit XP zugeworfen wird.
    Im Handheld-Mode siehts tatsächlich sehr gut aus aber im Docked-Mode ist es etwas blurry/verpixelt imo, wirkt fast so als ob es sowohl docked als auch undocked in 720p laufen würde was echt seltsam wäre.

    Und das Main-game ist echt leider sehr einfach, musste mein Main-Team stellenweiße durch ein anderes ersetzen damit ich nicht zu krass overleveled bin. Warum man den dummen EP-Teiler nicht mehr ausschalten kann versteh ich echt nicht, ging doch in den 3DS Teilen auch. Tatsächlich gibt es aber im Post-Game dann einige schwere Kämpfe
  • Avatar von Rincewind
    Rincewind 24.11.2021, 12:55
    tut mir irgendwie in der Seele weh wie man mit nem halbgaren Remake wieder die treue Schafsherde catched und damit genau den Kurs "möglichst mit wenig Aufwand das meiste an Kohle melken" folgt ohne Genörgel/Shitstorm usw
  • Avatar von Heavydog
    Heavydog 24.11.2021, 12:49
    Leider lässt sich dieses Teilen von Erfahrungspunkten auch nicht deaktivieren
    Das ist für mich wohl der größte Störpunkt. Warum man da einem nicht einfach die Wahl lässt?

    Naja, freue mich trotzdem darauf das Spiel bald mit der besseren Hälfte zu daddeln. Durch sie ist immerhin auch gewährleistet, dass das Spiel durchgespielt wird
  • Avatar von Phondrason
    Phondrason 24.11.2021, 12:42
    Der Bekanntenkreis ist auch begeistert. Die Grafik, soweit ich in deren Streams gesehen habe ist auch besser als ich zunächst dachte. Leider ist es aber PKMN üblich sehr "einfach", da man wieder mit XP zugeworfen wird.
    Hier fände ich es klasse, wenn zumidnest PKMN von anderen Trainern einen kleinen Statboost hätten, so dass die Kämpfe etwas schwieriger werden.
  • Avatar von Ryo Hazuki
    Ryo Hazuki 24.11.2021, 12:38
    Gute Review, stimme (bis jetzt) zu, würde aber auch wieder einen Punkt Nintendobonus abziehen. 7/10. Nur die Musik hatte man noch etwas mehr herausstellen können, die ist nämlich größtenteils herausragend!