Im Rahmen eines Preview-Events habe ich „Resident Evil: Requiem“ angespielt. Beim Anzocken sind mir vor allem zwei Dinge hängen geblieben: Wie unterschiedlich sich Leon und Grace anfühlen und wie stark das Sounddesign die Spannung trägt.

Atmosphäre schon vor dem Anspielen
Es fühlte sich an wie das Cold Opening einer Horror-Serie. Außen ganz normaler Alltag, innen sofort dieses Gefühl von „bitte keine Fragen stellen“. Erst ein nüchternes Treppenhaus, dann endlose Flure. Am Ende wartete ein Raum, der bewusst auf Klinik-Horror gesetzt hat, mit Infusionsständern und Blutbeuteln. Alles war so platziert, dass ich automatisch langsamer wurde und mich ständig umgeschaut habe. Die Mühe, die Capcom in diese Szenerie investiert hatte, war sofort und vollumfänglich spürbar. Das war nicht einfach ein „Wir stellen ein paar Banner hin“, sondern ein konsequentes Set-Styling, sodass ich mich schon in diese Horror-Stimmung hineinkatapultiert fühlte, bevor ich auch nur eine Sekunde an der Konsole gewesen war.
An der PS5 angekommen, bekam ich ein Headset und sollte es aufsetzen. Ab da war klar, dass Audio hier eine große Rolle spielt.
Leon steht für Tempo und Kontrolle
Der Leon-Abschnitt war für mich der ideale Einstieg, um die Grundlagen zu prüfen. Für mich war wichtig, wie direkt die Steuerung reagiert, wie stabil die Kameraführung wirkt und ob das Geschehen in dunkleren Bereichen verständlich bleibt. Leon spielt sich wie ein routinierter Protagonist. Das Gunplay fühlte sich präzise an, das Trefferfeedback war klar, und die Bewegungen wirkten entschlossen. Auch ohne Zielhilfe hatte ich schnell das Gefühl, Situationen gut kontrollieren zu können. Gleichzeitig blieb der Gegnerdruck hoch, weil nicht alles sofort nachgab und meine volle Konzentration jederzeit gefordert war.
Im Kampf gab es außerdem Momente, in denen ich Gegnern eine Waffe abnehmen und diese kurz selbst nutzen konnte. Dabei ließ sich situativ auch eine schwerere Waffe verwenden. Zusammen mit den möglichen Kombos wirkte der Combat dadurch deutlich dynamischer.
An die Kameraführung musste ich mich kurz gewöhnen, danach fühlte sich alles rund an. Besonders angenehm war, dass ich jederzeit zwischen Ego- und Third-Person-Perspektive wechseln konnte.

Grace verändert den Ton spürbar
Mit Grace hat sich mein Spielgefühl deutlich verändert. Das Tempo wirkte angespannter und survival-lastiger. Ich bin vorsichtiger vorgegangen, Entscheidungen fühlten sich gewichtiger an, die Ressourcenknappheit wog schwerer. Ein Detail ist mir dabei besonders aufgefallen: Grace hielt die Waffe sichtbar unsicherer, das Zittern war klar erkennbar, und dadurch fühlten sich Begegnungen anders an. Das erzeugte einen anderen Rhythmus als bei Leon, nicht nur in Kämpfen, sondern auch in der grundsätzlichen Haltung, mit der ich durch die Umgebung gegangen bin.
Der Kontrast zwischen Leon und Grace war für mich der stärkste Eindruck. Leon vermittelte eher Sicherheit und Tempo, Grace deutlich mehr Nervosität. Das waren für mich keine kleinen Nuancen, sondern klar unterschiedliche Spielgefühle.
Technik auf PS5 wirkt sehr sauber
Technisch machte das Anspielen auf PS5 einen starken Eindruck. Details wirkten scharf, die Beleuchtung war stimmig, und selbst in hektischen Momenten blieb das Bild klar genug, um den Überblick zu behalten. Es handelte sich um einen Preview-Build. Inwiefern das Spiel auf Nintendo Switch 2 performen wird, muss sich noch herausstellen.
Sounddesign als permanenter Stressfaktor
Das Sounddesign war der Teil, der bei mir die meiste Anspannung erzeugt hat. Es machte Stille genauso bedrohlich wie Geräusche und sorgte dafür, dass der Raum „lebt“, auch wenn visuell gerade nichts passierte. Dadurch habe ich mein Tempo automatisch angepasst. Ich habe langsamer gespielt, häufiger angehalten und zuerst gelauscht, bevor ich weitergegangen bin. Gerade in Kombination mit der Atmosphäre funktioniert das als ständiger Druck, ohne dass dafür permanent etwas passieren muss.
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Fazit
Nach dem Anspielen von „Resident Evil: Requiem“ blieb ein sehr positiver Eindruck. Die Inszenierung setzte früh an, die Unterschiede zwischen Leon und Grace waren klar spürbar und die technische Präsentation auf der PS5 wirkte bereits sehr rund. Hochwertige Cutscenes und detaillierte Figuren fügten sich sauber in das Gesamtbild ein. Vor allem machte das Anspielen Spannung nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar.
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