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Ein Held und seine Mission: The Adventures of Elliot: The Millennium Tales im Test
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Ein Held und seine Mission: The Adventures of Elliot: The Millennium Tales im Test

von

Marco Lipke

17. Juni 2026
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Square Enix hat mit Team Asano ein Studio unter sich, das aktuell einen beachtlichen Höhenflug erlebt. Bereits die „Bravely Default“-Reihe begeisterte viele Fans, während „Octopath Traveler“ vor allem durch seinen markanten Grafikstil für Aufsehen sorgte. Der HD-2D-Stil prägt seitdem zahlreiche Spiele des Teams, sei es in Remakes wie „Dragon Quest III HD-2D Remake“ oder in anderen Genres wie „Triangle Strategy“.

Mit „The Adventures of Elliot: The Millennium Tales“ geht das Team nun einen neuen Weg, denn erstmals handelt es sich nicht um ein rundenbasiertes Spiel im klassisch-modernen Stil. Doch funktioniert dieser Ansatz auch? Wir hatten bereits die Möglichkeit, uns mit Elliot in das Abenteuer zu stürzen, und liefern euch im Review die Antwort.

Kein abenteuerlicher Start

Es ist immer enttäuschend, ein Review mit dem größten Kritikpunkt zu eröffnen, aber bei „The Adventures of Elliot“ ist das leider die Handlung. Zunächst jedoch zum Rahmen: Im Zentrum der Geschichte steht der heldenhafte Abenteurer Elliot, der trotz seiner tragisch angehauchten Hintergrundgeschichte ein Herz aus Gold hat. Als der König ihn mit einem gefährlichen Auftrag betraut, zögert er nicht, da er mit der Belohnung sogar dem Waisenheim, in dem er aufgewachsen ist, helfen könnte. Und dann wäre da noch die Prinzessin, die ihm telepathisch zur Seite steht. Doch der Auftrag nimmt eine katastrophale Wendung, als der offensichtlich bösartige Minister des Königreichs ein Portal betritt, um die Geschichte des Königreichs neu zu schreiben. Elliot will ihn stoppen und findet sich fortan in verschiedenen Zeitepochen wieder, in denen er Katastrophen verhindern und Menschen helfen muss.

An sich wäre die wenig aufregende Handlung nicht allzu schlimm, allerdings ist das Erzähltempo regelrecht zäh. Jede Interaktion wird ausführlich ausgeschmückt, ohne Charaktere mehrdimensional zu gestalten oder interessante Wendungen einzubringen. Tatsächlich ertappt man sich immer wieder dabei, Dialoge zu überspringen, da viele von ihnen die Geschichte nicht einmal deutlich vorantreiben. Zwar lebt das Spiel von kleineren Abenteuern, aber sobald man der Hauptgeschichte folgt, was immer wieder erforderlich ist, gerät das Pacing durch die zähen und sehr schematisch gestalteten Dialoge ins Wanken. Das ist schade, denn „Octopath Traveler“ konnte trotz langwieriger Dialoge eine immense Spannung aufbauen, die „The Adventures of Elliot“ jedoch fehlt.

Dialoge. Ohne. Ende.

Und dann wären da noch die Begleiter, allen voran die Fee Faie. Sie sind so wichtig für das Abenteuer, dass ihr Artwork sogar stets in der unteren linken Ecke dargestellt wird. Leider unterstreichen sie das eher enttäuschende Skript, denn jede noch so simple Aktion wird kommentiert, Rätsellösungen werden vorweggenommen und die immer gleichen Dinge wiederholt. Lobenswert ist, dass es eine Option gibt, um Kommentare einzuschränken – hier wurde auf das Feedback der Demo gehört, wofür das Team eine Menge Lob verdient.

Dennoch ist die Frequenz der Unterhaltungen noch immer etwas zu hoch. Zwar beeinflussen sie das Spieltempo nicht direkt, doch manchmal möchte man einfach nur der tollen Musik lauschen und das Abenteuer genießen, ohne ständig einen Floh im Ohr zu haben.

Ein Abenteuer durch die Zeit

Sieht man darüber hinweg, erwartet einen zum Glück ein wunderbares Erlebnis. „The Adventures of Elliot“ ist nämlich, wie bereits erwähnt, kein rundenbasiertes Rollenspiel, sondern orientiert sich stärker an Titeln wie „Secret of Mana“. Elliot läuft also durch eine überraschend offen gestaltete Welt und kämpft mit verschiedenen Waffen wie Schwert, Speer, Bogen oder Hammer gegen Monster, die überall verteilt sind.

Das Kampftempo ist dabei weder zu schnell noch zu langsam und wird im Laufe des Abenteuers durch weitere Waffen, Fähigkeiten und Blockmechaniken erweitert. Zudem sind die Angriffe deutlich stärker, wenn man sie auflädt. Anfangs mag das alles simpel wirken, da die Gegner recht schwach beginnen und sogar die Bosse nicht gerade eine Bedrohung darstellen. Im weiteren Verlauf müssen die verschiedenen Mechaniken aber beherrscht werden, denn auch auf dem normalen Schwierigkeitsgrad entpuppen sich Feinde als überraschende Herausforderung, ohne dabei den Spielfluss zu stören. Vielmehr entwickeln sich die eigenen Fähigkeiten parallel zu Elliots Erfahrungen weiter, was für einen angenehmen Spielrhythmus sorgt.

Genau hier liegt die Stärke des Spiels: Man reist durch die Welt in verschiedenen Epochen, deckt die Weltkarten auf, erledigt Nebenaufträge und durchforstet Dungeons, die mit Belohnungen winken. Nichts davon ist eine gewaltige, epische Aufgabe, aber man erlebt immer wieder kleine Abenteuer.

Da sich das Spiel nach dem Prolog schnell öffnet, werden einem auch keine Grenzen gesetzt. Man kann sich ausreichend frei bewegen, um genau die Orte zu erkunden, die man gerade sehen möchte. Zwar erreicht man dadurch auch Passagen, die erst für den späteren Spielverlauf vorgesehen sind, doch dass einen manche Feinde mit nur zwei Schlägen besiegen, lässt die Welt umso authentischer wirken.

Kleine und große Herausforderungen

Das gilt sowohl für die Oberwelt als auch für die Dungeons, von denen es überraschend viele gibt, sowohl große als auch kleine. Sie sind mit Kämpfen und kleinen Rätseln gefüllt, die häufig den Einsatz von Elliots verschiedenen Waffen und Fähigkeiten erfordern.

Auf richtige Knobelaufgaben sollte man sich nicht einstellen, denn häufig stehen Schieberätsel oder Schalter im Mittelpunkt. Diese werden leider etwas zu repetitiv und wirken manchmal eher wie Arbeit, anstatt angenehm zu fordern. Gleichzeitig sind sie kurzweilig genug, um das Abenteuer nicht auszubremsen. Und genau hier spielt der Titel wieder seine Stärken aus, denn einen kleinen Dungeon zu erledigen und danach eine Pause einzulegen, ist unglaublich motivierend und hat im Test immer wieder für das „nur noch eine Aufgabe, nur noch ein Dungeon“-Gefühl gesorgt.

Die Bosse fügen sich ebenfalls in dieses Bild ein. Zwar gibt es einige angenehme Herausforderungen, die schnelle Reaktionen verlangen, die meisten größeren Feinde stellen aber kein allzu großes Hindernis dar. Trotzdem machen sie Spaß, denn die normalen Feinde verfügen häufig über sehr eingeschränkte Angriffe, und erst in den Bossbegegnungen entfaltet sich das Kampfsystem komplett. Richtiges Parieren, der rasante Wechsel zwischen den Waffen und verschiedene Waffeneffekte kommen hier erst richtig zum Tragen. Je mehr Feinde man besiegt, ohne getroffen zu werden, desto mehr Items lassen sie fallen. Dadurch lohnt es sich, auch bei einfacheren Gegnern und größeren Gruppen sauber zu spielen.

Magische Fähigkeiten

Im Laufe der Reise trifft Elliot auf Faie, die einige interessante Fähigkeiten mit sich bringt. Mit ihr kann Elliot sich nämlich über kurze Distanzen teleportieren und bestimmte Kampfmanöver nutzen, die überraschend mächtig sind. Gesteuert wird sie über den rechten Stick oder wahlweise von einer weiteren Person. Allerdings kann sie natürlich deutlich weniger als Elliot und ist somit eher eine kleine Hilfe als ein vollwertiger Koop-Charakter. Dennoch erweitert sie die Action auf angenehme Weise. Auch wenn ihr ständiges Geplaudere selbst mit der erwähnten Option zur Einschränkung etwas zu häufig vorkommt, sorgt sie für etwas mehr Komplexität und Geschwindigkeit.

Ebenfalls interessant ist, wie die verschiedenen Epochen funktionieren. Elliot bereist nämlich im Grunde immer wieder dieselbe Weltkarte, die sich je nach Zeitabschnitt aber mitunter deutlich unterscheidet. Für einige Aufgaben ist es notwendig, die Zeitreise zu bestimmten Punkten zu nutzen. Da das sogar per Schnellreise geht, kommt wenig Frustration durch Backtracking auf. Tatsächlich entwickelt man so ein völlig neues Orientierungsgefühl für die Welt und hat noch mehr Spaß daran, sich in ihr zu verlieren.

Typisch RPG, typisch gut

Eine interessante Anpassungsmechanik kommt in Form der Magicites. Diese lassen sich an Waffen ausrüsten und verleihen passive sowie aktive Boni. Mal wird das Schild schneller regeneriert, mal werden Angriffe verstärkt, und sogar völlig neue Angriffsarten können mit ihnen ausgeführt werden. Damit sie nicht zu übermächtig werden, ist jeder magische Stein an einen Wert gekoppelt, der Elliots Grenze nicht überschreiten darf. Da das Budget für jede Waffe aber unterschiedlich ist, muss man sich nicht auf einige wenige fokussieren, sondern darf das gesamte Arsenal entsprechend anpassen. Mit ihnen zu experimentieren, sorgt für überraschend viel Spaß, und jeder Stein, der entweder gekauft, geschmiedet oder gefunden wird, kann bestimmte Spielstile fördern.

Typisch für das Genre dürfen natürlich auch Accessoires mit weiteren Boni nicht fehlen. Items, zum Beispiel zur Heilung, lassen sich derweil in Shops erwerben, Geld spielt also stets eine Rolle. Der Abenteuer-Charakter wird dadurch abermals gestärkt, und obwohl man selten Geldmangel hat, motiviert es, dass jede Aktivität zu irgendeiner Form von Fortschritt führt. Und wenn es dann doch einmal schneller gehen soll, darf man die extrem effektive Schnellreise nutzen. Jeder Speicherpunkt dient auch als Reiseziel, und egal ob auf der Welt, innerhalb von Dungeons oder zwischen den Zeitepochen: Mehr als wenige Sekunden benötigt man nie, um an wichtige Orte zurückzugelangen.

Wunderschön mit kleinen Abzügen in der B-Note

Der HD-2D-Stil ist genauso schön, wie man es mittlerweile gewohnt ist: voller Details und liebevoller Animationen, die durch das schnelle Gameplay wunderbar zur Geltung kommen. Dennoch gibt es kleine Einschränkungen: Im Handheld-Modus kann die Bildrate ihre 60 FPS nicht durchgehend halten, zumindest nicht mit den Standardeinstellungen. Gerade in belebten Gegenden oder dort, wo viel geschieht, sinkt sie merklich. Die Lösung liegt darin, in die Einstellungen zu gehen und entweder das Preset zu ändern oder selbst beispielsweise die Schattenqualität anzupassen. Das funktioniert minimal anders als bei den typischen Performance- und Quality-Modi, dennoch ist das Resultat dasselbe. Wer also die Qualität etwas herunterschraubt, kann trotzdem wunderbar flüssig spielen. Am TV ist das kein Problem, und dort sind Performance-Knicke überaus selten.

Zuletzt muss noch die Musik gelobt werden: Einige der Stücke sind dermaßen energetisch, dass man am liebsten gar nicht mehr aufhören möchte zu kämpfen. Doch auch die Musikstücke während der Erkundung oder kleinerer Dungeons fügen sich wunderbar ein und machen sogar die ständigen Dialoge erträglicher. Insgesamt wird ein wirklich rundes Paket geboten, das auf Switch 2 bestens funktioniert.

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Fazit

0/10

„The Adventures of Elliot: The Millennium Tales“ ist ein Beweis dafür, dass der HD-2D-Stil noch lange nicht seine Grenzen erreicht hat. Das rasante Abenteuer begeistert durch spaßige Kämpfe und eine Welt, die man nicht mehr verlassen möchte. Die zahlreichen kleinen Abenteuer motivieren ungemein, egal ob man nur einen Dungeon erledigt oder zwischen den Epochen hin und her reist. Dass die Kämpfe durchaus fordern können und die Fähigkeiten immer strategischer werden, rundet das Paket ab. Lediglich die Handlung bleibt eine waschechte Enttäuschung und sorgt dafür, dass der Titel nicht sein ganzes Potenzial entfalten kann. Wer darüber hinwegsehen kann, sollte sich „The Adventures of Elliot“ aber nicht entgehen lassen.

Weitere Infos

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales Cover

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales

Nintendo Switch 2
Publisher: Square Enix
Genre: Rollenspiel, Adventure
USK: ab 16 freigegeben
Release: 18. Juni 2026
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